Leichter Kreuzer HMS Caledon

Der leichte Kreuzer HMS Caledon gehörte den Kreuzern der C-Klasse an und bildete das Typenschiff der Caledon Unterkategorie.

 

Stapellauf und Bauform:

Der Bau der C-Klasse Kreuzer wurde ab 1913 begonnen. In der Planung waren dabei 28 leichte Kreuzer vorgesehen, die in sieben Unterkategorien unterteilt waren. Die HMS Caledon bildete dabei das Typenschiff der Caledon-Klasse.

Die ersten Untergruppen bildeten die Caroline-, Calliope-, Cambrian- und Centaur-Klassen, danach folgte die Caledon-Klasse. Diese waren verbesserte Modelle der vorangegangenen Centaur-Klasse, weßwegen diese auch als Improved Centaur tituliert wurden.

An der Form wurde besonders der Bug verändert, da in den Vorgängermodellen dieser recht tief lag, durch Wasser überspült werden konnte und somit die vorderen Waffen teilweise nicht mehr benutzt werden konnten. Zwar wurde nun der Bug etwas höher angesetzt, eine deutliche Verbesserung ergab sich daraus jedoch nicht.

Als Hauptbewaffnung dienten fünf 6-Zoll Geschütze, wobei vier vorne auf dem Vorschiff zwischen Brücke und Schornstein standen und die letzte auf dem niedrigeren Achterdecksteil. Die Torpedobewaffnung wurde verstärkt und bestand nun aus acht Rohren in vier Zwillingssätzen an Deck.

Der Stapellauf der HMS Caledon erfolgte am 25. November 1916, die Indienststellung am 6. März 1917.

 

 

HMS Caledon nach Umbau zum Flugabwehrkreuzer

 

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde die HMS Caledon dem 1st Light Cruiser Squadron zugeteilt. Mit diesem Geschwader nahm das Schiff auch am 17. November 1917 an dem zweiten Seegefecht bei Helgoland teil. Die deutschen Minensuchboote, die die britischen Minen bergen wollten, wurden dabei von der Caledon und der HMS Calypso zu Beginn des Gefechtes vertrieben. Das weitere Gefecht führten die größeren Kriegsschiffe auf beiden Seiten weiter, da deren Reichweite deutlich über denen der leichten Kreuzer lag. Die HMS Caledon erhielt jedoch einen Treffer der deutschen SMS Kaiser, wobei fünf Besatzungsmitglieder starben.

Nach den anschließenden Reparationsarbeiten führte das Schiff bis zum Kriegsende Sicherungsaufgaben durch.

Nachdem das Deutsche Reich kapituliert hatte, war eine der Bestimmungen die deutsche Hochseeflotte nach Scapa Flow in Großbritannien zu internieren. Die HMS Caledon gehörte zu den britischen Kriegsschiffen, die die deutschen Schiffe auf den Weg dorthin begleitete.

 

 

 

Einsatz nach dem Krieg:

Nach dem ersten Weltkrieg wurde die HMS Caledon das Flaggschiff des 2nd Light Cruiser Squadron und wurde 1919 in die Ostsee verlegt, um zusammen mit anderen Kriegsschiffen die dort operierenden britischen Schiffe abzulösen um die baltischen Staaten vor dem russischen Bürgerkrieg zu schützen.

In der ersten Hälfte 1922 musste die Caldon um Irland eingesetzt werden, um Nachschublinien der Aufständischen zu blockieren. In der zweiten Hälfte lief es in das östliche Mittelmeer um britische Interessen im Krieg zwischen der Türkei und Griechenland zu schützen.

Als Anfang 1923 litauische Freischärler das unter französischer Völkerbundsverwaltung stehende Memelland besetzten, wurde die Caledon in die Region geschickt, griff jedoch nicht ein.

Am 17. August 1926 wurde das Schiff das erste mal außer Dienst gestellt und bis zum 5. September 1927 überholt und teilweise modernisiert. Im Anschluss wurde es wieder in Dienst gestellt und dem 3. Kreuzergeschwader zugeteilt und in das Mittelmeer beordert. Dort kam es im Januar 1928 zu einer Kollision mit dem italienischen Frachtschiff Antares, woraufhin die Caledon zuerst nach Malta und dann nach Devonport fuhr um Repariert zu werden.

Bis zum Juni 1939 war das Schiff überwiegend im Mittelmeer, zeitweise in Großbritannien für Reparationsarbeiten oder Umbaumaßnahmen.

 

 

Bug der HMS Caledon nach der Kollision im Mittelmeer

 

 

 

 

Einsatz im zweiten Weltkrieg:

Als der zweite Weltkrieg ausbrach wurde die HMS Caledon dem 7th Cruiser Squadron zugeteilt und überwachte Teile der Nordsee, damit keine deutschen Schiffe nach Deutschland durch kamen. Auch Handelsschiffe wurden aufgehalten und nach Waren für Deutschland durchsucht, die dann beschlagnahmt wurden. Dieses Vorgehen war Teil der britischen Seeblockade gegen Deutschland um sowohl das Militär als auch die Zivilbevölkerung zu treffen.

Nachdem am 23. November 1939 der britische Hilfskreuzer Rawalpindi von den deutschen Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau versenkt wurde, beteiligte sich die Caledon an der Suche nach den beiden Schiffen. Aufgrund schlechten Wetters und einigen dadurch bedingten Schäden, musste die Suche abgebrochen werden und zur Reparatur.

Nachdem das Schiff wieder Instand gesetzt wurde, wurde es dem 7th Cruiser Squadron im Mittelmeer zugeteilt um nach dem Kriegseintritt Italiens gegen Frankreich und Großbritannien, gegen die italienische Marine zu kämpfen. Dabei wurde am 12. Juni 1940 das Schwesterschiff HMS Calypso von einem italienischen U-Boot versenkt, die Caledon war an der Bergung der Überlebenden beteiligt.

Bis Mitte 1942 verblieb die HMS Caledon im östlichen Mittelmeer und im Roten Meer und beteiligte sich am Schutz der britischen Konvois oder an den Kämpfen gegen italienische Schiffe. Als die britischen Truppen vom 14. bis 19. August 1940 Berbera evakuieren mussten, nahm das Schiff Soldaten, Zivilisten und Verwundete auf.

Im Juli 1942 wurde die HMS Caledon nach Großbritannien zurück beordert. Dort sollte das Schiff, ebenso wie die anderen verbliebenen Kreuzer der C-Klasse in Flugabwehrkreuzer umgebaut werden. Der Umbau begann am 14. September 1942 und war am 7. Dezember 1943 beendet.

Nach der in Dienststellung als Flugabwehrkreuzer verlegte das Schiff wieder ins Mittelmeer, wobei Alexandria ab März 1944 als Basis genutzt wurde. Dabei sollte die Caledon die Alliierten Konvois gegen Angriffe der deutschen Luftwaffe schützen.

Im August 1944 sicherte die HMS Caledon zusammen mit der, ebenfalls zum Flugabwehrkreuzer umgebauten HMS Colombo, zwei amerikanischen, zwei britischen Geleitträger und sechs US-Zerstörern die Landung der Alliierten in Südfrankreich.

Mit der Vorbereitung für die Schlacht um Athen in Griechenland, wurde die Caledon im Oktober 1944 in die Ägäis verlegt. Ab dem Dezember wurden nicht nur Angriff auf die deutsche Wehrmacht durchgeführt, sondern auch Stellungen der kommunistischen Widerstandsbewegung Griechenlands (E.L.A.S.) beschossen. Als Griechenland im Februar als befreit galt, wurde die Caledon wieder abgezogen und traf im März 1945 in Großbritannien in Falmouth ein.

 

 

 

Verbleib:

Nach dem Eintreffen in Falmouth wurde das Schiff außer Dienst gestellt, da sich das Ende des Krieges abzeichnete und das Schiff nicht mehr benötigt wurde.

Im Januar 1948 wurde es schließlich verkauft und in Dover verschrottet.

 

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Caledon

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Leichter Kreuzer

Ab Dezember 1943:
Flugabwehrkreuzer

Klasse:  

C-Klasse
(Untergruppe Caledon-Klasse)

Bauwerft:  

Cammell Laird, Birkenhead

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

25. November 1916

Indienststellung:  

6. März 1917

Verbleib:  

Im Januar 1948 verkauft und in Dover verschrottet

Länge:  

137,2 Meter

Breite:  

13,03 Meter

Tiefgang:  

Max. 5 Meter

Verdrängung:  

Max. 4.950 Tonnen

Besatzung:  

400–437 Mann

Antrieb:  

6 Yarrow-Kessel

2 Parsons-Getriebeturbinen

Leistung:  

40.000 PS (29.420 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

29 kn (54 km/h)

 

Bewaffnung:

 

5 × 152-mm-Mk.XII-Schnellfeuergeschütz

2 × 76-mm-L/45-Mk.I-Flugabwehrgeschütz

4 × 47-mm-Hotchkiss-Salutgeschütz

4 × 2 Torpedorohre ∅ 533 mm

 

ab Dezember 1943 als Flugabwehrkreuzer:

3 × 2 102-mm-Mk XVI

2 × 2 40-mm-Bofors-Flugabwehrgeschütz Mk.III L/56

6 × 2 20-mm-Oerlikon-Maschinenkanonen

Panzerung:  

Seitenpanzer: 38–76 mm

Deck: 25 mm

Schilde: 25 mm

Schotten: 25 mm

Kommandobrücke: 76 mm

 

 

 

 

 

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