Linke-Hofmann R.I und Nachfolge Flugzeuge

Die Linke-Hofmann R.I war ein Versuch der Firma Linke Hofmann einen überschweren Bomber für die deutsche Heeresleitung zu entwickeln, der den Anforderungen zur Ablöse der nicht mehr zeitgemäßen Zeppeline gerecht wurde.

 

Entwicklung und Konstruktion:

Seit 1916 baute die Firma Linke Hofmann in Lizenz Flugzeuge von den Firmen Albatros und Roland nach. Unter der Leitung von Chefingenieur Paul Stumpf begannen jedoch bald die Arbeiten an einem überschweren Bomber, der nach der Aufforderungen der deutschen Heeresleitung die Zeppeline für strategische Bombardierungen ablösen sollte.

Bei dem ersten Prototypen der R.I war der Zwischenraum zwischen der oberen und der unteren Tragfläche vollständig durch die Kanzel abgedeckt. Wie bei den anderen überschweren Bombern lagen auch bei diesem Flugzeug die Motoren im Inneren des Rumpfes, um während des Fluges Wartungs und Reparationsarbeiten durchführen zu können. Die Propeller lagen zwischen den beiden Tragflächen, wobei es nicht wie üblich vier separate Propeller gab, sondern zwei Doppelpropeller. Diese fungierten gleichzeitig als Zug und Druckpropeller.

Bei der R.I war der Rumpf zunächst mit einem transparenten Cellon Bezug überzogen, der die Erkennung des Bombers erschweren sollte. Da der Stoff jedoch die Sonnenstrahlen reflektierte und sich bei Temperaturschwankungen ausdehnte, wurde dieser bei dem zweiten Prototypen gegen den Rauten Tarnstoff ausgetauscht. Der Rumpf war in drei Sektionen aufgeteilt. Der obere diente dem Piloten und dem Funktelegraphen, in der mittleren waren die Motoren untergebracht und in der unteren Sektionen lagen die Tanks sowie die Halterungen für die Bomben.

Die Flugeigenschaften der R.I waren jedoch schwierig, besonders durch die schlechte Sicht nach Unten waren Landungen gefährlich. Auch die starken Vibrationen wirkten sich negative aus.

 

Linke-Hofmann R.I

 

Bei der Linke-Hofmann R.II orientierten sich die Konstrukteure an den Albatros Jagdflugzeugen. Eines dieser Flugzeuge wurde fast vollständig nachgebaut mit einer dreifachen Größe. Die vier Motoren waren ebenfalls wieder im Rumpf integriert und trieben den einzigen Propeller an, der einen Durchmesser von 6,9 Metern hatte. Die Flugeigenschaften gegenüber der R.I konnten deutlich verbessert werden, aufgrund des Ende des Krieges konnten die beiden Prototypen jedoch nicht fertiggestellt werden.

 

Linke-Hofmann R.II

 

 

 

Einsatz im ersten Weltkrieg:

Die erste Linke-Hofmann R.I wurde der Riesenflugzeug Abteilung 500 zugeteilt. Beim Flug vom Halberstädter Flugplatz stürzte das Flugzeug jedoch bereits kurz nach dem Start ab und wurde vollständig zerstört.

Von einem Einsatz der zweiten R.I ist nichts bekannt. Nach dem Absturz der ersten R.I wird das Flugzeug jedoch sehr wahrscheinlich nicht mehr an die Front geliefert worden sein.

Die beiden R.II Flugzeuge konnten bis zur Kapitulation nicht fertiggestellt werden. Der erste Flug erfolgte deßwegen erst 1919. Pläne die beiden Flugzeuge zu Passagierflugzeugen umzubauen, wurden durch die Bestimmungen des Versailler Vertrag unterbunden und beide mussten zerstört werden.

 

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Linke-Hofmann R.I
Land: Deutsches Reich
Typ: Bomber
Länge: 15,56 Meter
Spannweite: 32,02 Meter
Höhe: 6,78 Meter
Gewicht: 5800 kg leer
Besatzung: Max. 6
Motor: vier wassergekühlte Achtzylinder Reihenmotoren
Mercedes D.IVa mit je 260 PS
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Reichweite: unbekannt
Bewaffnung: 4 x 7,92 mm Parabellum LMG 08/15 Maschinengewehr und bis zu 1000 kg Bomben

 

 

 

Bezeichnung: Linke-Hofmann R.II
Land: Deutsches Reich
Typ: Bomber
Länge: 20,33 Meter
Spannweite: 42,16 Meter
Höhe: 6,7 Meter
Gewicht: 8000 kg leer
Besatzung: Max. 6
Motor: vier wassergekühlte Achtzylinder Reihenmotoren
Mercedes D.IVa mit je 260 PS
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Reichweite: 1040 Kilometer
Bewaffnung: 4 x 7,92 mm Parabellum LMG 08/15 Maschinengewehr, Bombenlast unbekannt

 

 

 

 

 

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