Schlachtschiff Suffren

Das Schlachtschiff Suffren gehörte zu den ersten französischen Schlachtschiffen, die Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurden und noch im ersten Weltkrieg eingesetzt wurden.

 

Stapellauf und Bauform:

Im Zuge der französischen Aufrüstung der Marine und dem Ziel, 24 Schlachtschiffe bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut und im Dienst zu haben, wurde nach dem Baubeginn des Schlachtschiffes Iéna eine nur leicht modifizierte Version gefordert um Zeit für die Entwicklung zu sparen.

Somit sollte lediglich die Bewaffnung und die Panzerung verstärkt werden, das restliche Design sollte vollständig übernommen werden. Erst als sich der französische Marinerat dem Projekt mit annahm und weitere Änderungen forderte, musste das Design schließlich doch noch mehr geändert werden als ursprünglich geplant. So sollten die mittlere Artillerie nicht mehr in Kasematten untergebracht werden sondern jeweils in Türmen. Auch die Panzerung der Gürtellinie sollte dicker und durchgehender werden. Nachdem auch noch gefordert wurde, dass sich die mitgeführte Anzahl der Granaten der Hauptgeschütze von 45 auf 60 Stück erhöhte, mussten die Entwickler das Design entsprechend anpassen und übernahmen nur noch die Grundkonstruktion der Iéna.

Das somit geplante Schlachtschiff mit dem Namen Suffren hatte schließlich eine Gesamtlänge von 125,91 Metern, eine Breite von 21,42 Metern und einen Tiefgang von 8,22 Metern und war somit in den Ausmaßen etwas größer als die Iéna. Die maximale Verdrängung lag bei 12.892 Tonnen.

Wie auch bei den anderen französischen Schlachtschiffen bildeten 4 x 305 mm Geschütze in jeweils zwei Doppeltürmen die Hauptbewaffnung der Suffren. Lediglich die Anzahl der mitgeführten Granaten wurde von 45 auf 60 Stück erhöht. Die mittlere Artillerie bestand aus 10 x 164 mm Geschützen, wobei sechs in jeweils einem Einzelturm an den Seiten des Schiffes lagen und die restlichen vier in Kasematten auf dem 1. Deck lagen. Zur weiteren Bewaffnung gehörten noch 8 x 100 mm, 20 x 47 mm, 2 x 37 mm Geschütze und 4 x 450 mm Torpedorohre.

Die Gürtel Panzerung des Schiffes wurde durchgehender und betrug eine maximale Dicke von 300 mm. Das Deck wurde mit einer 60 mm dicken Panzerung versehen, die Hauptgeschütze mit 290 mm und die der mittleren Artillerie bis zu 192 mm.

Als Antrieb dienten drei vertikale Dreifachexpansions-Dampfmaschinen, die jeweils eine Schraube antrieben, wobei die mittlere Schraube drei Flügel hatte, die beiden äußeren jeweils vier Flügel. Die erforderliche Leistung von 16.200 PS wurde von 24 Wasserrohrkesseln geleistet, womit das Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 17 Knoten erreichen konnte.

Der Stapellauf der Suffren erfolgte dann am 25. Juli 1899, die Indienststellung am 3. Februar 1904.

 

 

Zeichnung des Schlachtschiffes Suffren

 

Schlachtschiff Suffren

 

 

 

Werdegang der Suffren:

Ursprünglich war die Indienststellung bereits für das Jahr 1903 vorgesehen, da sich jedoch die Auslieferung wichtiger Bauteile verzögerte, konnte das Schiff erst am 3. Februar 1904 offiziell der französischen Marine übergeben werden. Um die Zeit der Erprobungen im Vorfeld wieder auszugleichen, wurden bereits im November 1903 die ersten Fahrten und Tests mit dem Schiff durchgeführt.

Nachdem die Suffren vollständig ausgerüstet und Übergeben wurde, wurde es dem Mittelmeer Geschwader zugeteilt, wo es ab April 1904 unter dem Kommandanten Vizeadmiral Gourdon als Flaggschiff diente.

In den folgenden 2 Jahren wurden mehrere Manöver durchgeführt. Dabei zeigten sich erhebliche Mängel an dem Schiff was zum einen den Antrieb der Anker betraf, welcher für das Gewicht der Anker zu wenig Leistung hatte. Zum anderen machte der Antrieb der mittleren Schraube Probleme, da dieser schnell überhitzte und somit nicht voll funktionsfähig eingesetzt werden konnte. Diese Mängel wurden bis 1906 durch mehrere Aufenthalte in Werften behoben.

Im Februar 1906 wurde erneut ein Manöver durchgeführt. Dabei kam es am 5. Februar zu einer Kollision zwischen der Suffren und dem getauchtem U-Boot Bonite, als das U-Boot seine Position falsch berechnete und direkt vor der fahrenden Suffren lag. Nur durch einen schnellen Kurswechsel des Schlachtschiffes konnte schlimmeres verhindert werden, trotzdem wurde das U-Boot gestreift und beschädigt.

Bei einem Aufenthalt in der Werft in Toulon am 12. März 1907 kam es auf dem Schlachtschiff Iéna, das neben der Suffren im Dock lag, zu einer schweren Explosion. Durch die Erschütterung und umherfliegenden Teile wurde auch die Suffren leicht beschädigt.

Weitere Umbauten erfolgten Anfang 1908 und vom Dezember 1910 bis in den Februar 1911 als eine Propellerwelle brach, der Propeller verloren ging und das Schiff auf Ersatz warten musste.

Während eines Manövers im Mai 1914 kam es zu einem erneuten Unfall. Diesmal wurde die Suffren von dem Schlachtschiff Démocratie gerammt, als sich die Suffren nicht mehr steuern lies. Beide Schiffe wurden nur leicht beschädigt, mussten aber auch beide in die Werft zur Reparatur um aufgrund der zunehmenden politischen Spannungen ab Mitte des Jahres wieder einsatzfähig zu sein.

 

 

Ansicht auf den vorderen Geschützturm der Suffren

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Kurz nach Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde die Suffren zunächst mit neuen Entfernungsmessern ausgerüstet. Im Anschluss erfolgte am 26. September 1914 die Verlegung vor die Dardanellen, wo das Schiff zusammen mit dem Schlachtschiff Vérité den Ausbruch der beiden deutschen Schiffe SMS Goeben und SMS Breslau zurück ins Mittelmeer verhindern sollte.

Am 3. November wurden die ersten Stellungen der osmanischen Armee in den Dardanellen beschossen. Dies führte zwar nur zu geringen Beschädigungen, dafür verstärkten die osmanischen Truppen im Gegenzug ihre Stellungen was im späteren Verlauf den alliierten Truppen hohe Verluste bereitete.

Vom 16. November bis zum 9. Januar 1915 lag die Suffren in Toulon in der Werft zur Überholung. Danach wurde das Schiff wieder zu den Dardanellen geschickt um die dortige Flotte der Alliierten zu verstärken, die sich auf die bestehende Invasion vorbereitete.

Der Beschuss begann am 19. Februar, als französische und britische Schlachtschiffe die Stellungen entlang der Meerenge unter Beschuss nahmen. Weitere Vorstöße und Beschüsse folgen am 25. Februar, 2., 7. und 11. März. Bei diesen wurde die Suffren nur leicht beschädigt. Erst der Großangriff am 18. März führte zu einer Katastrophe. Insgesamt erhielt bei dem Vorstoß die Suffren rund 14 Treffer, wobei ein Turm eines 164 mm Geschützes vollständig zerstört wurde und die gesamte Bedienmannschaft ums Leben kam. Einige brennende Teile vom Deck fielen auch in die Magazine wo sie ein Feuer auslösten. Dieses konnte gerade noch rechtzeitig gelöscht werden, bevor die Granaten explodierten. Ein anderer Treffer am Bug des Schiffes zerstörte den Unterbau des vorderen Geschützturmes, sodass dieser nicht mehr funktionsfähig war. Auf dem Rückzug aus der Meerenge verlor das Geschwader auch das Schlachtschiff Bouvet, nachdem es auf eine Seemine gefahren war und innerhalb von 2 Minuten versank. 75 Besatzungsmitglieder konnten von der Suffren gerettet werden, bevor dieses die schwer beschädigte Gaulois aus den Dardanellen begleiten musste.

 

 

 

Zeichnung des Schlachtschiffes Suffren 1915 während der Schlacht in den Dardanellen

 

 

 

Bis zum 3. April 1915 dauerte die Begleitung des Schlachtschiffes Gaulois in den Hafen von Toulon wo beide Schiffe im Anschluss repariert wurden. Die Suffren war bereits ab dem 20. Mai wieder einsatzfähig und wurde zurück zu den Dardanellen geschickt um die alliierten Truppen zu unterstützen. Nach dem Ende der Unterstützung am 31. Dezember 1915 kehrte das Schiff in den Hafen von Kefalos zurück. Dabei rammte es das Transportschiff Saint Oswald, welches anschließend sank. Zur Reparatur der Schäden musste die Suffren dann wieder nach Toulon gebracht werden, wo es bis in den April 1916 lag.

Im gleichen Monat wurden auch mehrere ältere französische Schlachtschiffe der Mittelmeer Flotte zu einem Geschwader zusammengezogen, darunter fiel auch die Suffren. Diese sollten im Anschluss um Griechenland fahren und so den Druck auf die griechische Regierung erhöhen, nicht an der Seite des Deutschen Reiches in den Krieg einzutreten.

Diese Mission endete im Oktober 1916, danach wurde beschlossen, dass die Suffren für Reparationsarbeiten und einer Überholung in die Werft von Bizerte fahren sollte. Die Werft wurde jedoch kurzfristig geändert, nachdem Lorient dem französischem Marineministerium mitgeteilt hatte, dass noch ein Liegeplatz bei denen frei wäre.

Somit fuhr die Suffren von Bizerte über Gibraltar Richtung Lorient.

 

 

 

Verbleib:

Am Morgen des 26. Novembers 1916 wurde das Schlachtschiff Suffren rund 50 Seemeilen vor der portugiesischen Küste in der Nähe von Lissabon von dem deutschen U-Boot U-52 gesichtet. Dieses Schoss mehrere Torpedos auf das Schiff ab, wobei einer die Magazine des Schiffes trafen und die mitgeführten Granaten zur Explosion brachten.

Die Suffren versank daraufhin innerhalb weniger Sekunden, keines der Besatzungsmitglieder überlebte.

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

Suffren

Land:  

Frankreich

Schiffstyp:  

Schlachtschiff

Klasse:  

Einzelschiff

Bauwerft:  

Arsenal de Brest

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

25. Juli 1899

Indienststellung:  

3. Februar 1904

Verbleib:  

Am 26. November 1916 durch das deutsche U-Boot U-52 versenkt worden

Länge:  

125,91 Meter

Breite:  

21,42 Meter

Tiefgang:  

Max. 8,22 Meter

Verdrängung:  

Max. 12.892 Tonnen

Besatzung:  

668 Mann

Antrieb:  

24 Wasserrohrkessel

3 vertikale Dreifachexpansionsmaschinen

Leistung:  

16.200 PS (12.100 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

17 Knoten (31 km/h)

 

Bewaffnung:

 

4 × 305 mm Geschütze

10 × 164 mm Geschütze

8 × 100 mm Geschütze

20 × 47 mm Geschütze

2 × 37 mm Geschütze

4 × 450 mm Torpedorohre

Panzerung:  

Gürtel: bis zu 300 mm
Deck: bis zu 60 mm
Hauptgeschütze: 290 mm
Türme: 250 mm
Panzerschotts: 110 mm

 

 

 

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

 

ZEITGESCHICHTE - Seeschlachten de 20. Jahrhunderts - FLECHSIG Verlag (Flechsig - Geschichte/Zeitgeschichte)

ZEITGESCHICHTE - Seeschlachten de 20. Jahrhunderts - FLECHSIG Verlag (Flechsig - Geschichte/Zeitgeschichte) Gebundenes Buch – 1. April 2004

Mit 200 dramatischen Originalfotos, anschaulich informierendem Text und zahlreichen Kartenskizzen wird die vierzigjährige Epoche zu Anfang des letzten Jahrhunderts dokumentiert, in der die größten Seeschlachten der Weltgeschichte stattfanden mit einem nie zuvor gekannten Einsatz an Material und Menschenleben. Zu den ausführlich geschilderten Ereignissen gehören unter anderem Tsushima 1905, Helgoland und Falklandinseln 1914, Doggerbank 1915, Skagerrak 1916, La Plata 1939, Midway 1942 und Philippinen-See 1944.

Hier klicken!

 

 

Der Seekrieg 1914-1918: Die Kaiserliche Marine im Ersten Weltkrieg

Der Seekrieg 1914-1918: Die Kaiserliche Marine im Ersten Weltkrieg Gebundenes Buch – 1. März 2016

Den Seekrieg von 1914 bis 1918 schildern die renommierten Marinehistoriker Jann M. Witt und Christian Jentzsch in diesem Titel auf Basis aktueller Forschungsergebnisse. Denn der Erste Weltkrieg wurde nicht nur an Land geführt. Es war ebenso ein Krieg zur See; von der Ostsee bis Ostasien kämpften deutsche Kriegsschiffe. Die Autoren spannen den Bogen von den anfänglichen Erfolgen der Kaiserlichen Marine - wie der Versenkung eines britischen Geschwaders bei Coronel vor der Küste Chiles 1914 - über die in Deutschland als Sieg gefeierte Skagerrakschlacht 1916 bis zu der durch meuternde Matrosen ausgelösten Novemberrevolution 1918. Am Ende steht die Selbstversenkung der deutschen Flotte in Scapa Flow 1919. Zahlreiche, teilweise bislang unveröffentlichte Bilder und Karten runden diesen Band ab.

Hier klicken!

 

 

U-Boote und Kriegschiffe - Die Kriegsmarine von der Antike bis heute

U-Boote und Kriegschiffe - Die Kriegsmarine von der Antike bis heute Gebundenes Buch – 4. September 2012

Bereits 3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung segelten ägyptische Schiffe mit bis zu 120 Mann Besatzung über das Rote Meer zur Halbinsel Sinai. „Wir flogen vor dem Wind dahin …“, so poetisch erinnert sich ein Seefahrer aus dieser Zeit an die Seefahrt. Doch die Seefahrer des Altertums entdeckten schnell, dass Segelschiffe vor allem die Vormachtstellung an den Küsten garantieren konnten, und bald bezog man in die Kriegsführung auch die Schiffe ein. Der Bericht einer ersten Seeschlacht stammt aus dem Jahr 1190 v. Chr., als sich Pharao Ramses III. gegen Verbände von Seeräubern erwehren musste. Perikles, der listenreiche Staatsmann aus der griechischen Antike im 5. Jahrhundert v. Chr. Vernichtete schließlich in der Seeschlacht von Salamis die persische Seeflotte. Seit dieser Zeit hat sich das Bild von der weltweit operierenden Kriegsflotte und deren Verwendung drastisch verändert. Bogen, Pfeil, Lanzen und Schwerter machten immer grösser werdenden Geschützen Platz. Diese wurden dann wiederum durch seegestützte Flugzeuge und Marschflugkörper ersetzt. Heutzutage gibt es eine Fülle verschiedenster spezialisierter Kriegsschiffe und U-Boote, deren Ursprung dennoch die antiken Ruderkriegsschiffe der Mittelmeerstaaten waren. Das vorliegende Buch führt den Leser durch die Geschichte der Entwicklung der Kriegsschiffe und U-Boote vom Altertum bis heute, in eine Zeit, in der die Ingenieure der modernen Schlachtschiffe immer stärker auf die Stealth-Technologie zurückgreifen. Ein leicht verständlicher Text, Tabellen und viele teils farbige Bilder und Grafiken unterstützen die Informationen über die Entwicklung dieser Technik.

Hier klicken!

 

 

Die kaiserliche Marine im Ersten Weltkrieg: Von Wilhelmshaven nach Scapa Flow

Die kaiserliche Marine im Ersten Weltkrieg: Von Wilhelmshaven nach Scapa Flow Gebundenes Buch – 16. Oktober 2013

Begünstigt durch die imperialen Bestrebungen von Wilhelm II. entwickelte sich die Kaiserliche Marine ab 1900 zu einer der modernsten Kriegsflotten weltweit. 1914 wähnte sie sich mit der britischen Royal Navy auf Augenhöhe. Dieser Text-Bildband analysiert Stärken und Schwächen der kaiserlichen Flotte und ihrer Gegner im Ersten Weltkrieg. Mit exklusiven Schwarz-Weiß-Fotos und farbigen Darstellungen ausgewählter Memorabilien.

Hier klicken!

 

 

 

 

 

This post is also available in: enEnglish (Englisch) frFrançais (Französisch) itItaliano (Italienisch) zh-hans简体中文 (Vereinfachtes Chinesisch) ruРусский (Russisch)


Kommentare sind deaktiviert.

error: Content is protected !!