Schlachtschiff HMS Iron Duke

Das Schlachtschiff HMS Iron Duke gehörte der gleichnamigen Schiffsklasse an, die aus vier Schiffen bestand und erstmals über eine vollwertige Mittelartillerie und Ballonabwehrkanonen verfügte.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Planung und Konstruktion der Schiffe der Iron-Duke-Klasse orientierten sich an den Schiffen der Orion und Dreadnought-Klasse. Die wichtigste Neuerung fand in der Bewaffnung der Schiffe statt.

Da die Zerstörer und die kleinen Kreuzer anderer Marine Streitkräfte seit der Jahrhundertwende sowohl in der Bewaffnung als auch in der Panzerung deutlich verstärkt wurden, genügten die bis dahin genutzten 10,2-cm Geschütze nicht mehr, da diese über eine zu geringe Durchschlagskraft besaßen um die Panzerung zu durchbrechen. So wurden in den Schiffen der Iron-Duke-Klasse erstmals 12 x 152 mm L/50 Geschütze eingebaut, womit die Mittelartillerie eine deutliche Verbesserung der Durchschlagskraft erhielt und auch neuere Panzerung durchschlagen konnte.

Ebenso wurden in den Schiffen erstmals Ballonabwehrkanonen montiert, die der Bekämpfung von Luftschiffen dienen sollten. Besonders das Deutsche Reich setzte auf diese Luftschiffe, entweder zur Aufklärung oder für die Bombardierung. Bisher waren die britischen Kriegsschiffe nur mit leichten Flugabwehr Kanonen oder Maschinengewehren ausgerüstet, denen entweder die Reichweite oder die Durchschlagskraft fehlte. Die neuen Ballonabwehrkanonen sollten diesen Mangel beheben.

Als große Schwachstelle galt weiterhin das Fehlen der Torpedoschotten. Wegen der begrenzten Aufnahmefähigkeit der Trockendocks, durften die britischen Kriegsschiffe eine bestimmte Breite nicht überschreiten. Um die Maße einzuhalten wurde in den meisten Fällen auf die Schotten verzichtet, die bei einem Torpedotreffer das eindringende Wasser begrenzen sollten und im Falle einer Schlagseite das Gegenfluten ermöglichen. Das Fehlen der Schotten wurde zwar im Bereich der Turbinenräume mit Panzerstahl versucht auszugleichen, die Kesselräume hingegen hatten nur einen Schutz gegen Überwasser Treffer, nicht gegen Torpedotreffer.

Als Antriebsanlage wurden 18 Dampfkessel der Firma Babcock & Wilcox mit Kohle und Ölfeuerung genutzt, wobei die Schiffe der Iron-Duke-Klasse die letzten Schlachtschiffe der Royal Navy waren, die mit Kohle befeuert wurden.

Der Stapellauf der HMS Iron Duke erfolgte am 12. Oktober 1912, die Indienststellung am 10. März 1914.

 

 

HMS Iron Duke

 

HMS Iron Duke

 

HMS Iron Duke

 

HMS Iron Duke

 

HMS Iron Duke

 

 

 

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde die HMS Iron Duke mit Ausbruch des Krieges als Flaggschiff der Grand Fleet eingesetzt.

In dieser Funktion war das Schiff auch vom 31. Mai auf den 1. Juni 1916 an der Skagerrakschlacht beteiligt, wo es jedoch weder einen Schuss abgab noch einen Treffer erhielt.

Bis zum Kriegsende nahm die Iron Duke an keinem weiteren Einsatz teil.

 

 

 

Einsatz nach dem Krieg:

Nach dem ersten Weltkrieg wurde die HMS Iron Duke zuerst in das Mittelmeer, dann in das Schwarze Meer verlegt um während des russischen Bürgerkrieges gegen die Bolschewisten und deren Stellungen an den Küsten zu kämpfen.

Von 1926 bis 1929 diente das Schiff in der Atlantikflotte, wo mehrere Übungen, Manöver und Rundreisen durchgeführt wurden.

Mit dem Londoner Flottenabkommen vom 22. April 1930 mussten Teile der britischen Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe demilitarisiert werden und konnten in ihrem eigentlichen Zustand nicht mehr verwendet werden. Die drei Schwesterschiffe der HMS Iron Duke wurden daraufhin verkauft und verschrottet, während die Iron Duke zu einem Schulschiff umgebaut werden musste. Dafür wurden die Geschütztürme, der Feuerleitstand, die Torpedorohre sowie der gesamte Panzergürtel ausgebaut und ein Teil der Kessel ausgebaut um die Geschwindigkeit auf maximal 18 Knoten zu reduzieren.

In der Funktion als Schulschiff verblieb das Schiff bis zum zweiten Weltkrieg.

 

 

 

Einsatz im zweiten Weltkrieg:

Als der zweite Weltkrieg in Europa ausgebrochen war, lag die HMS Iron Duke in Scapa Flow im Hafen. dieser wurde am 17. Oktober 1939 durch mehrere Junkers Ju 88 der deutschen Luftwaffe angegriffen, wobei das Schiff mehrere Treffer erhielt und auf den Strand gesetzt werden musste.

Nach dem Angriff wurde das Schiff wieder repariert, die restliche Bewaffnung ausgebaut und als Depot genutzt.

Im Laufe des Krieges wurden zwei weitere Luftangriffe auf den Marine Stützpunkt geflogen, wobei bei beiden Angriffen die HMS Iron Duke Treffer erhielt.

 

 

 

Verbleib:

Nach dem Krieg wurde die HMS Iron Duke außer Dienst gestellt, 1946 verkauft und ab 1948 verschrottet.

 

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Iron Duke

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Schlachtschiff

Klasse:  

Iron-Duke-Klasse

Bauwerft:  

Portsmouth Dockyard

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

12. Oktober 1912

Indienststellung:  

10. März 1914

Verbleib:  

1946 verkauft und ab 1948 verschrottet

Länge:  

190,2 Meter

Breite:  

27,5 Meter

Tiefgang:  

9 Meter

Verdrängung:  

Max. 30.380 Tonnen

Besatzung:  

925 – 1.022 Mann

Antrieb:  

18 Babcock Dampfkessel

4 Parsons-Dampfturbinen

Leistung:  

29.000 PSw

Höchstgeschwindigkeit:  

21 kn

 

Bewaffnung:

 

10 x Schnellfeuergeschütz 13,5 in (343 mm) L/45

12 x 6 in (152 mm) L/50 Geschütz

2 x 3 in (76,2 mm) Flugabwehrgeschütz

4 x Torpedorohre 533 mm

Panzerung:  

Gürtelpanzer 203 – 305 mm

Seiten 63–152 mm

Deck 25 – 63 mm

Türme 102 – 279 mm

Barbetten 178 – 254 mm

Kasematten 51–152 mm

Leitstand 51 – 279 mm

 

 

 

 

 

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