Kleiner Kreuzer SMS Undine

Der kleiner Kreuzer SMS Undine gehörte der Gazelle-Klasse an, die um die Jahrhundertwende gebaut wurden. Die Undine gehörte zu den wenigen deutschen Schiffen, die durch ein feindliches U-Boot versenkt wurden.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Entwürfe der Gazelle-Klasse entstanden 1895 und 1896 und waren die ersten modernen kleinen Kreuzer der kaiserlichen Marine. Da es sich bei den Schiffen um Vermehrungsbauten handelte, gab es keine Vorgänger Schiffe, die Erfahrungen für die Konstruktion ergingen daher aus der Meteor-Klasse. Bis zu der Kolberg-Klasse von 1910 ergingen alle bis dahin konstruierten kleinen Kreuzer aus den Erfahrungen und der Bauweise der Gazelle-Klasse.

Anders als bei Schiffen einer Klassen, wurden die Schiffe der Gazelle-Klasse in zwei Phasen geplant. Die erste Phase ging auf Entwürfen von 1895 und 1896, die zweite Phase auf Entwürfe von 1897 und 1900, wobei die zweite Reihe der Schiffe eine etwas größere Variante vorsah.

Als Namensgeber wurde die mythologische Figur Undine, ein weiblicher, jungfräulicher Wassergeist gewählt, die aus der Sage des Geschlechtes der Stauffenberger herrührt.

Undine von John William Waterhouse,1872

 

Der Stapellauf der SMS Undine erfolgte am 11. Dezember 1902, die Indienststellung am 5. Januar 1904.

 

Der Stapellauf der SMS Undine

 

 

 

Werdegang der SMS Undine:

Nach der Indienststellung löste das Schiff die SMS Carola als Artillerieschulschiff ab. In dieser Funktion nahm es mit mehreren Torpedobooten am 17. November 1905 an einem Nachtmanöver teil. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse kam es zu einem schweren Unfall, als das Torpedoboot S126 direkt vor die Undine fuhr und von dieser gerammt und in zwei Teile zerbrochen wurde. Als im Anschluss die Kesselanlage des Torpedobootes explodierte kamen 33 Besatzungsmitglieder ums Leben, 17 konnten gerettet werden.

Bis zum September 1910 nahm das Schiff an den jährlichen Manövern teil. Danach musste es in die Kaiserliche Werft Danzig um wegen starkem Verschleiß Grundüberholt zu werden.

Am 12. Juli 1912 wurde die SMS Undine schließlich außer Dienst gestellt und der Reserve Flotte zugeteilt. Die Besatzung wechselte auf den neuen kleinen Kreuzer SMS Augsburg.

 

SMS Undine

 

SMS Undine

 

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde auch die SMS Undine wieder in den Dienst gestellt und der Küstenschutzdivision der Ostsee zugeteilt.

In dem Zeitraum vom 3. bis zum 9. September 1914 nahm das Schiff an dem Vorstoß in den Finnischen Meerbusen teil, dabei kam es am 8. September 1914 zu einer schweren Beschädigung der Antriebsanlage, worauf das Schiff nach Danzig zur Reparatur musste.

Ab dem 18. Oktober 1914 wurde die Undine, mit zwischenzeitlicher Unterbrechung, fast nur noch für den Sicherungsdienst der Fährlinie zwischen Saßnitz und Trelleborg eingesetzt.

 

 

 

Verbleib:

Am 7. November 1915 wurde die SMS Undine während des Begleitens des Fährschiffes Preußen von dem britischen U-Boot E19 von 2 Torpedos getroffen.

Die Undine wurde so schwer Beschädigt, dass das Schiff augenblicklich unterging. Von der Besatzung konnten lediglich 24 Mann gerettet werden.

1999 wurde das Wrack der Undine zufällig von der schwedischen Marine während eines Manövers wieder entdeckt.

 

 

 

Kommandanten:

5. Januar bis 7. März 1904 Korvettenkapitän Carl Schaumann
23. bis 30. März 1904 Oberleutnant zur See Georg Hoffmann
10. Januar bis 30. September 1905 Korvetten-/Fregattenkapitän Georg Scheidt
30. September 1905 bis 3. Oktober 1907 Korvetten-/Fregattenkapitän Berthold Stechow
Oktober 1907 bis 31. März 1909 Korvetten-/Fregattenkapitän Wilhelm Freiherr von Meerscheidt-Hüllessem
1. April 1909 bis September 1910 Korvetten-/Fregattenkapitän Ulrich Lübbert
15. September 1910 bis 5. Mai 1912 Korvetten-/Fregattenkapitän Victor Reclam
10. Mai bis 12. Juli 1912 Fregattenkapitän Andreas Fischer
4. August bis September 1914 Fregattenkapitän Max Loesch
September 1914 bis 7. November 1915 Korvetten-/Fregattenkapitän Karl Windmüller

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Undine

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Kleiner Kreuzer

Klasse:  

Gazelle-Klasse

Bauwerft:  

Howaldtswerke, Kiel

Baukosten:  

4.653.000 Mark

Stapellauf:  

11. Dezember 1902

Indienststellung:  

5. Januar 1904

Verbleib:  

Am 7. November 1915 durch britisches U-Boot versenkt

Länge:  

105 Meter

Breite:  

12,4 Meter

Tiefgang:  

Max. 5,63 Meter

Verdrängung:  

Max. 3.112 Tonnen

Besatzung:  

270 Mann

Antrieb:  

9 Marinekessel
2 3-Zyl.-Verbundmaschinen

Leistung:  

8.696 PS (6.396 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

21,5 kn (40 km/h)

 

Bewaffnung:

 

10 × 10,5 cm L/40 Schnellfeuergeschütz (1.500 Schuss)

2 × Torpedorohr ⌀ 45 cm (unter Wasser, 5 Schuss)

Panzerung:  

Deck: 20–50 mm
Sülle: 80 mm
Kommandoturm: 20–80 mm
Schilde: 50 mm

 

 

 

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