Leichter Kreuzer HMS Undaunted

Der leichte Kreuzer HMS Undaunted gehörte der Arethusa-Klasse an und sollte, nach den Schiffen der Town-Klasse, wieder eine einheitliche Klasse von leichten Kreuzern für die Royal Navy bilden.

 

Stapellauf und Bauform:

Nach den leichten Kreuzern der Boadicea-, Blonde- und Active-Klasse und den verschiedenen Varianten der Town-Klasse, wurde von der Royal Navy der Versuch unternommen, wieder eine einheitlich Klasse von leichten Kreuzern bauen zu lassen. Dieser Vorschlag wurde an das britische Komitee weitergegeben, die im September 1912 dem Vorschlag zustimmten und den Bau von acht Schiffen anordneten.

Bei der Arethusa-Klasse wurde eine nur durch Öl angetriebene Antriebsanlage eingebaut, wobei sich die Turbinenanlage an denen der Zerstörer der Royal Navy orientierte, da man mit diesen Anlagen bereits Erfahrungen hatte und diese sich bewährt hatten.

Bei der Panzerung übernahmen die Konstrukteure die bereits in den Schiffen der Town-Klasse bestehenden Daten, da diese von den bisherigen leichten Kreuzern die stärkste war.

Der größte Mangel an den Schiffen war jedoch die Bewaffnung. Diese wurde nicht vereinheitlicht sondern wieder gemischt, was bereits bei vorherigen leichten Kreuzern zu Problemen führte. So wurden zwei einzelne 152 mm Mk.XII Geschütze jeweils am Bug und Heck montiert, wobei nur das Geschütz am Bug über ein Schutzschild verfügte. Dazu kamen sechs 102 mm Mk.V Geschütze und noch ein Ordnance QF 3 pounder Vickers-Geschütz, welches für die Bekämpfung von Flugzeugen dienen sollte.

Der Stapellauf der HMS Undaunted erfolgte am 28. April 1914, die Indienststellung im August 1914.

 

 

HMS Undaunted

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten, löste die HMS Undaunted das Schwesterschiff HMS Arethusa in der 3. Zerstörer-Flottille als Flottillenführer ab, die während des ersten Seegefechtes bei Helgoland am 28. August 1914 schwer beschädigt wurde.

Während einer Patrouillenfahrt zusammen mit den Zerstörern HMS Lennox, HMS Legion, HMS Loyal und HMS Lance wurden am 17. Oktober 1914 die Torpedoboote der deutschen 7. Torpedoboots-Halbflottille südlich von England gesichtet. Die deutschen Schiffe sollten Minen an der Küste Englands legen um den dortigen Schiffsverkehr zu beeinträchtigen. Da die britischen Schiffe den deutschen Schiffen sowohl in der Geschwindigkeit als auch in der Feuerkraft deutlich überlegen waren, dauerte das Gefecht nur kurze Zeit und alle 4 Torpedoboote wurden versenkt.

Am 24. Januar 1915 gehörte die HMS Undaunted zu den Schiffen, die die drei Seeflugzeugtender HMS Engadine, HMS Riviera und HMS Empress bei dem Flugzeug Angriff auf die Zeppelin Hallen bei Cuxhaven sichern sollte.

Nach dem Gefecht auf der Doggerbank vom 24. Januar 1915, wo die HMS Undaunted nicht am Gefecht eingriff, wurde das Schiff in die irische See verlegt um deutsche U-Boote zu jagen und Konvois aus Kanada abzusichern. Im April 1915 kam es dabei zu einem Zusammenstoß mit dem Zerstörer HMS Landrail, wobei die Undaunted schwer beschädigt wurde und erst wieder im August einsatzfähig war.

Am 24. März 1916 erfolgte ein weiterer Angriff auf deutsche Luftschiff Hallen, diesmal sollte Hoyer angegriffen werden, versehentlich flogen die Flugzeuge jedoch nach Tondern. Während die Flugzeuge die Hallen suchten geriet das deutsche Torpedoboot SMS G-194 zwischen das britische Geschwader. Die HMS Cleopatra entdeckte das deutsche Schiff und rammte es, wodurch es in zwei Teile zerbrach und sank. Dabei kam die Cleopatra jedoch vor den Bug der Undaunted, die mit dem Schiff kollidierte und schwer beschädigt wurde. Durch das eingetretene Wasser konnte die Undaunted nur mit sechs Knoten fahren und brauchte für die Rückkehr nach Großbritannien vier Tage.

Im April 1917 wurde die HMS Undaunted als Minenleger umgebaut, dafür erhielt das Schiff Vorrichtungen für insgesamt 70 Seeminen. Nach dem Umbau wurde das Schiff der 10. Zerstörerflottille zugeteilt.

Am 5. Juni 1917 erfolgte der letzte Einsatz des Schiffes im Krieg, als britische Schiffe den deutschen Stützpunkt Ostende angriffen.

 

 

 

Verbleib:

Zunächst wurde die HMS Undaunted im April 1919 der Reserve zugeteilt. 1921 musste das Schiff noch einmal einsatzbereit gemacht werden um britische Truppen in das Mittelmeer zu verlegen, als sich die dortigen diplomatischen Spannungen verschärften.

Nach dem Einsatz und der außer Dienststellung wurde das Schiff am 9. April 1923 an die Firma John Cashmore Ltd verkauft und in Newport verschrottet.

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Undaunted

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Leichter Kreuzer

Klasse:  

Arethusa-Klasse

Bauwerft:  

Fairfield, Govan

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

28. April 1914

Indienststellung:  

August 1914

Verbleib:  

Im 9. April 1923 verkauft und in Newport verschrottet

Länge:  

132,98 Meter

Breite:  

11,9 Meter

Tiefgang:  

Max. 4,12 Meter

Verdrängung:  

Max. 4.400 Tonnen

Besatzung:  

318 Mann

Antrieb:  

8 Yarrow Dampfkessel

4 Brown-Curtis Turbinen

Leistung:  

40.000 ihp (PSi)

Höchstgeschwindigkeit:  

28,5 kn

 

Bewaffnung:

 

2 x 15,2 cm Mk.XII Geschütze

6 x 10,2 cm Mk.V Geschütze

1 x 10,2 cm Luftabwehrgeschütz

2 x 2 Pfünder Geschütze

2 x 53,3 cm Torpedorohre

Panzerung:  

Kommandoturm 152 mm

Gürtelpanzer 25-60 mm

Deck 25 mm

 

 

 

 

 

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