Waffenträger Mk.I

Der Waffenträger Mk.I war eine Entwicklung, die aus den Erkenntnissen der ersten Mark I Panzer Einsätzen stammte und zu der ersten Selbstfahrlafette der Welt führte.

 

Entwicklung und Einsatz:

Am 15. September 1916 wurden in der  Schlacht an der Somme bei Flers die ersten Mark I Panzer auf britischer Seite eingesetzt. Nach dem Einsatz kam das Oberkommando zu der Erkenntnis, dass die Artillerie bei einem Panzerangriff nicht in der Lage sein würde, schnell genug aufzuschließen und somit den Panzern und der nachfolgenden Infanterie Deckung geben könnte. Der Auf und Abbau der Geschütze dauerte einfach zu lange oder die kleineren Geschütze hatten nicht genug Feuerkraft.

Der britische Ingenieur Major Gregg, der zu dieser Zeit bereits die Produktion des Panzers Mark I begleitete, entwickelte daraufhin ein Konzept, ein Artillerie Geschütz auf das Chassis eines Mark I Panzers zu setzen und somit eine mobile Artillerie herzustellen.

Das Konzept sah vor, zunächst das Chassis des Mark I Panzern flacher zu gestalten, dafür wurde der Mannschaftsraum mit dem Motorraum vollständig entfernt. Der Motor und das Getriebe am Heck wurden nachträglich ummantelt damit diese geschützt waren, die Besatzung hingegen wurde auf der Plattform untergebracht. Zu dieser zählte neben dem Kommandanten ein Fahrer, zwei Schützen und zwei Mechaniker.

Am Am 5. Juli 1916 wurde von dem britischen Oberkommando nach der Vorstellung des Konzeptes der Bau eines Prototypen gefordert. Dieser wurde am 3. März 1917 auf dem Tank Trials Day vorgestellt und getestet. Das Oberkommando zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden und erteilte daraufhin einen Auftrag über 50 Fahrzeuge und klassifizierte diese als Waffenträger Mk.I.

Ende 1917 wurden 48 der 50 Waffenträger Mk.I mit je 24 Fahrzeugen in den beiden Gun Carrier Companies eingeteilt. Da zu diesem Zeitpunkt jedoch kein Durchbruch durch die deutschen Linien zu erwarten war und die Waffenträger damit nicht zu verwenden waren, wurden diese kurzerhand in Transporter und Truppentransporter umfunktioniert und eingesetzt. Damit wurde aus keinem der Waffenträger je ein Schuss abgefeuert.

In der Nacht vom 6. auf den 7. August 1918 kam es in der Nähe der Stadt Villers Bretonneux zu einem Unfall, wobei 16 von den 22 eingesetzten Mk.I des australischen Korps bei einer Explosion der Munition zerstört wurden. Die übrigen 34 Mk.I überstanden den ersten Weltkrieg, wurden im Anschluss jedoch verschrottet.

 

Waffenträger Mk.I

 

Waffenträger Mk.I

 

Waffenträger Mk.I

 

Waffenträger Mk.I in der späteren Transporter Version

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Waffenträger Mk.I
Land: Großbritannien
Länge: 9,75 Meter
Breite: 2,41 Meter
Höhe: 2,3 Meter
Gewicht: 28,45 Tonnen
Höchstgeschwindigkeit: 6 km/h
Panzerung: bis 8mm
Hauptbewaffnung: 1 x BL 60-Pfünder (5-Zoll / 127 mm) Geschütz
Antrieb: Foster-Daimler Benzinmotor mit 105 PS
Reichweite: 37,8 Kilometer
Besatzung: 4 Mann

 

 

Waffenträger Mk.I

 

Waffenträger Mk.I in der späteren Transporter Version

 

 

 

 

 

Passende Literatur zum Thema findet Ihr hier:

 

Panzerkampfwagen: im Ersten Weltkrieg (Typenkompass)

Panzerkampfwagen: im Ersten Weltkrieg (Typenkompass) Taschenbuch – 30. März 2017

Der Tank – Panzer – schien im Ersten Weltkrieg die Lösung zu sein für Probleme, mit denen sich jede kriegsführende Nation herumschlug. Diejenigen mit einer leistungsfähigen Industrie, allen voran Engländer und Franzosen, entwickelten Panzer, nur die Deutschen standen abseits und begannen viel zu spät, sich darüber Gedanken zu machen: Als der Krieg endete, hatte des Kaisers Armee nicht mehr als 20 eigene Panzerfahrzeuge zur Verfügung (und nicht wenige Beutefahrzeuge, die viel besser und geeigneter waren). Wolfgang Fleischer stellt in diesem Typenkompass die gepanzerten Rad- und Kettenfahrzeuge aller Nationen bis 1918 vor.

Hier klicken!

 

 

Panzerkampfwagen: Technik, Tanks und Taktik im Ersten Weltkrieg

Panzerkampfwagen: Technik, Tanks und Taktik im Ersten Weltkrieg Gebundenes Buch – 28. April 2015

Ausgeklügelte, mit Stacheldrahtverhauen und von Maschinengewehr-Nestern beschützte Verteidigungsstellungen bereiteten im Ersten Weltkrieg den Infanterien aller Armeen scheinbar unlösbare Probleme. Als die ersten Panzerwagen unter ihrem Tarnnamen »Tank« 1916 von den Briten in der Somme-Schlacht eingesetzt wurden, um den Stellungskrieg zu überwinden, bedeutete dies eine Revolution für die zukünftige Kriegsführung. Wolfgang Fleischer beschreibt in diesem Band die von viel Skepsis und technischen Problemen begleitete Entwicklung der weltweit ersten Panzerkampfwagen aller Nationen.

Hier klicken!

 

 

Militärtechnik des Ersten Weltkriegs: Entwicklung, Einsatz, Konsequenzen

Militärtechnik des Ersten Weltkriegs: Entwicklung, Einsatz, Konsequenzen Gebundenes Buch – 27. August 2014

Wie jeder Krieg wartete auch der Erste Weltkrieg mit einer Fülle an technischen Erfindungen auf, die nur ein Ziel kannten: Dem Gegner möglichst viel Schaden zuzufügen. Nie zuvor forderte der Einsatz neuer Technologien einen dermaßen hohen Blutzoll, niemals zuvor war die physische Vernichtung der Gegenseite so im Bereich des Möglichen. Wolfgang Fleischer dokumentiert in dieser Dokumentation akribisch die gesamte Waffentechnik, die von den Mittelmächten und ihren Gegnern eingesetzt wurde, egal ob Maschinengewehre, Artilleriegeschütze, Giftgas, erste gepanzerte Kampfwagen, Flugzeuge oder U-Boote.

Hier klicken!

 

 

 

 

 

This post is also available in: enEnglish (Englisch)frFrançais (Französisch)itItaliano (Italienisch)zh-hans简体中文 (Vereinfachtes Chinesisch)ruРусский (Russisch)esEspañol (Spanisch)arالعربية (Arabisch)

Kommentare sind deaktiviert.

error: Content is protected !!