Ehrhardt EV/4

Mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Belgien zu Beginn des ersten Weltkrieges wurde die Infanterie von dem Auftauchen belgischer Panzerwagen vom Typ Minerva völlig überrascht. Diese Fahrzeuge waren gut gepanzert und mit Waffen ausgestattet und setzten sich den deutschen Truppen über die Maßen zur Wehr. Dies führte dazu, dass das deutsche Kriegsministerium die Entwicklung eigener Panzerfahrzeuge forderte.

Eine Entwicklung, die die Anforderungen entsprechend erfüllte und in Serienproduktion ging, war der Ehrhardt EV/4.

Im Gegensatz zu den von den Alliierten eingesetzten Fahrzeugen zu diesem Zeitpunkt des Krieges, waren EV/4 nicht eilig umgebaute LKW´s, sondern richtige militärische Fahrzeuge.

So hatte das Fahrzeug zwar eine untypische und sperrige Form mit einem Motor an der Vorderseite und einem massiven symmetrischen Rumpf, der mit einzelnen und doppelten Port-Luken übersät war, sowie mit Sehschlitzen, die verwendet wurden um mit Maschinengewehre heraus feuern zu können. Der gepanzerte Rumpf wurde mit einem Daimler-BaK-Plattformwagen M1914 verschraubt, der auch für eine Krupp Flak 7,7-cm Kanone verwendet wurde. Es war ein Allradantrieb mit einem Daimler 80 PS Motor. Für Nachtfahrten wurde ein schmaler Scheinwerfer an der Gegenseite des Fahrers platziert.

Der Rumpf war vernietet und verschraubt, 9 mm dicke Panzerung an der Vorderseite und an den Seiten, und es war ein zentraler fester Revolver installiert. Die Mannschaft bestand aus 9 Mann, die bis zu vier Maschinengewehre gleichzeitig bedienen konnte.

 

Panzerwagen Ehrhardt 1915 an der Ostfront, 1916

 

 

Version 1917:

Die erste Serie von 13 Fahrzeugen, die als Panzerkraftwagen Ehrhardt 1915 bezeichnet wurde, wurde 1915-16 ausgeliefert und von den Panzer Kraftwagen MG Zügen 2, 3, 4, 5 und 6 verwendet, wobei jeweils zwei Fahrzeuge und ein Stützwagen gezählt wurden. Jedoch konnten die Fahrzeuge an der Westfront aufgrund des Stellungskrieges nicht ihr Potential entfalten, also wurden sie schnell an die Ostfront geschickt, wo ihre Mobilität wirklich zählte, in Rumänien im Jahre 1917 und an der ukrainischen Front im Jahre 1918 wurden sie ebenfalls eingesetzt.

Diese Version hatte eine komplett überarbeitete Frontpanzerung und das Gewicht wurde um 1,75 Tonnen reduziert. Weiter wurde die Panzerung an der Unterseite, den Scheinwerfern und den hinteren Rädern verbessert.

 

Panzerwagen Ehrhardt Modell 1917

 

 

Version 1918:

Beide Versionen des Panzerwagen Ehrhardt dienten an der Ostfront bis zum Kriegsende. Anschließend wurden diese als Polizeibedienfahrzeuge in Großstädten eingesetzt, was zu weiteren Bestellungen führte. Aufgrund der Auflagen der Siegermächte über die Rohstoffe der Weimarer Republik und die zerstörte Wirtschaft wurden in den neueren Fahrzeugen mindere Qualität eingesetzt was das Material betraf. Zudem wurde der Aufbau erhöht, damit die Polizisten einen besseren Überblick über die Umgebung erhalten  konnten.
Auch die Freikorps Verbände unterhielten noch Jahrelang einiger dieser Fahrzeuge.

 

Ehrhardt EV/4 Modell 1918 eines Freikorps Verband 1919

 

Panzerwagen Ehrhardt Modell 1917

 

Panzerwagen Ehrhardt Modell 1919

 

 

 

 

 

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