Royal Aircraft Factory B.E.12

Die Royal Aircraft Factory B.E.12 war ein britischer, einsitziger Doppeldecker, wobei das Flugzeug im Wesentlichen nur eine Royal Aircraft Factory B.E.2 war, bei dem der Platz des Beobachters entfernt wurde.

 

Entwicklung und Konstruktion:

Die Royal Aircraft Factory B.E.12 sollte ursprünglich als Aufklärungsflugzeug und Bomber dienen. Dafür wurde das Grundprinzip der B.E.2 übernommen, jedoch statt des verwendeten 90 PS starken 90 RAF 1 Motors wurde ein 150 PS RAF 4 Motor eingeplant. Im Juni 1915 war der erste Prototyp fertiggestellt, allerdings verzögerten sich die Tests immer wieder, da der neue Motor noch nicht zuverlässig genug arbeitete. Auch bei der Bewaffnung konnte lange Zeit keine Einigung erzielt werden, zumal es Mitte 1915 noch keine synchronisierten Maschinengewehre gab, diese wurden erst Anfang 1916 bei den britischen Flugzeugen eingeführt. Zudem fiel auch der Beobachter weg, der die Waffen hätte bedienen können, dafür wurde an seinem Platz ein größerer Treibstofftank eingebaut. Erst Ende 1915 konnte das Flugzeug dem Royal Flying Corps vorgestellt werden.

Im Februar 1916 folgte eine wenig verbesserte B.E.12a Version, die dabei mit den modifizierten Flügel der B.E.2e ausgestattet war. Zwar wurde das Flugzeug dadurch etwas wendiger, konnte aber dennoch nicht die Erwartungen ganz erfüllen. Ab dem Mai 1916 konnten auch die ersten Flugzeuge mit dem synchronisiertem Vickers Maschinengewehr ausgerüstet werden.

Etwas später folgte schließlich noch die B.E.12b Version. Diese war mit einem 200 PS starken Hispano-Suiza Motor ausgestattet und war als Nachtbomber gedacht. Das Vickers Maschinengewehr wurde zudem gegen zwei Lewis Maschinengewehre getauscht die an den Flügeln befestigt waren. Zwar waren die Leistungen dieses Typs deutlich verbessert worden, aufgrund des Mangels an passenden Motoren konnten nur wenige Stück gebaut werden.

Insgesamt wurden von allen drei Varianten rund 601 Stück bis zum Kriegsende gebaut.

 

 

Royal Aircraft Factory B.E.12

 

Royal Aircraft Factory B.E.12

 

 

 

 

 

Einsatz im ersten Weltkrieg:

Ab dem 1. August 1916 wurde begonnen, das 19. Squadron mit Royal Aircraft Factory B.E.12 Flugzeugen auszurüsten. Am 25. August folgte das 21. Squadron.

Zwar waren die Flugzeuge recht stabil, erwiesen sich wegen der schwachen Wendigkeit und der fehlenden Bewaffnung als Jagdflugzeuge als völlig nutzlos. Zudem begannen die Deutschen an der Westfront die neuen Halberstadt und Albatros Jagdflieger einzusetzen.

Im März 1917 wurden deßwegen die Flugzeuge wieder von der Westfront abgezogen und nach Großbritannien oder in den Nahen Osten gebracht. Dort erwiesen sich die Flugzeuge als deutlich passender, wenn auch nur als Aufklärer und nicht als Jagdflieger. Die einzige Ausnahme bildete dort Kapitän Gilbert Ware Murlis Green vom 17. Squadron, dem es gelang, mehrere feindliche Flugzeuge abzuschießen.

In Großbritannien dienten die Flugzeuge dem Heimatschutzgeschwader und wurden wegen ihrer Reichweite und Stabilität fast ausschließlich Nachts eingesetzt. Gegen die neuen deutschen Zeppeline konnten diese Flugzeuge jedoch auch nicht viel entgegensetzen. Der einzige Erfolg konnte in dieser Hinsicht am 17. Juni 1917 erzielt werden, als das deutsche Luftschiff L48 abgeschossen werden konnte.

 

 

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Royal Aircraft Factory B.E.12
Land: Großbritannien
Typ: Aufklärungsflugzeug, Bomber, Jagdflieger
Länge: 8,31 Meter
Spannweite: 11,28 Meter
Höhe: 3,39 Meter
Gewicht: 743 kg leer
Besatzung: Max. 1
Motor: Ein luftgekühlter RAF-4a  V12 Motor mit 150 PS
Höchstgeschwindigkeit: 164 km/h
Reichweite: Max. 3 Stunden
Bewaffnung: Ein starres 7,7-mm Vickers-Maschinengewehr

 

 

 

 

 

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