Großlinienschiff SMS Helgoland

Das Großlinienschiff SMS Helgoland gehörte der gleichnamigen Schiffsklasse an und war das erste Kriegsschiff in der kaiserliche Marine, dessen Hauptbewaffnung erstmals 30,5-cm betrug. Sie gehörte zu den modernsten Kriegsschiffen der Marine, wurde aber wie der größte Teil der Flotte überwiegend defensive eingesetzt.

 

Stapellauf und Bauform:

Zwischen 1907 und 1908 wurden Entwürfe vorgelegt, ältere Panzerschiffe gegen moderne Großlinienschiffe auszutauschen, die von der Kalibergröße denen der britischen Schiffe zumindest ebenbürtig erschienen. Dazu zählte die Helgoland-Klasse mit der insgesamt 4 Schiffe geplant waren. Im Gegensatz zu den britischen Schiffen wurde bei der Helgoland-Klasse großer Wert auf die Panzerung gelegt, die denen der anderen Schiffe stärker ausgeprägt war.

Zu der Zeit der Schiffsplanung war den Konstrukteuren zwar bereits das Prinzip der überfeuernde Aufstellung von Geschütztürmen bekannt, bei der Helgoland-Klasse wurde jedoch die Hauptartillerie auf 6 Doppeltürme aufgeteilt, wobei jeweils 1 Turm auf der Mittschiffslinie und jeweils 2 Türme an Backbord und Steuerbord standen.

Der Stapellauf der SMS Helgoland erfolgte am 25. September 1909, die Indienststellung am 23. August 1911.

 

SMS Helgoland

 

Großlinienschiff SMS Helgoland im Dock

 

 

 

Werdegang der SMS Helgoland:

Zu der Zeit der Indienststellung herrschten zwischen dem deutschen Kaiserreich, Frankreich und Großbritannien aufgrund der Marokkokrise politische Spannungen. Um die Lage, besonders durch das Flottenwettrüsten mit Großbritannien, nicht noch weiter zu verschärfen, wurde die Indienststellung des Schiffes zunächst geheim gehalten. Erst nachdem die Krise diplomatisch gelöst wurde, wurde das Schiff offiziell in dienst gestellt.

Nach Abschluss der Erprobungsfahrten wurde die Helgoland dem I. Geschwader zugeteilt. Weitere Übungen in der Nord- und Ostsee fanden in den Jahren 1912 bis 1914 statt.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges beteiligte sich das Schiff an mehreren Operationen in der Ostsee gegen die russische Flotte. Im Mai 1916 erfolgte die Verlegung in die Nordsee, wo die Helgoland in der Nacht vom 31. Mai auf 1. Juni 1916 an der Seeschlacht vor dem Skagerrak teilnahm. Zwar bekam das Schiff auf dem Vorschiff einen Treffer, Verletzte oder Tote gab es jedoch nicht. Vom 3. bis zum 16. Juni wurde der Schaden Repariert.

Im weiteren Verlauf des Jahres 1916 war die Helgoland mit Sicherungsaufgaben in der Nordsee betraut. Es erfolgten noch einige Vorstöße, die jedoch ohne Feindkontakt blieben.

Im April 1917 lag die Helgoland zur Überholung in der Werft. Im Oktober wurden bei der Amrumbank die Minenkreuzer SMS Brummer und SMS Bremse zurück begleitet, die von einer Minenoperation zurückkehrten.

1918 war das Schiff überwiegend für Sicherungsaufgaben eingeteilt. An der großen Entscheidungsschlacht, die von der Marineführung Ende Oktober 1918 angesetzt war, sollte auch die Helgoland teilnehmen. Vor dem geplantem Auslaufen am 30. Oktober 1918 kam es jedoch neben der SMS Thüringen auch auf der Helgoland zu Meutereien der Mannschaft. Zwar wurden diese schnell niedergeschlagen, die gesamte Operation jedoch abgesagt und die Schiffe in ihre jeweiligen Heimathäfen beordert.

 

 

 

Verbleib:

Nach der Kapitulation wurde die Helgoland am 16. Dezember außer Dienst gestellt. Da das Schiff für die Siegermächte bereits als veraltet galt, musste die Helgoland auch nicht wie die meisten anderen Schiffen in Scapa Flow interniert werden. Erst mit den Bestimmungen des Versailler Vertrages mussten auch, bis auf wenige Ausnahmen, die restlichen Großkampfschiffe ausgeliefert werden.

Die Helgoland wurde daher am 5. November 1919 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und am 5. August 1920 an Großbritannien ausgeliefert. Die Briten versuchten anschließend einige Tests mit dem Schiff durch bis sie es 1924 verkauften und es verschrottet wurde.

 

Siegelmarke der SMS Helgoland

 

 

 

Kommandanten:

23. August bis September 1911 Kapitän zur See Friedrich Gädeke
September 1911 bis September 1913 Kapitän zur See Gottfried Freiherr von Dalwigk zu Lichtenfels
Oktober 1913 bis Oktober 1915 Kapitän zur See Ulrich Lübbert
Oktober 1915 bis August 1918 Kapitän zur See Friedrich von Kameke
August bis September 1918 Kapitän zur See Eberhard Heydel
September bis 16. Dezember 1918 Kapitän zur See Gustav Luppe

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Helgoland

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Großlinienschiff

Klasse:  

Helgoland-Klasse

Bauwerft:  

Howaldtswerke, Kiel

Baukosten:  

46.196.000 Mark

Stapellauf:  

25. September 1909

Indienststellung:  

23. August 1911

Verbleib:  

An Großbritannien ausgeliefert und ab 1924 verschrottet

Länge:  

167,2 Meter

Breite:  

28,5 Meter

Tiefgang:  

Max. 8,94 Meter

Verdrängung:  

Max. 24.700 Tonnen

Besatzung:  

1.113 Mann

Antrieb:  

15 Marinekessel
3 x 4-Zylinder-Verbundmaschinen

Leistung:  

31.258 PS (22.990 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

20,8 kn (39 km/h)

Bewaffnung:  

12 × 30,5 cm L/50 Schnellfeuergeschütz (1.020 Schuss)

14 × 15 cm L/45 Schnellfeuergeschütz (2.100 Schuss)

14 × 8,8 cm L/45 Schnellfeuergeschütz (davon 2 Flak, 2.800 Schuss)

6 × Torpedorohr ∅ 50 cm
(4 Seiten, 1 Bug, 1 Heck unter Wasser, 16 Schuss)

 

Panzerung:  

Wasserlinie: 120–300 mm
Deck: 55–80 mm
Torpedoschott: 30 mm
Türme: 100–300 mm
Kasematten: 170 mm
vorderer Leitstand: 100–400 mm
achterer Leitstand: 50–200 mm

 

 

 

 

 

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