Küstenpanzerschiff SMS Frithjof

Das Küstenpanzerschiff SMS Frithjof gehörte der Siegfried-Klasse an, deren Konzept in der Verteidigung der deutschen Küsten und des Kaiser-Wilhelm-Kanals lagen und auf den taktischen Entwurf von Leo von Caprivis basierte.

 

Stapellauf und Bauform:

Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts lag der Schwerpunkt der kaiserlichen Marine noch auf dem Schutz der deutschen Küstengebiete. Zu diesem Zweck wurden auch hauptsächlich Kriegsschiffe gebaut, die den entsprechenden Anforderungen genügten.
Vorangetrieben wurde dieser Ausbau von dem Chef der Marine Leo von Caprivis, der zu dieser Zeit die Rolle der Marine ausschließlich im defensiven Bereich sah und dementsprechend den Torpedobooten und Küstenschutzschiffen den Vorrang zu großen Kriegsschiffen gab.

Der Entwurf der Siegfried-Klasse entstand in diesem Zusammenhang. Die Schiffen waren lediglich für den Schutz der Küste in der Nord- und Ostsee im Zusammenwirken mit den Torpedobooten vorgesehen.

Der Stapellauf erfolgte am 21. Juli 1891, die Indienststellung am 23. Februar 1893.

Der Name Frithjof leitete sich aus der altnordischen Heldensaga um Frithjof, Sohn des Großbauern Torstein Vikingson und dessen Liebe zu Ingibjorg, der schönen Tochter von Beles, des Königs von Sogn am Sognefjord in Norwegen ab.

 

Zeichnung der Frithiofs Saga von Esaias Tegnér (1876)

 

 

 

Werdegang der SMS Frithjof:

Nach der Indienststellung wurde das Schiff zunächst der II. Division der Manöverflotte zugeteilt und absolvierte dort ihre Erprobungsfahrten. Am 1. Oktober 1893 wurde es als Stammschiff der neu gebildeten Reserve-Division der Nordsee zugeteilt wo es in den nächsten Jahren an mehreren Manövern und Übungen teilnahm.

Anfang 1902 wurden alle Schiffe der Siegfried-Klasse modernisiert. Dafür wurden die Schiffe geteilt um eine weitere Sektion einzufügen in der mehr Kohle gelagert werden konnte. Zudem wurde eine neue Kesselanlage eingebaut und die Bewaffnung ausgetauscht. Der Umbau dauerte bis zum 29. September 1903, danach wurde das Schiff dem II. Geschwader der Hochseeflotte zugeteilt, wo es auch mehrere Auslandsfahrten durchführte.

Mit der Ablöse durch das Linienschiff SMS Kaiser Barbarossa als Stammschiff des Reserve-Geschwaders wurde die Frithjof am 15. September 1909 außer Dienst gestellt.

 

SMS Frithjof

 

SMS Frithjof

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden auch die Schiffe der Siegfried-Klasse wieder reaktiviert, dem VI. Geschwader zugeteilt und für Küstenschutzaufgaben in die Nordsee verlegt. Im September 1914 wurde die Frithjof in die Emsmündung verlegt.

Anfang Januar 1916 erfolgte zunächst die Verlegung nach Kiel, anschließend nach Danzig wo das Schiff am 16. Januar außer Dienst gestellt wurde.

 

SMS Frithjof

 

Siegelmarke SMS Frithjof

 

 

 

Verbleib:

Nach der Außerdienststellung wurde das Schiff ls Wohnschiff bis zum Kriegsende genutzt. Da es bereits zu Beginn des Krieges veraltet war, bestanden die Siegermächte auch nicht auf einer Auslieferung. Am 17. Juni 1919 wurde es aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen.

Der Hamburger Reeder Arnold Bernstein kaufte später die Frithjof, zusammen mit den Schwesterschiffen Odin und die Ägir und lies diese 1923 zu Motorfrachtschiff umbauen. Als so ein Frachter diente die Frithjof bis 1930 bis es in Danzig verschrottet wurde.

 

 

 

Kommandanten:

23. Februar 1893 bis Februar 1894 Korvettenkapitän Alfred Gruner
Februar bis April 1894 Kapitänleutnant Ludwig Bruch
April bis Mai 1894 Korvettenkapitän August Carl Thiele
Mai bis Juni 1894 Korvettenkapitän Oelrichs
Juni bis Juli 1894 Korvettenkapitän Hermann da Fonseca-Wollheim
Juli bis September 1894 Korvettenkapitän August Carl Thiele
September 1894 bis Februar 1895 Kapitänleutnant Ludwig Bruch
März bis Juli 1895 Korvettenkapitän Georg Alexander Müller
Juli 1895 Kapitänleutnant Ludwig Bruch
August bis 28. September 1895 Korvettenkapitän Oelrichs
1. August bis 21. September 1896 Korvettenkapitän Carl Derzewski
14. November 1896 bis September 1897 Korvettenkapitän August von Heeringen
Oktober 1897 bis Oktober 1898 Korvettenkapitän / Korvettenkapitän mit Oberstleutnantsrang Alfred Ehrlich
Oktober 1898 bis September 1899 Korvettenkapitän Eugen Kalau vom Hofe
Oktober 1899 bis 29. September 1900 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Gildemeister
29. September 1903 bis Oktober 1904 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Johannes Recke
Oktober 1904 bis September 1905 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Bossart
September 1905 bis Mai 1906 Korvettenkapitän Max Witschel
Mai 1906 bis Oktober 1907 Korvettenkapitän Siegfried von Jachmann
Oktober 1907 bis September 1908 Korvettenkapitän Carl Hollweg
September 1908 bis 15. September 1909 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Ferdinand Bertram
12. August 1914 bis Oktober 1915 Fregattenkapitän von Lessel
Oktober bis November 1915 Korvettenkapitän Samuelson
November 1915 bis 16. Januar 1916 Kapitän zur See Paul Fischer

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Frithjof

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Küstenpanzerschiff

Klasse:  

Siegfried-Klasse

Bauwerft:  

AG Weser, Bremen

Baukosten:  

5.375.000 Mark

Stapellauf:  

21. Juli 1891

Indienststellung:  

23. Februar 1893

Verbleib:  

1930 in Danzig verschrottet

Länge:  

79 Meter

Breite:  

14,9 Meter

Tiefgang:  

Max. 5,74 Meter

Verdrängung:  

Max. 3.741 Tonnen

Besatzung:  

276 Mann

Antrieb:  

4 Dampflokomotivkessel
2 stehende 3-Zyl.-Verbundmaschinen

Leistung:  

5.250 PS (3.861 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

15,0 kn (28 km/h)

Bewaffnung:  

3 × Ringkanone 24,0 cm L/35 (204 Schuss)

8 × Schnellfeuergeschütz 8,8 cm L/30 (1.500 Schuss)

6 × Maschinenkanone 3,7 cm

4 × Torpedorohr ∅ 35 cm (1 Heck, 2 Seiten über Wasser, 1 Bug unter Wasser, 10 Schuss)

 

 

Panzerung:

 

Wasserlinie: 100–240 mm
Deck: 30 mm
Türme: 30 mm
Barbetten: 200 mm
Kommandoturm: 30–80 mm

 

 

 

 

 

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