Panzerkreuzer Jules Ferry

Der Panzerkreuzer Jules Ferry gehörte der Léon Gambetta Schiffsklasse an, die aus insgesamt 3 Panzerkreuzern bestand, aus der Entwicklung der Gloire-Klasse hervorgingen jedoch stärker bewaffnet und leistungsstärker waren.

 

Stapellauf und Bauform:

Zum Ende des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts begann Frankreich mit dem Aufbau einer größeren Flotte aus Panzerkreuzern der Klassen Amiral Charner, Gueydon und Gloire und der Ausrichtung der maritimen Kriegsführung auf die Störung und Unterbindung der Handelswege über Wasser zum jeweiligem Kriegsgegner.

Um diese neue Strategie der Kriegsführung durchführen zu können, flossen in jede neue Schiffsklasse neue und überarbeitete Konzepte ein, wobei auch die Entwicklung der Seestreitkräfte von Großbritannien und dem Deutschen Reich als Vergleich dienten und somit die eigenen Schiffe entsprechend angepasst werden mussten. Da sich die Entwicklung auch in dem Bereich der Panzerkreuzer weiter entwickelte und auch die Feuerkraft immer weiter stieg, entschied sich das französische Marineministerium bei der Entwicklung einer Nachfolge Klasse der Gloire Panzerschiffe ebenfalls die Bewaffnung deutlich zu steigern.

Somit wurde die Hauptbewaffnung von 2 x 194 mm Geschützen in Einzeltürmen auf 4 x 194 mm in zwei Zwillingstürme verdoppelt. Auch die Sekundärbewaffnung stieg von 8 x 164 mm auf 16 x 164 mm Geschützen, wobei 12 Geschütze in 6 Zwillingstürmen untergebracht und 4 Geschütze in Kasematten lagen. Im Gegenzug wurde auf den Einbau von 100 mm Geschützen verzichtet und dafür die Anzahl der 47 mm Geschütze auf 24 Stück erhöht.

Die Panzerung der Gürtellinie hingegen wurde zwar leicht verringert und sollte anstatt bis zu 170 mm nur noch bis zu 150 mm betragen, durch die Verwendung eines neuen Stahls wurde jedoch die Widerstandsfähigkeit erhöht und glich somit die verringerte Dicke wieder aus. Leidlich die Geschütztürme der 194 mm Hauptbewaffnung wurde auf 200 mm verstärkt.

Als Antrieb dienten erneut drei vertikale Dreifachexpansionsdampfmaschinen die von 28 Niclausse Wasserrohrkesseln angetrieben wurden und eine Leistung von 27.500 PS erbrachten. Die Geschwindigkeit konnte somit auf 22,5 Knoten erhöht werden.

Die Länge der Schiffe der Léon Gambetta-Klasse erhöhte sich ebenfalls um 10 Meter auf 149,1 Metern, die Breite stieg auf 22,5 Meter und die Verdrängung auf 12.400 Tonnen.

Als Namensgeber wählte das Marineministerium Jules Ferry, Mitglied und späterer Präsident des französischen Senats.

Der Stapellauf der Jules Ferry erfolgte dann im August 1903, die Indienststellung im September 1905.

 

 

Jules Ferry, Namensgeber des Schiffes

 

Zeichnung der Léon Gambetta Schiffsklasse

 

Panzerkreuzer Jules Ferry

 

 

 

Werdegang der Jules Ferry:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde die Jules Ferry der 2. leichten Kreuzer Division im Mittelmeer zugeteilt.

Mit den anderen Schiffen der Division wurden in den kommenden Jahren die jährlichen Übungen und Manöver durchgeführt.

 

 

Panzerkreuzer Jules Ferry

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges verblieben die Schiffe der Léon Gambetta Klasse in dem 2. leichten Geschwader im Mittelmeer und wurden für Sicherungsaufgaben zugeteilt. Die Schiffe beteiligten sich auch an den Patrouillen entlang der Küsten Österreich-Ungarns um auslaufende Schiffe der österreichischen Marine abzufangen und zu versenken.

Nachdem am 27. April 1915 das Schwesterschiff Léon Gambetta durch das österreichische U-Boot U-5 versenkt wurde, zog die französische Marineführung ihre Kriegsschiffe weiter südlich im Mittelmeer zusammen um diese so besser gegen die U-Boote zu schützen.

Die Jules Ferry verblieb bis zum Kriegsende dort und nahm an keinen Kampfhandlungen teil.

 

 

 

Verbleib:

Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Jules Ferry der Reserve überstellt.

Am 19. Januar 1927 wurde das Schiff schließlich aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und ab 1928 verschrottet.

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

Jules Ferry

Land:  

Frankreich

Schiffstyp:  

Panzerkreuzer

Klasse:  

Léon Gambetta-Klasse

Bauwerft:  

Arsenal de Cherbourg

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

August 1903

Indienststellung:  

September 1905

Verbleib:  

Ab 1928 verschrottet

Länge:  

149,1 Meter

Breite:  

22,5 Meter

Tiefgang:  

Max. 8,2 Meter

Verdrängung:  

Max. 12.400 Tonnen

Besatzung:  

728 Mann

 

Antrieb:

 

drei vertikale Dreifachexpansionsdampfmaschinen

28 Niclausse Wasserrohrkesseln

Leistung:  

27.500 PS (20.500 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

22,5 Knoten (41,7 km/h)

 

Bewaffnung:

 

4 × 194 mm Geschütze

16 × 164 mm Geschütze

24 × 47 mm Geschütze

2 × 450 mm Torpedorohre

Panzerung:  

Gürtel: 71 - 152 mm
Geschütztürme: 200 mm
Kommandoturm: 200 mm

 

 

 

 

 

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