Panzerkreuzer HMS Cumberland

Der Panzerkreuzer HMS Cumberland gehörte der Monmouth-Klasse an, die aus insgesamt 10 Schiffen bestand, schwach bewaffnet und gepanzert waren und nur dem schnellen Bau vieler Panzerkreuzer dienen sollte.

 

Stapellauf und Bauform:

Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Bau eines Nachfolgers der Drake- und Cressy-Klasse beschlossen. Das britische Marineministerium legte jedoch bei der neuen Schiffs Klasse weniger Wert auf Qualität sondern wünschte, eine große Menge an Panzerkreuzern, die schnell und kostengünstig zu bauen waren.

Die auf 10 Schiffe ausgelegte Klasse hatte dementsprechend weniger Verdrängung und war auch ziemlich leicht gepanzert, wobei großkalibrige Projektile die Panzerung ohne großen Widerstand durchschlagen konnten. Auch die Bewaffnung war mit vierzehn 6-inch (15,2-cm) Geschützen relativ schwach ausgelegt und hätte bei schwer gepanzerten Schiffen kaum Schaden angerichtet. Von den 14 Geschützen war vier in Doppeltürmen jeweils am Heck und am Bug platziert, die übrigen befanden sich in Kasematten an der Seite, wobei dort auch nur die oberen bei mittlerer und schwerer See nutzbar waren.

Die HMS Cumberland wurde zusammen mit der HMS Cornwall als letztes Schiff der Klasse fertiggestellt.

Der Stapellauf der HMS Cumberland erfolgte am 16. Dezember 1902, die Indienststellung am 1. Dezember 1904.

 

 

HMS Cumberland

 

Kasemattenanordnung der HMS Cumberland

 

 

 

 

 

Werdegang der HMS Cumberland:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde die HMS Cumberland zusammen mit dem Schwesterschiff HMS Cornwall dem Cruiser Squadron der Kanalflotte zugeteilt, welches sich 1905 in das 1. und 2. Kreuzergeschwader aufteilte.

Ab Mitte 1905 lief das Geschwader zunächst in das Mittelmeer, später in die USA und Kanada und kehrte Ende des Jahres nach Gibraltar zurück.

Ab dem 3. September 1907 diente das Schiff als Schulschiff für die Kadetten des Britannia Royal Naval College. Diese Funktion behielt das Schiff bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Als der erste Weltkrieg ausbrach wurde die HMS Cumberland wie auch die HMS Cornwall dem 5th Cruiser Squadron in Westafrika zugeteilt.

Ab September 1914 beteiligte sich das Schiff an den Angriffen auf die deutsche Kolonie Kamerun. Am 27. September 1914 wurde Dualas, die Hauptstadt der Kolonie angegriffen, dabei konnten 11 deutsche Handelsschiffe beschlagnahmt werden.

Nach einer kurzen Rückkehr im Januar 1915 nach Großbritannien, wurde die HMS Cumberland zu der West Indies and North America Station entsandt, um in diesem Gebiet die See und Handelswege zu schützen.

Als die USA auf Seiten Großbritanniens in den Krieg eintraten wurde die Cumberland zur Sicherung der Konvois zwischen den beiden Ländern eingesetzt.

 

 

 

Verbleib:

Nach dem Krieg diente die HMS Cumberland zunächst wieder als Schulschiff, bis es am 13. April 1920 durch das Schlachtschiff HMS Temeraire abgelöst wurde.

Im Anschluss wurde das Schiff außer Dienst gestellt, am 9. Mai 1921 an die Firma T.W. Wards verkauft und ab dem 28. März 1923 in Briton Ferry verschrottet.

 

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Cumberland

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Panzerkreuzer

Klasse:  

Monmouth-Klasse

Bauwerft:  

London & Glasgow Shipbuilding Co., Govan

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

16. Dezember 1902

Indienststellung:  

1. Dezember 1904

Verbleib:  

Am 9. Mai 1921 verkauft und ab dem 28. März 1923 in Briton Ferry verschrottet

Länge:  

141,42 Meter

Breite:  

20,12 Meter

Tiefgang:  

Max. 7,6 Meter

Verdrängung:  

Max. 9.800 Tonnen

Besatzung:  

678 Mann

Antrieb:  

31 Belleville-Wasserrohrkessel

2 vierzylindrige
Dreifach-Expansionsmaschinen

Leistung:  

22.000 PSi

Höchstgeschwindigkeit:  

23 kn

 

Bewaffnung:

 

14 × 6"-152-mm L/45 Mk.VII/Mk.VIII Geschütze

9 × 12-pdr-76-mm Schnellfeuer Geschütze

2 × 457-mm Torpedorohre

Panzerung:  

Gürtelpanzer 50–100 mm

Kasematten 50–100 mm

Türme 127 mm

Barbetten 127 mm

Deck 50–170 mm

Kommandoturm 250 mm

 

 

 

 

 

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