Linienschiff SMS Zähringen

Das Linienschiff SMS Zähringen gehörte der Wittelsbach-Klasse an, die kurz nach der Jahrhundertwende für die kaiserliche Marine gebaut wurden um die deutsche Hochseeflotte mit schlagkräftigen Kriegsschiffen ausrüsten zu können.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Schiffe der Wittelsbach-Klasse basieren aus den Vorgänger Schiffen der Kaiser-Friedrich-III.-Klasse, wobei es keine nennenswerten Unterschiede unter den Klassen gibt.

Der Stapellauf der SMS Zähringen erfolgte am 12. Juni 1901, die Indienststellung am 25. Oktober 1902.

 

SMS Zähringen

 

SMS Zähringen

 

 

 

Werdegang der SMS Zähringen:

Nach der Indienststellung erfolgten die üblichen Erprobungsfahrten. Im Anschluss wurde die Zähringen der Hochseeflotte zugeteilt mit der sie an den jährlichen Manövern teilnahm.

Am 20. September 1910 wurde das Schiff außer Dienst gestellt und der Reserveflotte zugeteilt.

In dem Zeitraum Mai bis zum 14. August 1912 wurde das Schiff Überholt und einige Modernisierungen durchgeführt um wieder in Dienst gestellt zu werden. Bei dem anschließenden Flottenmanöver rammte die Zähringen am 14. September 1912 das Torpedoboot SMS G171, das aufgrund der schweren Schäden sank.

Am 28. September 1912 folgte die erneute außer Dienststellung.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde die SMS Zähringen wieder reaktiviert und dem IV. Geschwader zugeteilt.

Bis in den November 1915 führte das Schiff Sicherungsaufgaben in der Nordsee sowie in der Ostsee durch ohne jedoch an einem Gefecht teilzunehmen.

Aufgrund des Alters und dem ungenügendem Schutz gegen Torpedos und Seeminen wurde das Schiff im November 1915 nach Kiel verlegt und mit dem Ausbau der schweren Waffen begonnen. Im Anschluss diente es als Zielschiff für Torpedoangriffe.

Ab dem Juli 1918 wurde begonnen, die SMS Zähringen als Schulschiff umzubauen. Durch die Kapitulation des deutschen Reiches konnte der Umbau jedoch nicht abgeschlossen werden. Am 13. Dezember 1918 wurde das Schiff außer Dienst gestellt.

 

 

 

Einsatz in der Marine der Weimarer Republik:

Da die SMS Zähringen nach Ende des Krieges als völlig veraltet galt, musste das Schiff weder in Scapa Flow interniert noch an die Siegermächte ausgeliefert werden.

Die neu gegründete Marine der Weimarer Republik nutzte das Schiff zunächst als Wohn- und Lagerschiff bis es von 1927 auf 1928 zu einem Zielschiff umgebaut wurde. Dabei wurden sämtliche Waffen, die meisten Aufbauten sowie der größte Teil der Antriebsanlage ausgebaut. Bis in den zweiten Weltkrieg wurde das Schiff schließlich als Zielschiff genutzt.

 

 

 

Verbleib:

Während einer Fliegerangriffes am 18. Dezember 1944 auf den Gotenhafen wurde die Zähringen so schwer beschädigt, dass das Schiff im Hafen sank. Das Schiff wurde zwar wieder schwimmfähig gemacht, am 26. März 1945 versenkte es die Kriegsmarine jedoch im Hafenbecken als Blockade.

Nach dem Krieg wurde das Wrack von 1949 bis 1950 verschrottet.

 

 

 

Kommandanten:

Oktober 1902 bis September 1904 Kapitän zur See Reinhold Brussatis
September 1904 bis September 1906 Kapitän zur See Georg Janke
September 1906 bis September 1907 Kapitän zur See William Kutter
Oktober 1907 bis September 1908 Kapitän zur See Wilhelm Sthamer
Oktober 1908 bis September 1910 Kapitän zur See Georg Hebbinghaus
Mai 1912 Korvettenkapitän Müller-Palm
August bis September 1912 Kapitän zur See Herwarth Schmidt von Schwind
August bis September 1914 Kapitän zur See Herwarth Schmidt von Schwind
September bis Dezember 1914 Kapitän zur See Georg Scheidt
Dezember 1914 bis August 1915 Kapitän zur See Karl Seiferling
August bis November 1915 Kapitän zur See Ferdinand Bertram
November 1915 bis Juni 1918 Kapitän zur See Max Schlicht
Juni bis August 1918 Kapitän zur See Max Lutter
August bis Dezember 1918 Fregattenkapitän / Kapitän zur See Otto Mock

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS Zähringen

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Linienschiff

Klasse:  

Wittelsbach-Klasse

Bauwerft:  

Germaniawerft, Kiel

Baukosten:  

Ca. 22.000.000 Mark

Stapellauf:  

12. Juni 1901

Indienststellung:  

25. Oktober 1902

Verbleib:  

Am 26. März 1945 vor dem Gotenhafen als Blockade versenkt, von 1949 bis 1950 verschrottet

Länge:  

126,8 Meter

Breite:  

22,8 Meter

Tiefgang:  

Max. 8,04 Meter

Verdrängung:  

Max. 12.798 Tonnen

Besatzung:  

683 Mann

Antrieb:  

3 stehende 3-zylindrige
Dreifachexpansions Kolbenmaschinen
6 kohlegefeuerte Dampfkessel
und 6 querstehende Zylinderkessel

Leistung:  

14.875 PSi

Höchstgeschwindigkeit:  

17,8 kn

 

Bewaffnung:

 

4 x Schnellfeuergeschütz 24 cm L/40 in 2 Doppeltürmen

18 x Schnellfeuergeschütz 15 cm L/40 in Kasematten

12 x Schnellfeuergeschütz 8,8 cm L/30

12 Revolverkanone – 3,7 cm

6 Torpedorohre 45 cm
(1 Bug, 4 Seiten, 1 Heck, alle unter Wasser)

Panzerung:  

Gürtel: 100 – 225 mm
Zitadelle: 140 mm
Deck: 50 mm
Türme: 50 – 250 mm
Böschungen: 75 – 120 mm
Kasematten: 140 mm
Kommandoturm vorn: 30 – 250 mm
Kommandoturm achtern: 30 – 140 mm

 

 

 

 

 

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