Linienschiff SMS Kaiser Friedrich III.

Die SMS Kaiser Friedrich III. war das Typschiff der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse die noch als Einheitslinienschiffe gebaut und Indienst gestellt wurden. Erstmals wurden deutsche Kriegsschiffe mit den neuen Schnell-Ladekanonen als Hauptbewaffnung ausgerüstet und auch die mittlere Artillerie begann an Bedeutung zu gewinnen.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Schiffe der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse entstanden aus den Erfahrungen der vorhergehenden Brandenburg-Klasse. Der überwiegende Unterschied lag in der Bewaffnung, die erstmals aus Schnell-Ladekanonen bestand und die bis dahin verbauten Mantelringkanonen ersetzten. Zwar wurde das Kaliber von 28cm auf 24cm verringert, durch die bessere Schießleistungen in Kadenz, Reichweite und Durchschlagskraft konnte die Rückstufung jedoch mehr als Ausgeglichen werden. Auch die mittlere Artillerie wurde deutlich verstärkt, da das Marineamt erkannte, welchen Nutzen diese beim Beschuss der weniger gepanzerten Bereiche feindlicher Schiffe hatte. Hierfür sollte das Feuer der mittleren Artillerie besonders auf die Brücke und andere weniger gepanzerte Aufbauten konzentriert werden.

Weitere Verbesserungen war das integrieren von durchgehenden Munitionsaufzügen der neuen Türme der schweren Artillerie, wobei die ersten beiden Schiffe der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse noch über die alten Geschütztürme C/1897 verfügten und erst später die neuen C/1898 Türme verbaut wurden. So konnte die Schussfolge von 2 auf 5 pro Minute erhöht werden.

Zudem wurde auch der verbesserte KC-Stahl (Krupp cemented) mit einer Tiefe von bis zu 300mm verwendet um die Panzerung zu erhöhen.

Der Stapellauf der SMS Kaiser Friedrich III. erfolgte am 1. Juli 1896, die Indienststellung am 7. Oktober 1898.

 

Namensgeber Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen, genannt Friedrich III.

 

 

 

Werdegang der SMS Kaiser Friedrich III.:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde das Schiff als Flaggschiff dem I. Geschwaders zugeteilt. Nach mehreren Manövern begleitete dieKaiser Friedrich III. im Dezember 1899 die kaiserliche Yacht Hohenzollern bei repräsentative Aufgaben.

Während der Überfahrt von Danzig nach Kiel kam es am 2. April 1901 zu einer Grundberührung des Schiffes, wobei über die Hälfte des Schiffsbodens aufgerissen wurde und die Kielplatte und der Rudersteven brachen. Als während der Notreparatur im mittleren Heizraum sich das Teeröl selbstentzündete, musste umgehend die Munitionskammer sowie der betroffene Kesselraum geflutet werden um eine Explosion zu verhindern. Nachdem das Schiff wieder fahrtüchtig gemacht wurde, konnte es aus eigener Kraft zur Reparatur in Kiel einlaufen, die bis November 1901 andauerte.

In den Folgejahren nahm das Schiff an mehreren Manövern und Auslandsfahrten teil, wurde 1907 außer Dienstgestellt um die geplanten Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen. 1910 erfolgte dann wieder die Indienststellung und die Zuteilung zu der Reserve Flotte.

 

SMS Kaiser Friedrich III.

 

SMS Kaiser Friedrich III.

 

SMS Kaiser Friedrich III.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden auch die Schiffe der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse reaktiviert, dem neu aufgestelltem V. Geschwader zugeteilt und mit Sicherungsaufgaben in der Nordsee beauftragt. Durch das hohe Alter und dem geringen militärischen Wert der Schiffsklasse wurde ab März 1915 begonnen, Teile der Besatzungen auf modernere Schiffe abzuziehen.

Am 20. November 1915 erfolgte dann auch die außer Dienststellung der Kaiser Friedrich III., wobei die schwere und mittlere Artillerie umgehend ausgebaut wurde und überwiegend an der Westfront Verwendung fand.

Zunächst in Kiel, später bis zum Ende des Krieges in Flensburg wurde der Rest des Schiffes als Wohnschiff für Kriegsgefangene genutzt.

 

 

Verbleib:

Da da Schiff nach der Kapitulation aufgrund des Alters und der Desarmierung für die Siegermächte uninteressant war, verblieb es in Deutschland, wurde am 6. Dezember 1919 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und 1920 in Kiel-Nordmole verschrottet.

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Kaiser Friedrich III.

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Linienschiff

Klasse:  

Kaiser-Friedrich-III.-Klasse

Bauwerft:  

Kaiserliche Werft Wilhelmshaven

Baukosten:  

21.472.000 Mark

Stapellauf:  

1. Juli 1896

Indienststellung:  

7. Oktober 1898

Verbleib:  

Am 6. Dezember 1919 als Kriegsschiff gestrichen und 1920 verschrottet

Länge:  

125,3 Meter

Breite:  

20,4 Meter

Tiefgang:  

Max. 8,25 Meter

Verdrängung:  

Max. 11.785 Tonnen

Besatzung:  

622 bis 651 Mann

Antrieb:  

4 Thornycroft-Dampfkessel
8 Zylinderkessel
3 stehende 3-Zyl.-Verbundmaschinen

Leistung:  

13.053 PS (9.600 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

17,3 kn (32 km/h)

Bewaffnung:  

4 × Schnellfeuergeschütz 24,0 cm L/40 (300 Schuss)

18 × Sk 15,0 cm L/40 (2.160 Schuss)

12 × Sk 8,8 cm L/30 (3.000 Schuss)

12 × Maschinenkanone 3,7 cm

6 × Torpedorohr ⌀ 45 cm (1 im Bug, 2 seitlich, unter Wasser, 1 Heck über Wasser)

 

Panzerung:  

Gürtel: 100–300 mm auf 250 mm Teak
Deck: 65 mm
Türme: 50–250 mm
Leitstand vorn: 30–250 mm
Leitstand achtern: 30–150 mm
Kasematten: 150 mm

 

 

 

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