Linienschiff SMS Kaiser Wilhelm der Große

Die SMS Kaiser Wilhelm der Große war ein Linienschiff der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse die noch als Einheitslinienschiffe gebaut und Indienst gestellt wurden. Erstmals wurden deutsche Kriegsschiffe mit den neuen Schnell-Ladekanonen als Hauptbewaffnung ausgerüstet und auch die mittlere Artillerie begann an Bedeutung zu gewinnen.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Schiffe der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse entstanden aus den Erfahrungen der vorhergehenden Brandenburg-Klasse. Der überwiegende Unterschied lag in der Bewaffnung, die erstmals aus Schnell-Ladekanonen bestand und die bis dahin verbauten Mantelringkanonen ersetzten. Zwar wurde das Kaliber von 28cm auf 24cm verringert, durch die bessere Schießleistungen in Kadenz, Reichweite und Durchschlagskraft konnte die Rückstufung jedoch mehr als Ausgeglichen werden. Auch die mittlere Artillerie wurde deutlich verstärkt, da das Marineamt erkannte, welchen Nutzen diese beim Beschuss der weniger gepanzerten Bereiche feindlicher Schiffe hatte. Hierfür sollte das Feuer der mittleren Artillerie besonders auf die Brücke und andere weniger gepanzerte Aufbauten konzentriert werden.

Weitere Verbesserungen war das integrieren von durchgehenden Munitionsaufzügen der neuen Türme der schweren Artillerie, wobei die ersten beiden Schiffe der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse noch über die alten Geschütztürme C/1897 verfügten und erst später die neuen C/1898 Türme verbaut wurden. So konnte die Schussfolge von 2 auf 5 pro Minute erhöht werden.

Zudem wurde auch der verbesserte KC-Stahl (Krupp cemented) mit einer Tiefe von bis zu 300mm verwendet um die Panzerung zu erhöhen.

Der Stapellauf der SMS Kaiser Wilhelm der Große erfolgte am 1. Juni 1899, die Indienststellung am 5. Mai 1901.

 

Namensgeber Kaiser Wilhelm der Große

 

 

 

Werdegang der SMS Kaiser Wilhelm der Große:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde das Schiff zusammen mit den anderen Schiffen der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse dem I. Geschwader zugeteilt. In diesem wurden in den folgenden Jahren mehrere Manöver und Ausbildungsreisen durchgeführt.

Nachdem im Jahr 1905 die Ruderanlage beschädigt wurde, ging das Schiff mehrere Wochen in die Werft für die nötigen Reparaturarbeiten. Dabei wurde das Ruder umgebaut, sodass das Schiff anschließend keine Ruderhacke mehr besaß.

Wie die anderen Schiffen dieser Klasse, bis auf die SMS Kaiser Karl der Große, wurde auch bei der Kaiser Wilhelm der Große von 1908 bis 1910 umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen vollzogen. Anschließend wurde auch dieses Schiff der Reserve Formation zugeteilt.

 

SMS Kaiser Wilhelm der Große

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden auch die Schiffe der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse reaktiviert, dem neu aufgestelltem V. Geschwader zugeteilt und mit Sicherungsaufgaben in der Nordsee beauftragt. Durch das hohe Alter und dem geringen militärischen Wert der Schiffsklasse wurde ab März 1915 begonnen, Teile der Besatzungen auf modernere Schiffe abzuziehen.

Am 20. November 1915 erfolgte dann auch die außer Dienststellung der Kaiser Karl der Große, wobei die schwere und mittlere Artillerie umgehend ausgebaut wurde und überwiegend an der Westfront Verwendung fand.

Nach dem Ausbau der Bewaffnung wurde das Schiff als Beischiff der Torpedo-Schule in Kiel zugeteilt wo es bis zum Kriegsende verblieb.

 

 

 

Verbleib:

Da da Schiff nach der Kapitulation aufgrund des Alters und der Desarmierung für die Siegermächte uninteressant war, verblieb es in Deutschland, wurde am 6. Dezember 1919 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und 1920 in Kiel-Nordmole verschrottet.

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Kaiser Wilhelm der Große

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Linienschiff

Klasse:  

Kaiser-Friedrich-III.-Klasse

Bauwerft:  

Germaniawerft in Kiel

Baukosten:  

20. 254.000 Mark

Stapellauf:  

1. Juni 1899

Indienststellung:  

5. Mai 1901

Verbleib:  

Am 6. Dezember 1919 als Kriegsschiff gestrichen und 1920 verschrottet

Länge:  

125,3 Meter

Breite:  

20,4 Meter

Tiefgang:  

Max. 7,83 Meter

Verdrängung:  

Max. 11.785 Tonnen

Besatzung:  

651 Mann

 

Antrieb:

 

4 Marinekessel
6 querstehende Zylinderkessel
3 stehende 3-Zyl.-Verbundmaschinen

Leistung:  

13.874 PS (10.204 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

17,5 kn (30 km/h)

Bewaffnung:  

4 × Schnellfeuergeschütz 24,0 cm L/40 (300 Schuss)

18 × Schnellfeuergeschütz 15,0 cm L/40 (2.160 Schuss)

12 × Schnellfeuergeschütz 8,8 cm L/30 (3.000 Schuss)

12 × Revolverkanone 3,7-cm

6 × Torpedorohr ∅ 45 cm (4 Seiten, 1 Bug, unter Wasser, 1 Heck über Wasser, 16 Schuss)

 

Panzerung:  

Wasserlinie: 100–300 mm auf 250 mm Teak
Deck: 65 mm
Schwere Artillerie:
Turmfronten: 250 mm
Turmdecken: 50 mm
Mittelartillerie:
Türme: 150 mm
Schilde: 70 mm
Kasematten: 150 mm
vorderer Leitstand: 250 mm
achterer Leitstand: 150 mm

 

 

 

 

 

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