Leichter Kreuzer HMS Curlew

Der leichte Kreuzer HMS Curlew gehörte den Kreuzern der C-Klasse an und war das vierte Schiff der Unterkategorie der Ceres-Klasse.

 

Stapellauf und Bauform:

Anfang 1916 wurden die fünf Schiffe der Ceres-Klasse bestellt, die eine Unterkategorie der bereits vorhandenen C-Klasse bildeten.

Erneut wurde der Mängel am Vorschiff durch Konstruktions Maßnahmen versucht zu beheben und der Rumpf um 20cm verbreitert. Die Hauptbewaffnung blieb unverändert, jedoch wurden die Geschütze in andere Positionen verschoben. So wurde das zweite Hauptgeschütz zwischen Brückenhaus und Schornsteinen vor die Brücke auf eine erhöhte Position verlegt.

Ebenso wurden die vorderen Torpedorohr-Sätze noch weiter vorne angebracht, was die Feuerkraft insgesamt, trotz gleichbleibender Bewaffnung effektiv erhöhte. Die Panzerung blieb ebenfalls unverändert.

Der Stapellauf der HMS Curlew erfolgte am 3. Juli 1917, die Indienststellung am 14. Dezember 1917.

 

 

HMS Curlew

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde die HMS Curlew Anfang 1918 dem 5th Light Cruiser Squadron zugeteilt.

Mit diesem Geschwader wurden ab dem Mai noch einige Vorstöße in der Nordsee durchgeführt, jedoch verblieben die deutschen Schiffe nach der Skagerrakschlacht überwiegend in den Häfen oder in der Ostsee, sodass es bis zum Kriegsende zu keiner Feindberührung kam.

 

 

 

Einsatz nach dem Krieg:

Nachdem der erste Weltkrieg vorbei war, wurde das Schiff im Januar 1919 in die Ostsee verlegt um die baltischen Staaten zur Zeit des russischen Bürgerkrieges gegen die russische Marine zu schützen.

Im April 1919 erfolgte zunächst die Zuteilung zu dem 1st Light Cruiser Squadron, anschließend der Reserveflotte und dann dem 5th Light Cruiser Squadron, wobei der Einsatzort nach China verlegt wurde. Bis zum 24. November 1922 lief das Schiff mehrere asiatische Häfen an, bis es der North American Station auf Bermuda zugeteilt wurde.

Bis zum Januar 1927 wurden in der Zeit verschiedene Häfen in den USA, Kanada und Südamerika angelaufen, Manöver und Übungen durchgeführt.

Vom April 1927 bis zum September 1928 wurde die HMS Curlew nochmals in China eingesetzt, bis das Schiff in Großbritannien überholt und repariert wurde. Der Aufenthalt in der Werft dauerte bis in August 1929, dann die Zuteilung zu dem 3rd Cruiser Squadron und im Oktober 1933 dem 1st Cruiser Squadron im Mittelmeer.

Im Oktober 1936 wurde das Schiff außer Dienst gestellt und auf dem Chatham Dockyard begannen die Umbaumaßnahmen des Schiffes zu einem Flugabwehrkreuzer. Dabei orientierten sich die Konstrukteure an dem leichten Kreuzer HMS Coventry, dessen Umbau kurz zuvor begonnen hatte. Mit dem Umbau der beiden leichten Kreuzer wollte die Royal Navy mobile Flugabwehr Plattformen eingliedern, die sowohl britische Küsten als auch Kriegsschiffe mit ihren Waffen gegen Angriffe von Flugzeugen beschützen.

Nach dem Umbau zu einem Flugabwehrkreuzer wurde zusätzlich im Juli 1939 eine Radar Versuchsanlage montiert. Ab dem 23. September 1939 war die Anlage Einsatzbereit und konnte erprobt werden. Nachdem die Tests abgeschlossen waren, wurde das Schiff wegen des Krieges der Home Fleet zugeteilt und am 1. Oktober 1939 nach Scapa Flow verlegt.

 

 

HMS Curlew als Flugabwehrkreuzer

 

 

 

Einsatz im zweiten Weltkrieg:

Bis Ende des Jahres 1939 wurde die HMS Curlew für die Sicherung der Konvois im Ärmelkanal und in der Nordsee eingesetzt. Im Januar 1940 erfolgte die Zuteilung zu der Humber-Force.

Als das britische Marinekommando den Plan zur Besetzung Norwegens ausgearbeitet hatte um damit Deutschland den Nachschub an Rohstoffen abzuschneiden, wurde die Curlew dem Verband zugeteilt, der für diese Operation vorgesehen war. Ab dem 9. April 1940 begann auch die deutsche Wehrmacht und die Kriegsmarine mit der Besetzung Dänemarks und Norwegens. Vom 16. bis 21. April sicherte das Schiff zunächst die Landung französischer Truppen bei Namsos in Mittelnorwegen. Nach Auffüllen der Vorräte in Großbritannien, kehrte die HMS Curlew zusammen mit den Flugzeugträgern HMS Glorious, HMS Ark Royal, dem schweren Kreuzer HMS Berwick und sechs Zerstörern am 23. April wieder nach Norwegen zurück um die britischen Truppen bei Narvik zu unterstützen. Bis zur Ablösung durch die HMS Sheffield am 28. April erlitt das Schiff einige Beschädigungen durch Angriffe der deutschen Luftwaffe, die notdürftig in Scapa Flow repariert wurden.

 

 

 

Verbleib:

Ende Mai 1940 sollte ein entscheidender Angriff auf die deutsche Truppen bei Narvik durchgeführt werden, wobei die HMS Curlew als Flaggschiff dienen sollte.

Am 26. Mai 1940 fuhr das Schiff im Lavangfjord, einem Seitenarm des Ofotfjord Richtung Narvik, als es von einer Gruppe deutscher Heinkel He-111 Bomber entdeckt und angegriffen wurde. Nach mehreren schweren Treffern sank das Schiff.

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Curlew

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Leichter Kreuzer

Ab 1937:
Flugabwehrkreuzer

Klasse:  

Ceres-Klasse

Bauwerft:  

Vickers, Barrow

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

3. Juli 1917

Indienststellung:  

14. Dezember 1917

Verbleib:  

Am 26. Mai 1940 durch die deutsche Luftwaffe im Lavangfjord versenkt

Länge:  

137,16 Meter

Breite:  

13,2 Meter

Tiefgang:  

Max. 4,5 Meter

Verdrängung:  

Max. 5.355 Tonnen

Besatzung:  

432 Mann

Antrieb:  

6 Yarrow-Kessel

2 Parsons-Getriebeturbinen

Leistung:  

40.000 PS (29.420 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

29 kn (54 km/h)

 

Bewaffnung:

 

5 x 152 mm Mk.XII Schnellfeuergeschütze

2 x 76 mm L/45-Mk.I Flugabwehrgeschütze

4 x 3-pdr Hotchkiss Flugabwehrgeschütze

2 x 2-pdr Flugabwehrgeschütze

4 x 2– Torpedorohre ∅ 53,3 cm

 

ab 1937 als Flugabwehrkreuzer:

10 x 102-mm Mk.V, zuletzt 8

1 x 8 40-mm L/39 (2pdr)

2 x 4  12,7-mm Flugabwehr Maschinengewehre

Panzerung:  

Seitenpanzer 57–76 mm

Deck 25 mm

Schilde 25 mm

Schotten 25 mm

Kommandostand 76 mm

 

 

 

 

 

 

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