Schlachtschiff HMS Vanguard

Das Schlachtschiff HMS Vanguard gehörte zu der St.-Vincent-Klasse, die aus insgesamt drei Schiffen bestand und die Schiffe der Bellerophon-Klasse ablösen sollten.

 

Stapellauf und Bauform:

1907 wurden drei Schlachtschiffe vom britischen Parlament bewilligt, die die drei Schiffe der 1906 eingeführten Bellerophon-Klasse in einigen Jahren ersetzen sollten.

Die Konstruktion der Schiffe der St.-Vincent-Klasse beruhten fast ausschließlich auf denen der Vorgängermodelle, lediglich bei der Hauptbewaffnung wurde ein größeres Kaliber gewählt. Wie bereits in anderen Klassen verwendet, wurden erneut fünf Doppeltürme genutzt, wobei drei in Mittellinie standen und zwei etwas versetzt waren.

Ein weiteres Panzerschott im Vorschiff sollte zudem die Stabilität bei einem Torpedotreffer gewährleisten können und damit die Versenkung der Schiffe erschweren.

Der Stapellauf der HMS Vanguard erfolgte am 22. Februar 1909, die Indienststellung am 1. März 1910.

 

 

HMS Vanguard

 

HMS Vanguard

 

Eines der Hauptgeschütze der HMS Vanguard

 

 

 

 

 

Werdegang der HMS Vanguard:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde das Schiff der 1. Division der Home Fleet zugeteilt.

Das Schiff wurde Ende Juli 1910 ebenso von König George V in Torbay besucht, wie von Zivilisten am 24. Juni 1911 bei der Coronation Fleet Review in Spithead.

Im Anschluss erfolgten mehrere Übungen und Manöver mit der Atlantik Flotte bevor das Schiff für die erste Überholung in die Werft musste.

Am 28. März 1912 war das Schiff wieder einsatzbereit und wieder in die 1. Division verlegt, die kurze Zeit später in das 1. Schlachtgeschwader umbenannt wurde.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Bereits am 17. und 20. Juli 1914 wurde mit den Schiffen der Grand Fleet Übungen durchgeführt um die Einsatzbereitschaft zu erhöhen und sich auf einen Krieg vorzubereiten.

Am 27. Juli wurde die HMS Vanguard zunächst nach Portland beordert, doch bereits am 29. Juli musste das Schiff in den Hafen von Scapa Flow, da die britische Regierung einen Überraschungsangriff der deutschen Marine befürchtete.

Wegen nicht bestätigter U-Boot Sichtungen und der Gefahr eines Angriffes deutscher U-Boote, musste das Geschwader vom 22. Oktober bis 3. November 1914 in den Hafen von Lough Swilly in Irland wechseln, bis der Hafen von Scapa Flow stärker befestigt und gegen Angriffe von U-Booten gesichert war.

1915 wurden mehrere Vorstöße in der Nordsee durchgeführt, wobei jedoch keine deutschen Schiffe angetroffen wurden. Auch einige Manöver wurden abgehalten.

Vom 31. Mai auf den 1. Juni 1916 nahm das Schiff an der Skagerrakschlacht teil, erzielte oder erhielt jedoch keine Treffer.

 

 

 

Verbleib:

Am 9. Juli 1917 gegen 23:30 Uhr lag die HMS Vanguard im Hafen von Scapa Flow, als sich auf dem Schiff eine gewaltige Explosion ereignete und das Schiff innerhalb weniger Sekunden vollständig versank.

Der genaue Grund für die Explosion konnte bis heute nicht heraus gefunden werden, am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass sich der Explosionsstoff Kordit selbst entzündete und eines der Munitionsmagazin dadurch explodierte.

Nach Schätzungen kamen bei der Explosion rund 843 Besatzungsmitglieder ums Leben.

 

 

Anzeige in der Springfield Republican vom 14. Juli 1917 über die Explosion des Schiffes

 

 

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Vanguard

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Schlachtschiff

Klasse:  

St.-Vincent-Klasse

Bauwerft:  

Vickers, Barrow

Baukosten:  

rund 1.600.000 Pfund Sterling

Stapellauf:  

22. Februar 1909

Indienststellung:  

1. März 1910

Verbleib:  

Am 9. Juli 1917 durch eine Explosion in einem Munitionsmagazin in Scapa Flow gesunken

Länge:  

163,3 Meter

Breite:  

25,6 Meter

Tiefgang:  

Max. 8,7 Meter

Verdrängung:  

Max. 23.030 Tonnen

Besatzung:  

758 Mann

Antrieb:  

18 Babcock-Kessel

4 Parsons-Turbinen

Leistung:  

24.500 PS

Höchstgeschwindigkeit:  

21,75 kn

 

Bewaffnung:

 

10 x 12 Zoll (305 mm) L/50 Mk.XI in Doppeltürmen

20 x 4 Zoll (102 mm) L/50-Mk.VIII Geschütze

4 x 3-pdr Salutgeschütze

3 x 45,7 cm Torpedorohre

Panzerung:  

Seitenpanzer 51 mm bis 254 mm

oberes Panzerdeck 19–38 mm

unteres Panzerdeck 19–76 mm

Barbetten 229 mm

Geschütztürme 279 mm

Kommandoturm 254 mm

Panzerquerschotten 102–203 mm

Torpedoschotten 38–51 mm

 

 

 

 

 

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