Bristol Scout

Der Bristol Scout war ein einsitziger Doppeldecker, der ursprünglich als Rennflugzeug konzipiert war, nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges jedoch dem Royal Flying Corps als auch dem Royal Naval Air Service als Aufklärer diente.

 

Entwicklung und Konstruktion:

In der zweiten Hälfte des Jahres 1913 entwickelten die Konstrukteure der Firma Bristol Frank Barnwell und Harry Busteed aus dem unfertigen Flugzeug für Italien einen Prototyp unter der Werknummer SN.183. Der kleine und leichte Doppeldecker sollte später bei Flugwettbewerben und Shows teilnehmen.

Die Konstruktion bestand aus gestaffelten Parallelflügeln und der Rumpf mit rechteckigem Querschnitt war eine orthodoxe Holzkonstruktion aus Esche und Fichte, wobei der vordere Teil mit Aluminiumblech und der hintere Teil mit Stoff bezogen war.

Ausgestattet war das Flugzeug mit einem 80 PS starken Gnome Lambda-Kreiskolbenmotor.

Der erste Flug des Prototypen fand am 23. Februar 1914 in Larkhill. Im März 1914 wurde es dann auf der Aero Show in London vorgestellt. Nach einigen weiteren Testflügen wurden größere Flügel und Ruder angebracht sowie die Abdeckung des Motors verändert. Zur gleichen Zeit entstanden im Bristol Werk zwei weitere Prototypen, von dem einer ohne Motor an den Lord Carbery verkauft wurde. Er lies einen 80 PS Le-Rhône 9C-Achtzylinder Rotationsmotor einbauen und meldete das Flugzeug für den 20. Juni zu einem Rennen von London nach Manchester an. Nach einigen Reparationen und Verbesserungen, wurde das Flugzeug ebenfalls für ein Rennen von London nach Paris zurück nach London angemeldet. Dieses fand am 11. Juli statt. Da das Flugzeug in Frankreich jedoch nicht vollständig betankt wurde, musste Lord Carbery im Ärmelkanal in der Nähe eines Schiffes Notlanden. Er selbst konnte gerettet werden, das Flugzeug hingegen versank.

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden diese, rückwirkend als Scout A und Scout B bezeichneten Flugzeug Typen vom britischen Verteidigungsministerium beschlagnahmt und dem Royal Flying Corps in Frankreich zugeteilt.

Als sich die Flugzeuge dort bewährt hatten, vergab das RFC weitere Aufträge zum Bau der Flugzeuge. Für diese, als Scout C klassifizierter Typ, wurden noch einige Veränderungen vorgenommen. So wurde die Verkleidung durch eine mit einer kleinen frontalen Öffnung und ohne Versteifungsrippen ersetzt und die vordere Abdeckung des Piloten wurde für eine bessere Sicht herabgesenkt.

 

 

Bristol Scout Prototyp

 

Bristol Scout B

 

Bristol Scout C

 

Bristol Scout D

 

 

 

 

 

Einsatz im ersten Weltkrieg:

Von der verbesserten Scout C Version gelangten vom November 1914 bis zum März 1915 139 Stück an die Westfront. Die Flugzeuge mit den Nummern 1609 und 1611 wurden von Captain Lanoe Hawker erstmals mit Waffen ausgerüstet. Seitlich am Rumpf lies er ein Lewis Maschinengewehr montieren und konnte mit diesem am 25. Juli 1915 erstmals zwei deutsche Flugzeuge abschießen und ein weiteres zur Landung zwingen. Nach diesem Einsatz wurde Hawker als erster britischer Pilot mit dem Victoria-Kreuz ausgezeichnet.

Weitere Scout C Flugzeuge wurden sowohl bei dem Royal Flying Corps als auch dem Royal Naval Air Service mit Maschinengewehren ausgerüstet. Diese wurden teilweise unter dem Rumpf oder auf der Motorabdeckung angebracht. Einige der Flugzeuge erhielten zudem Fliegerpfeile oder Kleinbomben.

Im November 1915 wurde die Scout D Version an die Fronten ausgeliefert. Diese Version hatte geänderte Kühlungs- und Tanksysteme, andere Motoraufhängungen, modifizierte Verstrebungen und teilweise größere Heckruder. Einige der Flugzeuge waren zudem mit synchronisierten Vickers Maschinengewehren ausgestattet.

Eingesetzt wurden die Flugzeuge neben der Westfront auch in Mazedonien und in Ägypten. Ab dem Mai 1916 wurden diese zum größten Teil durch neuere Flugzeuge ersetzt. Anfang 1917 wurde das letzte Flugzeug abgezogen und diente als Schulungsflugzeug.

Insgesamt wurden 374 Flugzeuge der Versionen A, B, C und D gebaut.

 

 

Bristol Scout D mit zwei seitlich montierten Maschinengewehren

 

Bristol Scout mit einem synchronisiertem Vickers Maschinengewehr

 

 

 

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Bristol Scout
Land: Großbritannien
Typ: Aufklärungsflugzeug, Jagdflugzeug
Länge: 6,02 Meter
Spannweite: 8,33 Meter
Höhe: 2,59 Meter
Gewicht: 345 kg leer
Besatzung: Max. 1
Motor: Ein luftgekühlter Umlaufmotor Clerget oder Le Rhône mit 80 PS
Höchstgeschwindigkeit: 138 km/h
Reichweite: Max. 2 Stunden
Bewaffnung: Ein 7,7-mm Lewis oder Vickers Maschinengewehr

 

 

 

 

 

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