Leichter Kreuzer HMS Amphion

Der leichte Kreuzer HMS Amphion gehörte der Active-Klasse an und wurde mit seinen beiden Schwesterschiffen als Aufklärungskreuzer eingesetzt. Die HMS Amphion war das erste britische Kriegsschiff, welches im ersten Weltkrieg verloren ging.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Schiffe der Active-Klasse gehörten zu den leichten Kreuzern der Royal Navy, die speziell als Aufklärungskreuzer gebaut und eingesetzt wurden. Die drei Schiffe der Klasse waren jedoch die letzten Aufklärungskreuzer, da diese Aufgaben von größeren Kreuzern mit übernommen wurden.

Ebenso wie die Vorgänger der Blonde-Klasse waren auch die Schiffe der Active-Klasse nur sehr leicht gepanzert, lediglich der Maschinenraum hatte eine etwas dickere Panzerung. Bei den Aufklärungskreuzern wurde mehr Wert auf die Geschwindigkeit als auf Panzerung und Bewaffnung gelegt, zumal diese Schiffe für Gefechte mit anderen Kriegsschiffen auch garnicht vorgesehen waren.

Der Stapellauf der HMS Amphion erfolgte am 4. Dezember 1911, die Indienststellung im März 1913.

 

 

HMS Amphion

 

 

 

 

Werdegang der HMS Amphion:

Nach der Indienststellung wurde das Schiff als Flottillenführer der 3. Zerstörer-Flottille zugeteilt. Diese war in Harwich Force stationiert und sollte den östlichen Ärmelkanal bewachen.

Der erste Kommandant des Schiffes war der spätere Admiral Frederic Charles Dreyer, der große Einwirkungen auf die Weiterentwicklung der Schußtechnik von Kriegsschiffen hatte und dadurch mit der HMS Amphion auch britische Schießwettbewerbe gewinnen konnte.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Kurz nachdem der erste Weltkrieg ausgebrochen war, wurde am 5. August 1914 von einem britischen Fischdampfer an das britische Oberkommando gemeldet, dass ein unbekanntest Schiff verdächtige Objekt in den östlichen Ärmelkanal werfe.

Daraufhin lief die 3. Zerstörer-Flottille an Nachmittag zu den gemeldeten Koordinaten aus und startete ihre Suche nach dem Schiff. Kurz darauf kam die mit dem Great Eastern Railway Anstrich getarnte Königin Luise in Sicht, ein deutscher Hilfsminenleger. Vier Zerstörer, darunter die HMS Amphion nahmen die Verfolgung auf und beschossen das deutsche Schiff. Nach mehreren Treffern lies der deutsche Kommandant die Seeventile öffnen und seine Besatzung in die Rettungsboote steigen. Die Überlebenden wurden von den britischen Zerstörern aufgenommen während die Königin Luise versank, darunter waren 38 Seeleute die von der HMS Amphion aufgenommen wurden.

Die Suche wurde im Anschluss weitergeführt, wobei ein ähnliches Schiff mit deutscher Flagge gesichtet wurde. Die britischen Zerstörer eröffneten erneut das Feuer, doch nachdem das Schiff als St. Petersburg der Great Eastern Railway Company identifiziert werden konnte die den deutschen Botschafter an Bord hatte, schob sich die HMS Amphion zwischen das Schiff und den anderen britischen Zerstörern, damit diese nicht mehr weiter feuerten.

Die Suche nach weiteren Schiffen wurde am 6. August 1914 beendet und die Zerstörer begaben sich auf den Weg in ihren Heimathafen.

 

 

 

Verbleib:

Gegen 6:30 Uhr lief dann die HMS Amphion auf eine von der Königin Luise zuvor gelegten Seemine auf. Der Treffer beschädigte das Buggeschütz, die Brücke sowie die vorderen Räume, darunter das Messedeck wo zu der Zeit Frühstück ausgegeben wurde. Der Kapitän lies zwar die Motoren anhalten, das Überfluten der Bugräume zum Löschen der Feuer gelang jedoch nicht mehr. Die anderen britischen Zerstörer begannen daraufhin die Besatzung des Schiffes aufzunehmen, als die Amphion gegen 7:03 Uhr auf eine weitere Seemine lief. Dabei wurde das Magazin des Schiffes getroffen und explodierte. Das Schiff sank innerhalb 15 Minuten und kostete rund 150 britischen Seeleuten und 18 Überlebenden der Königin Luise das Leben.

 

 

Eine Zeichnung des Sinkens der HMS Amphion

 

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Amphion

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Leichter Kreuzer
(Aufklärungskreuzer)

Klasse:  

Active-Klasse

Bauwerft:  

Royal Dockyard, Pembroke

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

4. Dezember 1911

Indienststellung:  

März 1913

Verbleib:  

Am 6. August 1914 nach zwei Minentreffer gesunken

Länge:  

128,83 Meter

Breite:  

12,66 Meter

Tiefgang:  

Max. 4,75 Meter

Verdrängung:  

Max. 4.000 Tonnen

Besatzung:  

321 – 325 Mann

Antrieb:  

12 Yarrow-Dampfkessel

4 Parsons-Turbinen

Leistung:  

18.000 ihp (PSi)

Höchstgeschwindigkeit:  

25 kn

 

Bewaffnung:

 

10 × 102 mm-L/50-Mk.VII-Geschütze

1 × 76-mm-Luftabwehrgeschütz

4 × 3-pdr-47-mm Geschütze

2 × 45,7-cm-Torpedorohre

 

Panzerung:

 

Deck: 13–25 mm

Kommandoturm: 102 mm

 

 

 

 

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