Geschützter Kreuzer HMS Hermes

Der geschützte Kreuzer HMS Hermes gehörte der Highflyer-Klasse an, die aus drei Schiffen bestand und wurde als erster Versuchs-Seeflugzeugträger der Royal Navy vor dem ersten Weltkrieg umgebaut.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Schiffe der Highflyer-Klasse orientierten sich an der Eclipse-Klasse und waren in der Grundkonstruktion fast identisch, jedoch sollten bei diesen Kreuzern die Bewaffnung und die Antriebsanlage einheitlich sein und nicht mehr gemischt.

Hierfür wurde als Hauptbewaffnung elf 6-Zoll Geschütze ausgewählt und für die Antriebsanlage Wasserrohrkessel, was nicht nur Gewicht einsparte sondern die Schiffe auch schneller als die der Eclipse-Klasse machte.

Der Stapellauf der HMS Hermes erfolgte am 7. April 1898, die Indienststellung am 5. Oktober 1899.

 

 

HMS Hermes

 

HMS Hermes

 

Zwei Geschütze am Heck der HMS Hermes

 

 

 

 

 

Werdegang der HMS Hermes:

Nach der Indienststellung wurde die HMS Hermes der North America and West Indies Station zugeteilt. Nach dem Verlassen von Las Palmas am 10. Dezember 1899 Richtung Bermudas begannen die Probleme mit den Kesseln der Antriebsanlage. Das führte dazu, dass das Schiff über längere Strecken von anderen britischen Schiffen abgeschleppt werden musste, da es von selbst nicht mehr fahren konnte.

Nach mehreren notdürftigen Reparationen erfolgte bis 1903 auf der Harland & Wolff Werft in Belfast eine grundlegende Überholung, wobei die bisher verwendeten Kessel der Marke Belleville durch Babcock-Kessel ersetzt wurden.

Ab August 1903 konnte das Schiff wieder mit der Kanal Flotte an Manövern und Rundreisen teilnehmen.

Nach dem Dienst als Flaggschiff der East Indies Station von 1905 bis 1907 erfolgte der Dienst im Kap-Geschwader in Südafrika bis Anfang 1913.

Ab dem Mai 1913 wurde für Versuchszwecke am Heck eine Plattform und ein Hangar zum Mitführen von Flugzeugen montiert. Im vorderen Bereich wurde ein Startdeck aufgebaut. Somit konnte das Schiff zwei Seeflugzeuge mitführen. Vorherige Versuche bei verschiedenen Linienschiffen waren wenig erfolgreich, da die Royal Navy jedoch schon früh den Wert von Marine Flugzeugen erkannte, wurde mit allen Mitteln versucht, Schiffe als Träger für See und Wasserflugzeuge nutzbar zu machen. Die HMS Hermes erhielt am 17. Juli 1913 zwei Short S. 64 / Admiralty Type 81 Flugzeuge mit denen am 21. Juli 1913 die ersten erfolgreichen Aufklärungsflüge durchgeführt werden konnten.

Die durch die Versuche gewonnenen Erkenntnisse dienten unter anderem später beim Bau des Seeflugzeugträger HMS Ark Royal.

Die Versuche endeten im Dezember 1913, das Schiff wurde wieder als geschützter Kreuzer umgebaut und der Reserve zugeteilt.

 

 

Ein Short Folder Seeflugzeug wird an Bord genommen

 

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Als der erste Weltkrieg ausbrach wurde die HMS Hermes reaktiviert und wieder als Träger für Aufklärungsflugzeuge umgebaut, womit das Schiff erst am 31. August 1914 der Royal Navy übergeben werden konnte.

Sie wurde direkt dem Nore Command unterstellt und als Transporter für Flugzeuge von Großbritannien nach Frankreich eingesetzt.

 

 

 

Verbleib:

Nach dem Abladen von Flugzeugen in Dünkirchen verließ die HMS Hermes am 31. Oktober 1914 den Hafen Richtung Großbritannien. Kurz nach dem Auslaufen erhielt das Schiff noch einen Befehl zur Rückkehr, da in dem Bereich ein deutsches U-Boot gesichtet wurde.

Bevor das Schiff jedoch wenden und zurück fahren konnte, wurde es bereits von dem deutschen U-Boot U-27 torpediert und sank. 22 Besatzungsmitglieder starben bei dem Angriff.

 

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Hermes

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Geschützter Kreuzer

Klasse:  

Highflyer-Klasse

Bauwerft:  

Fairfield Shipbuilding and Engineering Company, Govan

Baukosten:  

rund 300.000 britische Pfund Sterling

Stapellauf:  

7. April 1898

Indienststellung:  

5. Oktober 1899

Verbleib:  

Am 31. Oktober 1914 durch das deutsche U-Boot U-27 versenkt

Länge:  

113,5 Meter

Breite:  

16,5 Meter

Tiefgang:  

6,7 Meter

Verdrängung:  

Max. 5.600 Tonnen

Besatzung:  

450 Mann

Antrieb:  

18 Belleville-Kessel
(ab 1903 Babcock-Kessel)

2 Vierzylinder Dreifach-Expansionsmaschinen

Leistung:  

10.500 ihp (PSi)

Höchstgeschwindigkeit:  

20,5 kn

 

Bewaffnung:

 

11 x 152 mm Mk.III Geschütze

9 x 76-mm QF 12 Pfünder 12 cwt naval gun

6 x 47-mm 3 Pfünder Geschütze

2 x 45-cm Torpedorohre unter Wasser

Panzerung:  

Panzerdeck 76 – 127 mm

Kommandostand 152 mm

 

 

 

 

 

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