Kleiner Kreuzer SMS Königsberg

Der kleine Kreuzer SMS Königsberg gehörte der gleichnamigen Schiffsklasse an, die aus insgesamt 4 Schiffen bestand und überwiegend für die deutschen Kolonien in Ostafrika gebaut wurden. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges konnte die Königsberg ein 3/4 Jahr lang große britische Kräfte ohne ein wirkliches Seegefecht binden.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Entwicklung der Schiffe der Königsberg-Klasse gehen aus den Erfahrungen der Bremen-Klasse zurück. Mit der Entwicklung wurde bereits ab 1903 begonnen, wobei die Schiffe dieser Klasse noch zu den letzten Schiffen der kaiserlichen Marine gehören die einen Rammbug hatten.

Der Stapellauf der SMS Königsberg erfolgte am 12. Dezember 1905, die Indienststellung am 6. April 1907.

 

SMS Königsberg

 

 

 

Werdegang der SMS Königsberg:

Bereits während den Probefahrten wurde das Schiff als Begleitschiff für die kaiserliche Yacht Hohenzollern eingesetzt. Nach den abgeschlossenen Erprobungsfahrten folgten Reisen nach Großbritannien, den Niederlanden und Schweden um eine Abordnung des Seeoffizierkorps zu den Beisetzungsfeierlichkeiten des schwedischen Königs Oskar II. nach Malmö zu bringen.

In den folgenden Jahren war die Königsberg ebenfalls überwiegend an Auslandsfahrten beteiligt oder als Begleitschiff für die kaiserliche Yacht eingesetzt.

Am 10. Juni 1911 wurde das Schiff durch die SMS Kolberg ersetzt und am 14. Juni außer Dienst gestellt. In der Zeit vom 22. Januar bis zum 19. Juni 1913 erfolgte der kurzzeitige Einsatz als Ersatzschiff des kleinen Kreuzers SMS Mainz, da dieser für eine längere Reparatur ausfiel.

Anfang April 1914 kam dann für die Königsberg der Befehl, die deutschen Kolonien in Ostafrika zu verstärken. Am 28. April lief das Schiff aus Wilhelmshaven aus und fuhr über Almería, Cagliari, Neapel und Mersin bis es am 6. Juni 1914 Daressalam erreichte.

Während der Monate Juni und Juli wurde mit der Besatzung Übungen durchgeführt. Am 31. Juli 1914 erging an das Schiff der Befehl Daressalam wegen des drohenden Krieges zu verlassen um nicht im Hafen eingekesselt zu werden.

 

Die kaiserliche Jacht Hohenzollern 1907 mit dem Begleitkreuzer SMS Königsberg und SMS Sleipner auf Nordlandreise

 

SMS Königsberg

 

SMS Königsberg

 

SMS Königsberg

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Bereits kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen entdeckte die Königsberg das britische Kap-Geschwader bestehend aus 3 Kreuzern. Diese begannen das deutsche Schiff zu verfolgen, da jedoch noch kein Kriegszustand zwischen den Ländern herrschte, eröffnete keine Seite das Feuer. Durch einen schnellen Zick-Zack Kurs lies die Königsberg den Eindruck entstehen, nach Süden laufen zu wollen. Als das Schiff außer Reichweite der britischen Schiffe war, wendete es und fuhr nach Norden.

Am 6. August konnte die Königsberg den britischen Frachter City of Winchester aufbringen, da zu diesem Zeitpunkt nun auch zwischen dem Kaiserreich und Großbritannien Krieg herrschte. Anschließend kam es zu einer Zusammenkunft mit mehreren deutschen Schiffen, darunter dem Reichspostdampfer Zieten und dem Hilfsschiff Somali, welches die Königsberg daraufhin begleitet.

Nachdem im Golf von Aden sowie vor der Stadt Majunga in Madagaskar keine anderen feindlichen Schiffe gefunden wurden, steuerte die Königsberg zusammen mit der Somali das Rufijidelta in Deutsch-Ostafrika an um die Kohlevorräte aufzustocken. Auf einer weiteren Fahrt konnte dann am 20. September 1914 im Hafen von Sansibar den, mit Maschinenschaden ankerne britische leichte Kreuzer Pegasus gesichtet werden. Nach rund 300 Schuss versenkte die SMS Königsberg das britische Schiff, musste anschließend jedoch wegen eigenen Schäden an der Maschinenanlage wieder die deutsche Kolonie anlaufen und fuhr in das weitverzweigte Delta des Flusses Rufiji ein, um nicht von britischen Schiffen entdeckt zu werden. In dem Delta konnte die Mannschaft die nötigen Reparaturen vornehmen, denn die Ersatzteile konnten über den Landweg zu dem Schiff gebracht werden. Die britische Marineführung indes hatte lange Zeit keinen Hinweis auf den Verbleib des deutschen Schiffes. Erst als im Hafen von Lindi das deutsche Handelsschiffe Präsident durchsucht wurde, fanden britische Soldaten eine Quittung über eine Kohlelieferung an die Königsberg und den Standort im Rufijidelta. Daraufhin wurden der leichte Kreuzer HMS Chatham und weitere moderne britische Kreuzer zum Delta gesandt um die Königsberg zu versenken.

Am 30. Oktober 1914 entdeckten die Briten die Königsberg, dessen Masten nicht gekürzt wurden und über die Bäume hinaus ragten. Bis zum 5. November trafen neben der HMS Chatham auch die HMS Weymouth und die HMS Dartmouth ein, die der Königsberg an Schlagkraft deutlich überlegen waren. In der Zwischenzeit feuerten bereits die vorhandenen britischen Schiffe auf die beiden deutschen Schiffe. Die Königsberg zog sich daraufhin weiter in das Delta zurück, die Somali erhielt jedoch einen Treffer in den Kohlevorräten und brannte aus.

Da die Briten weiterhin die Königsberg weder beschießen konnten, noch Annäherungen durch Fusssoldaten geglückt sind, entschloss sich die Marineleitung die zwei Monitore HMS Mersey und HMS Severn zum Rufijidelta schleppen zu lassen. Diese Monitore waren ursprünglich für den Amazonas gedacht, durch ihren geringen Tiefgang waren sie nun aber die ideale Waffe um an die SMS Königsberg heran zu kommen. Am 3. Juni 1915 erreichten die Monitore die vor dem Rufijidelta liegende und von britischen Truppen besetzte Insel Mafia. Dort wurden diese anschließend für den Angriff vorbereitet und ausgerüstet.

Der erste Angriff begann in den frühen Morgenstunden des 6. Juli 1915 als die beiden Monitore mit ihren Schleppern, 3 kleinen Walfänger zur Sicherung gegen Minen und den Kreuzer HMS Weymouth und HMS Pyramus in das Delta einfuhren. Unterwegs wurden die an den Ufer liegenden deutschen Truppen und Beobachtungsposten unter Beschuss genommen bis die Monitore knappe 9 Kilometer vor der Königsberg ankerten. Von dort aus versuchten diese das deutsche Schiff unter Beschuss zu nehmen. Zwar konnten die Monitore ein paar Treffer landen, die Schäden auf dem deutschen Schiff waren jedoch zu gering. Im Gegensatz dazu wurde die HMS Mersey schwer beschädigt und die Bugkanone fiel aus.

Am 11. Juli 1915 erfolgte der zweite Angriff, diesmal um die Mittagszeit. Im Gegensatz zu dem ersten Angriff lagen die beiden Monitore diesmal weiter auseinander und an anderen Positionen. Das erschwerte es den deutschen Beobachtungsposten die Zielweitergabe an das deutsche Schiff, so dass die Geschütze der Königsberg recht ungenau schossen. Die Position der HMS Severn erlaubte es dem Monitor, die Königsberg nun deutlich besser ins Visier zu nehmen und schwere Treffer zu landen.

 

SMS Königsberg

 

Geschützmannschaft der SMS Königsberg

 

Die Blockierung des Kleinen Kreuzers Königsberg im Rufiji-Fluss

 

 

 

Verbleib:

Nach mehreren schweren Treffern begann das Achterschiff der SMS Königsberg zu brennen. Gegen 13:40 Uhr war zudem die Munition aufgebraucht. Fregattenkapitän Max Looff befahl daher, das Schiff zu verlassen, die Geschützverschlüsse mitzunehmen und die Sprengung vorzubereiten. Im Vorschiff explodierten dann 2 Torpedoköpfe die ein Leck rissen, womit das Schiff langsam begann zu versinken.

Gegen 16:00 Uhr zogen die britischen Schiffe wieder ab.

Da das Schiff nicht vollständig sank, konnte die Mannschaft im Anschluss das noch brauchbare Material bergen und begab sich auf dem Landweg nach Daressalam, wo es sich zum größten Teil den deutschen Kolonie Truppen unter der Führung von General Paul von Lettow-Vorbeck anschlossen. Auch die Geschütze der Königsberg wurden ausgebaut und dienten noch einige Zeit den deutschen Truppen.

Das Wrack des Schiffes konnte noch einige Jahrzehnte lang bei Ebbe gesehen werden bis es schließlich vollständig im Schlick versank.

 

Wrack der SMS Königsberg

 

Wrack der SMS Königsberg

 

Wrack der SMS Königsberg

 

Wrack der SMS Königsberg

 

Wrack der SMS Königsberg

 

Wrack der SMS Königsberg

 

 

 

Kommandanten:

6. April 1907 bis 30. September 1908 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Otto Philipp
1. Oktober 1908 bis 30. November 1909 Fregattenkapitän Adolf Kloebe
1. Dezember 1909 bis September 1910 Fregattenkapitän / Kapitän zur See Adolf von Trotha
September 1910 bis 14. Juni 1911 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Paul Heinrich
22. Januar bis 19. Juni 1913 Fregattenkapitän Heinrich Retzmann
1. April 1914 bis 11. Juli 1915 Fregattenkapitän Max Looff

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Königsberg

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Kleiner Kreuzer

Klasse:  

Königsberg-Klasse

Bauwerft:  

Kaiserliche Werft, Kiel

Baukosten:  

5.407.000 Mark

Stapellauf:  

12. Dezember 1905

Indienststellung:  

6. April 1907

Verbleib:  

Am 11. Juli 1915 selbstversenkt

Länge:  

115,3 Meter

Breite:  

13,2 Meter

Tiefgang:  

Max. 5,29 Meter

Verdrängung:  

Max. 3.814 Tonnen

Besatzung:  

322 Mann

 

Antrieb:

 

11 Marinekessel
2 3-Zyl.-Verbundmaschinen

Leistung:  

13.918 PS (10.237 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

24,1 kn (45 km/h)

Bewaffnung:  

10 × Schnellfeuergeschütz 10,5 cm L/40 (1.500 Schuss)

10 × Mantelkanone 3,7 cm

2 × Torpedorohr ⌀ 45 cm (5 Schuss)

 

 

Panzerung:

 

Panzerdeck: 20–80 mm
Sülle: 100 mm
Kommandoturm: 20–100 mm
Schilde: 50 mm

 

 

 

 

 

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