Kleiner Kreuzer SMS Königsberg (1915)

Der kleiner Kreuzer SMS Königsberg gehörte der gleichnamigen Schiffsklasse an, die während des ersten Weltkrieges noch gebaut wurden und als Ersatzbauten für die bereits zu Beginn des Krieges verlorenen kleinen Kreuzer dienten. Die Königsberg war das einzige Schiff dieser Klasse, welches nicht in Scapa Flow interniert wurde, sondern später in der französischen Marine eingesetzt wurde.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Schiffe der Königsberg-Klasse, auch Königsberg-II-Klasse genannt, wurden ab 1913 entworfen und sollten die kleinen Kreuzer der früheren Königsberg-Klasse ersetzen. Da die Schiffe der ersten Klasse bereits teilweise zu Beginn des ersten Weltkrieges verloren gegangen sind, wurden einige Schiffe der neuen Klasse nach diesen benannt.

Die Konstruktion beruhte auf den Erfahrungen der ersten Königsberg-Klasse, die neuen Schiffe waren in ihren Ausmaßen jedoch größer, schneller und hatten eine stärkere Bewaffnung. Auch der Rammbug entfiel nun endgültig, da dieser jeglichen militärischen Nutzen verloren hatte.

Der Stapellauf der SMS Königsberg erfolgte am 18. Dezember 1915, die Indienststellung am 12. August 1916.

 

SMS Königsberg

 

SMS Königsberg

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Nach der Indienststellung und dem Abschluss der Erprobungsfahrten wurde die SMS Königsberg als Flaggschiff der II. Aufklärungsgruppe zugeteilt. Dort war das Schiff in der Nordsee überwiegend mit Sicherungsaufgaben betreut.

Im September 1917 erfolgte die Verlegung der Königsberg in die Ostsee, wo das Schiff zunächst an Verbandsübungen teilnahm und anschließend zur Sicherung der Truppentransporter während der Operation Albion (der Besetzung der baltischen Inseln) abgestellt wurde.

Als die Operation abgeschlossen war, wurde die Königsberg wieder für Sicherungsaufgaben in die Nordsee versetzt. Dort nahm sie auch am 17. November 1917 an der zweiten Helgolandschlacht teil. Während des Gefechts bekam das Schiff einen Treffer von der HMS Repulse, wobei alle drei Schornsteine beschädigt wurden. Unter der Besatzung gab es 8 Tote sowie 15 Verletzte. Nach dem Seegefecht musste das Schiff zunächst in die Werft für die nötigen Reparaturarbeiten, anschließend übernahm sie wieder Sicherungsaufgaben in der Nordsee.

Zum Ende des Krieges wurde die SMS Königsberg eingesetzt um die deutsche Delegation am 13. November 1918 nach Großbritannien zu bringen um dort die Bedingungen für den Waffenstillstand der deutschen Hochseeflotte entgegen zunehmen. Am 18. November traf das Schiff wieder in Wilhelmshaven ein.

 

 

 

Verbleib:

Die SMS Königsberg war das einzige Schiff seiner Klasse, welches nicht in die Internierung nach Scapa Flow unter den Bedingungen des Waffenstillstandes musste. Es wurde dafür als Geleitschiff für die zu internierenden deutschen U-Boote und als Postschiff zwischen der internierten Hochseeflotte und Deutschland eingesetzt.

Die Streichung aus der Liste der Kriegsschiffe erfolgte dann am 5. November 1919, die endgültige außer Dienststellung am 31. Mai 1920.

Aufgrund der Bedingungen Seitens der französischen Regierung im Sinne von Reparationszahlungen wurde das Schiff nach der außer Dienststellung im Juli 1920 in Cherbourg an die französische Marine übergeben und am 6. Oktober 1920 in Metz umbenannt. Das Schiff wurde im November 1921 der Division Volante de l'Atlantique zugeteilt und im April 1922 der Mittelmeer Division.

Ab September 1922 war die nun Metz heißende Königsberg an der Sicherung französischer Bürger in dem griechisch-türkischem Krieg beteiligt. 1925 wurde das Schiff zusammen mit der ehemaligen SMS Strasbourg in Marokko eingesetzt, um den Nachschub der aufständischen Rifkabylen zu blockieren.

Durch Umstrukturierung wurde aus der 3. Division die 2. Division und die Schiffe mitsamt der Metz nach Brest verlegt. Dort erfolgte im Dezember 1929 die Verlegung der Metz in die Reserveflotte.

1934 wurde das Schiff dann aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und bis 1936 verschrottet.

 

Metz

 

 

 

Kommandanten:

 

12. August 1916 bis 21. Mai 1917 Kapitän zur See Carl Wilhelm Weniger
22. Mai 1917 bis 9. Juli 1918 Fregattenkapitän/Kapitän zur See Karl Carl Feldmann
Juli bis August 1918 Fregattenkapitän Alfred Lassen
August bis September 1918 Korvettenkapitän Georg-Günther Freiherr von Forstner (in Vertretung)
3. September 1918 bis 5. März 1919 Korvettenkapitän Walther Franz
März bis Oktober 1919 Korvettenkapitän/Fregattenkapitän Curt Hermann
3. Oktober 1919 bis 10. März 1920 Korvettenkapitän Oskar Heinecke

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Königsberg

Ab 1920 Metz

Land:  

Deutsches Reich

Ab 1920 Frankreich

Schiffstyp:  

Kleiner Kreuzer

Klasse:  

Königsberg-Klasse

Bauwerft:  

AG Weser, Bremen

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

18. Dezember 1915

Indienststellung:  

12. August 1916

Verbleib:  

1936 verschrottet

Länge:  

151,4 Meter

Breite:  

14,3 Meter

Tiefgang:  

Max. 6,3 Meter

Verdrängung:  

Max. 7.125 Tonnen

Besatzung:  

475 Mann

 

Antrieb:

 

10 kohlegefeuerte Dampfkessel und
2 ölgefeuerte Doppelender-Kessel
2 Satz Dampfturbinen

Leistung:  

31.000 PS (22.800 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

27,8 kn (51 km/h)

Bewaffnung:  

8 × Schnellfeuergeschütz 15,0 cm L/45 (980 Schuss)

2 × Flugabwehr Kanonen 8,8 cm L/45

4 × Torpedorohr ⌀ 50,0 cm (5 Schuss)

200 Seeminen

 

 

Panzerung:

 

Gürtel: 18–60 mm
Deck: 20–40 mm

 

 

 

 

 

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