Kleiner Kreuzer SMS Niobe

Der kleiner Kreuzer SMS Niobe gehörte der Gazelle-Klasse an, die um die Jahrhundertwende gebaut wurden. Die Niobe gehörte zu den wenigen Schiffen, die sowohl in dem ersten als auch dem zweiten Weltkrieg Dienst taten.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Entwürfe der Gazelle-Klasse entstanden 1895 und 1896 und waren die ersten modernen kleinen Kreuzer der kaiserlichen Marine. Da es sich bei den Schiffen um Vermehrungsbauten handelte, gab es keine Vorgänger Schiffe, die Erfahrungen für die Konstruktion ergingen daher aus der Meteor-Klasse. Bis zu der Kolberg-Klasse von 1910 ergingen alle bis dahin konstruierten kleinen Kreuzer aus den Erfahrungen und der Bauweise der Gazelle-Klasse.

Anders als bei Schiffen einer Klassen, wurden die Schiffe der Gazelle-Klasse in zwei Phasen geplant. Die erste Phase ging auf Entwürfen von 1895 und 1896, die zweite Phase auf Entwürfe von 1897 und 1900, wobei die zweite Reihe der Schiffe eine etwas größere Variante vorsah.

Der Stapellauf der SMS Niobe erfolgte am 18. Juli 1899, die Indienststellung am 25. Juni 1900.

 

SMS Niobe

 

SMS Niobe

 

 

 

Werdegang der SMS Niobe:

Nach der Indienststellung wurde das Schiff zunächst als als Flottillenschiff der I. T-Flottille zugeteilt. Ab Juni 1901 begleitete die Niobe die kaiserliche Yacht Hohenzollern auf dessen Reisen mit einer kurzen Unterbrechung, als die Mutter des deutschen Kaisers verstarb.

Ab 1902 diente der Kreuzer wieder in der I. T-Flottille bis Mitte 1903 der Verband der Aufklärungsschiffe neu geschaffen wurde und das Schiff dorthin versetzt wurde.

Am 28. September 1904 erfolgte die vorläufige außer Dienststellung mit anschließender 2 jähriger Grundüberholung.

Erst am 19. Juni 1906 wurde die SMS Niobe wieder in den aktiven Dienst zurück geholt und dem Ostasien Geschwader zugeteilt wo es das Schwesterschiff SMS Thetis ersetzte.

Am 31. Januar 1909 wurde das Schiff schließlich nach Deutschland zurück beordert, wo es am 21. März 1909 eintraf und am 31. März erneut außer Dienst gestellt wurde.

 

SMS Niobe

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges, wurde auch die SMS Niobe wieder in den Dienst zurück geholt. Aufgrund ihres Alters wurde es jedoch nur für den Küstenwachdienst eingeteilt. Ab September 1915 diente es anschließend nur noch als Büroschiff für verschiedene Kommandostellen der Marine.

Da das Schiff bereits zu Beginn des Krieges überaltert war, gehörte es nach den Bedingungen des Waffenstillstandes nicht zu den Schiffen die an die Siegermächte ausgeliefert werden mussten. Da die neue Reichsmarine ebenfalls keine Verwendung für das Schiff hatte wurde es am 3. Februar 1919 endgültig außer Dienst gestellt.

 

 

Verkauf an Jugoslawien:

Im Juni 1925 wurde die Niobe aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und die Waffen wurden ausgebaut. Als sogenanntes Bereisungsschiff wurde es anschließend nach Jugoslawien verkauft, wo es in Dalmacija umbenannt wurde und als Schulkreuzer diente.

 

Die umgebaute Dalmacija

 

Die umgebaute Dalmacija

 

 

 

Einsatz im zweiten Krieg:

Als während des zweiten Weltkrieges der Feldzug in Jugoslawien begann, fiel das Schiff den italienischen Streitkräften in die Hände die es unter dem Namen Cattaro in die italienische Marine eingliederten.

Als 1943 Italien von den Kommunisten übernommen, der Duce abgesetzt und die Allianz mit Deutschland gebrochen wurde, beschlagnahmte die Wehrmacht das Schiff und gliederte es mit ihrem alten Namen Niobe in die Kriegsmarine ein. Mit einer deutschen und kroatischen Besatzung führte das Schiff einige Operationen in der Adria durch.

 

 

Verbleib:

Während einer Operation in der Adria strandete das Schiff am 19. Dezember 1943 vor der Adriainsel Silba und wurde von seiner Besatzung aufgegeben. Am 22. Dezember 1943 entdeckten die zwei britischen Motortorpedoboote MTB 226 und MTB 228 das Schiff und versenkten es.

Das Wrack wurde 1949 gehoben und anschließend verschrottet.

 

 

Kommandanten:

 

25. Juni bis 22. August 1900 Korvettenkapitän Heinrich Bredow
11. April bis 26. Juni 1901 Korvettenkapitän Reinhard Scheer
27. Juni bis September 1901 Korvettenkapitän Joachim von Oriola
1. Oktober 1901 bis 1. April 1902 Kapitänleutnant Felix Schultz
1. April bis 2. Juli 1902 Korvettenkapitän Reinhard Scheer
2. Juli bis September 1902 Fregattenkapitän Carl Schönfelder
September 1902 bis April 1903 Korvettenkapitän Heinrich Saß
April bis Juni 1903 Korvettenkapitän Franz Hipper
Juni bis 30. September 1903 Korvettenkapitän Heinrich Saß
Oktober 1903 Korvettenkapitän Christian Schütz
Oktober bis November 1903 Kapitänleutnant Adalbert Kinel
November 1903 bis Januar 1904 Kapitänleutnant Karl Heuser
Januar bis 28. September 1904 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Fritz Hoffmann
19. Juni 1906 bis Juli 1907 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Max Witschel
Juli 1907 bis September 1908 Korvettenkapitän Hugo Langemak
September bis November 1908 Fregattenkapitän Freiherr Gottfried von Dalwigk zu Lichtenfels
November 1908 bis 31. März 1909 Fregattenkapitän Carl Hollweg
2. August 1914 bis Mai 1915 Fregattenkapitän Max Kühne
Mai bis 8. September 1915 Kapitän zur See Ernst Ewers
8. September 1915 bis Januar 1916 Kapitänleutnant Fritz Gruenhagen
Januar 1916 bis Dezember 1917 Oberleutnant zur See Karl Seydel
Dezember 1917 bis Januar 1918 Korvettenkapitän Wilhelm Prentzel
Januar bis August 1918 Korvettenkapitän Edgar Angermann

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Niobe
in der Jugoslawischen Marine: Dalmacija
In der italienischen Marine: Cattaro

Land:  

Deutsches Reich
Jugoslawien
Italien

Schiffstyp:  

Kleiner Kreuzer

Klasse:  

Gazelle-Klasse

Bauwerft:  

AG Weser, Bremen

Baukosten:  

4.534.000 Mark

Stapellauf:  

18. Juli 1899

Indienststellung:  

25. Juni 1900

Verbleib:  

Am 22. Dezember 1943 versenkt

Länge:  

105 Meter

Breite:  

12,2 Meter

Tiefgang:  

Max. 5,31 Meter

Verdrängung:  

Max. 2.963 Tonnen

Besatzung:  

257 Mann

Antrieb:  

8 Thornycroft-Kessel
2 4-Zyl.-Verbundmaschinen

Leistung:  

8.113 PS (5.967 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

22,2 kn (41 km/h)

 

 

Bewaffnung:

 

10 × Schnellfeuergeschütz 10,5 cm L/40 (1.000 Schuss)

2 × Torpedorohr Ø 45 cm (unter Wasser, 5 Schuss)

 

Panzerung:  

Deck: 20–50 mm
Sülle: 80 mm
Kommandoturm: 20–80 mm
Schilde: 50 mm

 

 

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