Linienschiff SMS Lothringen

Das Linienschiff SMS Lothringen gehörte zur Braunschweig-Klasse und war eines der ersten Schiffe der kaiserlichen Marine, welches mit den neuen 28 cm SK L/40-Geschütze ausgestattet war. Auch die mittlere Artillerie wurde erstmals mit Geschützen vom Typ 17 cm SK L/40 ausgestattet.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Kiellegung der Lothringen erfolgte am 1. Dezember 1902 als Einheitslinienschiff der Braunschweig-Klasse. Die 5 aufgesetzten Schiffe sollten die älteren Schiffe der Wittelsbach-Klasse ablösen und waren im Gegensatz zu denen wegen der neuen Bewaffnung deutlich schwerer.

Erstmals wurden die von der Firma Krupp entwickelten 28 cm SK L/40-Geschütze in Doppeltürmen an Bug und Heck auf Schiffen eingesetzt. Die mittlere Artillerie bekam ebenfalls erstmals Geschütze vom Typ 17 cm SK L/40. Damit gehörten die Schiffe der Braunschweig-Klasse zu den am stärksten bewaffneten der kaiserlichen Marine in der Zeit.

Der Stapellauf erfolgte am 27. Mai 1904, die Indienststellung am 18. Mai 1906.

 

Aufriss der SMS Lothringen

 

 

 

Werdegang der SMS Lothringen:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde die SMS Lothringen dem II. Geschwader der Hochseeflotte zugeteilt und bis Juli 1914 waren die überwiegenden Aufgaben in Manövern, Ausbildung und Auslandsreisen unterteilt. Durch das Alter und den schnellen technischen Fortschritt, galten die Schiffe der Braunschweig-Klasse im Jahre 1914 bereits als veraltet. Die Lothringen sollte ursprünglich am 17. August 1914 außer Dienst gestellt werden, durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges verblieb das Schiff jedoch weiter in der kaiserlichen Marine.

 

SMS Lothringen

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde die SMS Lothringen für den Küstenschutz in der Nordsee eingesetzt. Am 18. März 1916 wurde das Schiff außer Dienst gestellt, da es, wie seine Schwesterschiffe, über einen unzureichenden Unterwasserschutz sowie über Feuerkraft verfügte.

Die schwere Artillerie wurde anschließend demontiert und fand Verwendung als Geschütz überwiegend an der Westfront. Von Juli 1916 bis zum September 1917 erfolgte die Verwendung als Bewachungsschiff für die Ostsee Eingänge, anschließend lief das Schiff in Wilhelmshaven ein und wurde nur noch Exerzier- und Maschinenschulschiff genutzt.

Nach der Kapitulation des deutschen Kaiserreich gehörte die Lothringen zu den wenigen Schiffen, die Deutschland nach den Bestimmungen des Waffenstillstandes verblieben und als Grundstock für die neue Reichsmarine eingesetzt werden konnte.

 

 

Verbleib:

Anfang 1919 begann die Marineführung die SMS Lothringen als Mutterschiff für flachgehende Minensuchboote umzubauen um bis zu 14 der Boote aufnehmen zu können. Bereits am 2. März 1920 jedoch wurde das Schiff wieder außer Dienst gestellt und der Reserveflotte zugeteilt.

Am 31. März 1931 erfolgte dann die endgültige Streichung aus der Liste der Kriegsschiffe und die anschließende Verschrottung.

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Lothringen

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Linienschiff

Klasse:  

Braunschweig-Klasse

Bauwerft:  

Schichau-Werke in Danzig

Baukosten:  

23.801.000 Mark

Stapellauf:  

27. Mai 1904

Indienststellung:  

18. Mai 1906

Verbleib:  

Am 31. März 1931 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und verschrottet

Länge:  

127,7 Meter

Breite:  

22,2 Meter

Tiefgang:  

Max. 8,16 Meter

Verdrängung:  

Max. 14.394 Tonnen

Besatzung:  

743 Mann

Antrieb:  

14 kohle-/ölgefeuerte Dampfkessel
3 stehende 3-Zylinder-
Dreifachexpansions-Dampfmaschinen

Leistung:  

16.000 PSi

Höchstgeschwindigkeit:  

18,7 kn

Bewaffnung:  

4 × 28 cm Schnellfeuergeschütz L/40
in 2 Doppeltürmen

14 × 17 cm Schnellfeuergeschütz L/40
in Kasematten

18 × 8,8 cm Schnellfeuergeschütz L/35

6 × Torpedorohr 45 cm

 

Panzerung:  

Gürtel: 225 mm
Türme: 250 mm
Zitadelle: 140 mm
Deck: 40 mm
Böschung: 75 mm

 

 

 

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