Bristol M.1

Die Bristol M.1 war ein britisches einsitziges Jagdflugzeug und der einzige Eindecker, der in Großbritannien während des ersten Weltkrieges gebaut wurde.

 

Entwicklung und Konstruktion:

Als 1916 die deutschen Eindecker den Luftraum über der Westfront beherrschten und die eingesetzten britischen Kampfflugzeuge mit Druckpropeller diesen nicht gewachsen waren, begann der Chefkonstrukteur Frank Barnwell in der Firma Bristol Aeroplane Company auf eigene Initiative mit der Entwicklung eines ebenbürtigen Flugzeuges.

Die Konstruktion war insgesamt sehr aerodynamisch aufgebaut und auch die erstmals runde Abdeckung des Motors sorgte für einen geringen Luftwiderstand. Als Motor wurde der leistungsstarke Le-Rhône 9J Umlaufmotor mit 110 PS  eingebaut, der das Flugzeug auf eine Geschwindigkeit von rund 209 km/h bringen konnte.

Als Bewaffnung diente ein mit dem Getriebe des Motors synchronisiertes Vickers Maschinengewehr.

Am 14. Juli 1916 erfolgte der erste Flug des Prototyp. Nachdem das britische Verteidigungsministerium diesen gekauft und selbst getestet hatte, kamen diese zu der Entscheidung, dass sowohl Steigfähigkeit als auch die Geschwindigkeit überzeugten und die Leistung der deutschen Fokker und der französischen Morane-Saulnier N Flugzeuge übertraf.

Beanstandet wurde lediglich die schlechte Sicht des Piloten nach hinten und nach unten während der Landung. Von den britischen Piloten selbst flossen die schlechten Erfahrungen mit den Morane-Saulnier Eindeckern ein, so dass das Flugzeug bei diesen eher auf Ablehnung stieß.

Doch trotz der Ablehnung wurden neben dem Prototypen noch vier weitere Flugzeuge im Oktober 1916 bestellt.

Am 3. August 1917 wurden weitere 125 Stück bestellt, wobei es gegenüber den Vorgänger Modelle einige Veränderungen gab.

 

 

Bristol M.1

 

 

 

 

Einsatz im ersten Weltkrieg:

Auch wenn die Bristol M.1 den deutschen Eindecker Flugzeugen zumindest ebenbürtig war, wurden lediglich 33 Stück in den Nahen Osten und auf den Balkan an die Front gebracht, die restlichen Flugzeuge verblieben in Großbritannien zur Ausbildung.

Im Nahen Osten wurden die Flugzeuge überwiegend bei der Bekämpfung der Soldaten der osmanischen Armee eingesetzt, da ihnen die Reichweite fehlte, um als Begleitschutz zu dienen.

In Großbritannien wurden die Bristol M.1 Flugzeugen nicht selten von britischen Offizieren für private Flüge und Rennen genutzt.

In der zweiten Hälfte 1918 gingen 12 der Bristol M.1 Flugzeuge nach Chile, um als Ausgleich für die Nutzung der Schlachtschiffe Almirante Latorre und Almirante Cochrane zu dienen, die in Großbritannien zwar für Chile gebaut wurden, jedoch während des Krieges von der Royal Navy genutzt wurden.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden viele der Flugzeuge an private Personen verkauft, die diese über mehrere Jahre bei Rennen oder Flugshows einsetzten.

 

 

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Bristol M.1
Land: Großbritannien
Typ: Jagdflugzeug
Länge: 6,24 Meter
Spannweite: 9,37 Meter
Höhe: 2,37 Meter
Gewicht: 975 kg leer
Besatzung: Max. 1
Motor: Ein Le-Rhône 9J Umlaufmotor mit 110 PS
Höchstgeschwindigkeit: 209 km/h
Reichweite: Max. 1 Stunde und 45 Minuten
Bewaffnung: Ein starres 7,7-mm Vickers-Maschinengewehr

 

 

 

 

 

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