Schlachtkreuzer HMS Indomitable

Der Schlachtkreuzer HMS Indomitable gehörte der Invincible-Klasse an, bei denen die Merkmale von Panzerkreuzern und Schlachtschiffen vereint wurden und somit den neuen Typus der Schlachtkreuzer gründeten.

 

Stapellauf und Bauform:

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts begannen britische Analysten unter der Leitung von Admiral Jackie Fisher an der Ausarbeitung neuer Schiffstypen. Dabei wurden die Bereiche der Geschwindigkeit sowie der Feuerkraft in den Fokus gesetzt. 1905 konnten unter diesen Gesichtspunkten die Merkmale der Minotaurus-Klasse mit der schweren Bewaffnung der neuen HMS Dreadnought zusammengefasst werden.

Um eine entsprechend hohe Geschwindigkeit von über 25 Knoten erreichen zu können, waren zwei Modifikationen nötig. Zum einen wurde dafür auf eine dicke Panzerung verzichtet. Die hohe Reichweite der großen Geschütze sollte es den Schiffen erlauben, feindliche Kriegsschiffe anzugreifen ohne selbst getroffen zu werden. Zum anderen sollte der Schiffsrumpf verlängert werden um mehr Platz für Kessel zu schaffen und damit eine höhere Leistung erzielen zu können.

Als Einsatzgebiet war die Aufklärung und die Bekämpfung der feindlichen Panzerkreuzer gedacht, da die neuen Schlachtkreuzer den Panzerkreuzern der anderen Marine Streitkräften deutlich überlegen gewesen wären.

Als Hauptbewaffnung wurden vier Geschütztürme mit je zwei 30,5-cm L/45 Marine Kanonen ausgewählt. Diese Geschütze konnten panzerbrechende Granaten auf eine Entfernung bis zu 22 Kilometern verschießen. Die Mittelartillerie bestand aus Sechzehn 10,2-cm Geschützen, die diesmal auf dem Deck angebracht waren und nicht mehr in seitlichen Kasematten untergebracht waren. Das hatte den Vorteil, dass auch bei mittlerem und schwerem Seegang die Geschütze einsatzfähig waren. Zusätzlich waren noch 5 × 21″ Torpedorohre eingebaut, die wie zu dieser Zeit üblich im inneren des Rumpfes eingebaut waren und damit das gesamte Schiff für das Zielen gesteuert und auf Kurs gebracht werden musste.

Für die Antriebsanlage und die nötige Leistung wurden 31 Wasserrohrkessel des Herstellers Babcock & Wilcox genommen, die mit dem erzeugten Dampf vier Parsons Dampfturbinen antrieben, eine Leistung von Rund 41.000 PS erzeugten und so das Schiff auf knapp 25 Knoten beschleunigte.

Der Stapellauf der HMS Indomitable erfolgte am 16. März 1907, die Indienststellung am 20. Juni 1908.

 

 

HMS Indomitable

 

HMS Indomitable

 

HMS Indomitable

 

 

 

 

 

 

Werdegang der HMS Indomitable:

Nach der Indienststellung erfolgten die üblichen Erprobungsfahrten und der Abschluss der Aufnahme der Ausrüstung. Diese wurden am 20. Juni 1908 kurzfristig ausgesetzt um mit dem Schiff an der 300 Jahr Feier von Québec teilnehmen zu können.

Am 28. Oktober 1908 erfolgte mit dem Schwesterschiff HMS Inflexible die Eingliederung in die Nore Division der Home Fleet. Als dann auch das letzte Schiff der Klasse, die HMS Invincible einsatzfähig war, wurden diese drei Schiffe dem 1st Cruiser Squadron zugeteilt.

In den folgenden Jahren nahm das Geschwader an mehreren Manövern und Übungen teil. Zudem wurden diese jedes Jahr in den Werften überholt.

Am 27. August 1913 wurde die HMS Indomitable zusammen mit der HMS Invincible in das Mittelmeer beordert und in das 2. Schlachtkreuzergeschwader eingegliedert. Im Juli 1914 befand sich die Indomitable in Malta auf der Werft zur Überholung. Aufgrund der zunehmenden politischen Spannungen in Europa wurden die Arbeiten abgebrochen und das Schiff einsatzfähig gemacht.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Als der Krieg zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich ausbrach, wurden die in Malta liegenden britischen Schiffe angewiesen, die deutsche Mittelmeerdivision zu überwachen. Daraufhin liefen die Schiffe am 3. August 1914 von Malta aus Richtung Adria, da angenommen wurde, dass sich die deutschen mit den österreichischen Schiffen vereinigen würde. Nachdem der Befehl geändert wurde und die britischen Schiffe nach Gibraltar geschickt wurden um ein Ausbrechen der deutschen Schiffe zu verhindern, entdeckten diese am 4. August auf dem Weg dorthin die gesuchten Schiffe und begannen mit der Verfolgung. Wegen Problemen mit den Kesseln mussten die britischen Schiffe, bis auf die HMS Dublin die Verfolgung der SMS Goeben und SMS Breslau abbrechen, auch die Dublin verlor im Laufe des Abends den Kontakt. Als am 6. August die deutschen Schiffe wieder gefunden wurden, begann die Verfolgung erneut. Zwar herrschte inzwischen auch zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich der Kriegszustand, die beiden Schiffe konnten jedoch nicht bei dem Einlaufen in die Dardanellen gehindert werden.

Im Anschluss übernahmen die HMS Indomitable und HMS Indefatigable die Überwachung der Hafeneinfahrt der Dardanellen. Ende September verstärkten die französischen Linienschiffe Suffren und Vérité die beiden britischen Schlachtkreuzer. Am 29. Oktober 1914 begannen die Angriffe des osmanischen Reiches auf die russischen Häfen Noworossijsk, Odessa und Sewastopol denen eine Kriegserklärung an Frankreich und Russland folgte. Zwei Tage bevor Großbritannien dem osmanischen Reich den Krieg erklärte, beschossen bereits die beiden Schlachtkreuzer zusammen mit den französischen Schiffen die Befestigungen in den Dardanellen.

Im Dezember 1914 wurde die HMS Indomitable aus dem Mittelmeer abgezogen und dem 2. Schlachtkreuzergeschwader in der Nordsee zugeteilt.

Am 24. Januar 1915 war das Schiff an dem Gefecht auf der Doggerbank beteiligt, bei dem deutsche Schiffe versucht hatten einen Vorstoß in die Nordsee durchzuführen. Dabei beteiligte sich die HMS Indomitable an dem Beschuss des deutschen Panzerkreuzer SMS Blücher, der daraufhin versunken ist. Im Anschluss musste die schwer beschädigte HMS Lion in Schlepp genommen und zurück nach Großbritannien gebracht werden.

Nach dem Gefecht wurde das Schiff dem 3. Schlachtkreuzergeschwader zugeteilt, dem auch die beiden Schwesterschiffe zugeteilt wurden nachdem diese das deutsche Ostasiengeschwader bei den Falklandinseln vernichtet hatten.

Als vom 24. auf den 25. April 1916 deutsche Schiffen die britischen Hafenstädte Yarmouth und Lowestoft beschossen, wurde das 3. Schlachtkreuzergeschwader geschickt um die Schiffe zu suchen und zu versenken. Die suche musste am Abend des 25. ergebnislos abgebrochen werden.

Für Artillerieübungen wurde das Geschwader im Mai 1916 zeitweilig der Grand Fleet zugeteilt. Am 30. Mai wurde allen Schiffen befohlen aus zu laufen, da bekannt wurde, dass die deutsche Hochseeflotte einen Vorstoß in die Nordsee plane. Am frühen Abend des 31. Mai begannen zunächst die Gefechte zwischen den kleinen deutschen Kreuzern und einigen Schlachtkreuzern der Briten. Erst im späteren Verlauf des Abends gab es auch Gefechte mit den großen deutschen Kreuzern SMS Lützow, SMS Derfflinger und SMS Seydlitz, wobei die HMS Indomitable die Derfflinger drei mal und die Seydlitz ein mal traf. Kurz darauf wurde das Schwesterschiff HMS Invincible vernichtet. Im Gefecht mit den nachrückenden deutschen Linienschiffen, konnten zudem noch einige Treffer auf der SMS Pommern erzielt werden.

Durch den Verlust von drei Schlachtkreuzern, drei Panzerkreuzern und acht Zerstörern wurde die Gliederung der Schlachtkreuzer neu aufgestellt, sodass diese nur noch in zwei Geschwaders eingesetzt werden sollten.

Die beiden verbliebenen Schiffe der Invincible-Klasse, die HMS Indomitable und die HMS Inflexible bekamen zwar noch eine zusätzliche Panzerung und wurden überholt und teilweise modernisiert, einen Einsatz im Krieg gab es für diese Schiffe jedoch nicht mehr.

 

 

 

Verbleib:

Nach dem ersten Weltkrieg wurden 1919 sowohl die HMS Indomitable als auch die HMS Inflexible außer Dienst gestellt.

Die Indomitable wurde schließlich am 1. Dezember 1922 verkauft und 1923 in Dover verschrottet.

 

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Indomitable

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Schlachtkreuzer

Klasse:  

Invincible-Klasse

Bauwerft:  

Fairfield Shipbuilding, Govan

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

16. März 1907

Indienststellung:  

20. Juni 1908

Verbleib:  

Am 1. Dezember 1922 verkauft und 1923 in Dover verschrottet

Länge:  

172,8 Meter

Breite:  

23,9 Meter

Tiefgang:  

7,9 Meter

Verdrängung:  

Max. 20.125 Tonnen

Besatzung:  

784 – 1000 Mann

Antrieb:  

31 Babcock-Wasserrohrkessel

4 Parsons-Turbinen

Leistung:  

41.000 PSw

Höchstgeschwindigkeit:  

25 kn

 

Bewaffnung:

 

8 x 30,5-cm (BL 12″-L/45 Mk.X) Geschütze in Zwillingstürmen

16 x 10,2-cm (QF 4″-L/40 Mk.III) Geschütze

5 x 21″ Unterwassertorpedorohre

Panzerung:  

Gürtelpanzer bis 152 mm

Barbetten 178 mm

Geschütztürme:

Front 178 mm

Seiten 178 mm

Oberseite 70 mm

Gefechtsbrücke 254 mm

 

 

 

 

 

This post is also available in: enEnglish (Englisch)

Kommentare sind deaktiviert.

error: Content is protected !!