Pfalz D.XII und Nachfolge Flugzeuge

Die Pfalz D.XII war ein deutsches Jagdflugzeug der Pfalz Flugzeugwerke, welches aus dem Prototyp der Pfalz D.XI entstand, der seinerseits aus Studien der erfolgreichen und gefürchteten französischen SPAD S.VII Flugzeuge entsprang.

 

Entwicklung und Konstruktion:

Anfang 1918 stellte die deutsche Heeresführung den Flugzeug Herstellern eine Studie zur Verfügung, die über den erfolgreichen französischen Jagdflieger SPAD S.VII gemacht wurde. Dies sollte dazu führen, dass die Hersteller sich die Stärken des Flugzeuges zu Nutze machten und ein eigenes, gleichwertiges Flugzeug bauen konnten.

Die Firma Pfalz Flugzeugwerke war zu dieser Zeit bereits mit mehreren Prototypen in der Entwicklung, darunter die Pfalz D.VIII. Mit den zur Verfügung gestellten Informationen entwickelte der Konstrukteur E. Eversbusch dann zunächst den Prototypen Pfalz D.XI. Dieses Flugzeug entstand auf Basis der Pfalz D.III mit der Tragflächenkonstruktion des französischen Flugzeuges, welche sehr robust und weniger Bruch anfällig war. Verbaut wurde der 180 PS Mercedes D.IIIaü Motor, der Erstflug erfolgte dann im März 1918. Die Leistungen konnten allerdings die Heeresführung nicht überzeugen, sodass weitere Modifikationen nötig waren.

Vom 27. Mai bis 21. Juni 1918 wurden dann die zwei Prototypen mit der Bezeichnung Pfalz D.XII vorgestellt, die diesmal mit einem Mercedes D IIIa und einem BMW IIIa Motor ausgerüstet waren. Die Flugzeuge konnten nicht an die Leistungen der konkurierenden Fokker D.VII mit halten, doch nachdem sich der bekannte Pilot Ernst Udet und das Land Bayern für das Flugzeug ausgesprochen hatten, bekam die Firma den Auftrag zum Bau dieses.

Noch während die Produktion begann, wurden bereits weitere Varianten des Flugzeuges vorgestellt. Die Pfalz XIV hatte einen 200 PS starken Benz Bz.IVü Motor, eine erweiterte Tragfläche mit größerer Spannweite und erweiterte Querruder. Da jedoch gegenüber der Pfalz D.XII kaum Verbesserungen auftraten und die Motoren für die Aufklärungsflugzeuge benötigt wurden, ging dieses Flugzeug nicht in Produktion.

Die kurz vor Kriegsende noch vorgestellte Pfalz D.XV besaß einen 185 PS starken BMW IIIa Motor und glich, bis auf die N-förmigen Streben unterhalb des Rumpfes der D.XII. Das Flugzeug zeigte zwar einige Verbesserungen, wegen der Waffenstillstands Verhandlungen wurde dieses jedoch ebenfalls nicht mehr gebaut.

 

Pfalz D.XII

 

Testpilot Otto August in einer Pfalz D.XII

 

Eine von Kanada erbeutete Pfalz D.XII

 

Pfalz D.XIV

 

Pfalz D.XV

 

 

 

Einsatz im ersten Weltkrieg:

Ab Juli 1918 wurden die ersten Pfalz D.XII an der Westfront eingesetzt. Diese wurden überwiegend in gemischte Jagdstaffeln eingeführt, lediglich an ruhigen Abschnitten wurden ausschließlich diese Flugzeuge genommen.

Zwar war die Pfalz D.XII bei erfahrenen Piloten der Fokker D.VII überlegen, viele Piloten benutzten dennoch eher die Fokker Flugzeuge.

Nach dem Krieg wurden einige Flugzeuge in die polnische Luftwaffe aufgenommen, die diese im Krieg gegen Russland einsetzte. Rund 175 Flugzeuge wurden mussten zudem an die Siegermächte abgegeben werden, die diese im Anschluss ausgiebig testeten. Erhaltende Exemplare stehen heute im National Air and Space Museum, dem Seattle Museum of Flight, dem Musée de l’Air et de l’Espace in Paris und dem Australian War Memorial in Canberra.

 

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Pfalz D.XII
Land: Deutsches Reich
Typ: Jagdflugzeug
Länge: 6,35 Meter
Spannweite: 9 Meter
Höhe: 2,7 Meter
Gewicht: 717kg leer
Besatzung: Max. 1
Motor: wassergekühlter Reihenmotor Mercedes D IIIaü 160 PS
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Reichweite: 370 Kilometer
Bewaffnung: 2 x synchronisierte Maschinengewehre 7,92 mm LMG 08/15

 

 

 

 

 

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