Gotha G.IV

Die Gotha G.IV war der erste Bomber der Firma Gothaer Waggonfabrik, der in größerer Stückzahl hergestellt wurde und erstmals Angriffe auf England durchgeführt hatte.

 

Entwicklung und Konstruktion:

Unter der Leitung vom Konstrukteur Hans Burkhard wurde auf Basis und den Erkenntnissen der Gotha G.III das Nachfolgemodell mit nur wenigen Änderungen gebaut. Da diese Bomber als Langstreckenbomber für den Einsatz gegen das britische Festland gedacht waren, wurde bei der Entwicklung darauf geachtet, dass das Flugzeug durch seinen Rumpf aus Sperrholz auf dem Wasser Notlanden kann und dort auch einige Zeit schwimmt.

Weiter wurde die Seitenstabilität durch zusätzliche Querruder stabilisiert, was bei der G.III bemängelt wurde. Ebenso wurde für den Schützen am Heck wieder ein Loch zum Schießen nach unten eingebaut. Ein zusätzliches drittes und viertes Maschinengewehr sollte die Feuerkraft der Flugzeuge erhöhen. Insgesamt konnte die Flugleistung gegenüber dem Vorgängermodell nur geringfügig verbessert werden.

Vom November 1916 bis zum Februar 1917 wurden bei der Firma insgesamt 50 Flugzeuge bestellt. In Lizenz wurden zudem 100 Stück von der Luft-Verkehrs-Gesellschaft A.G. und 80 Stück in den Siemens-Schuckert Werken gebaut. Bei der LVG und Siemens forderte die deutsche Heeresleitung, dass die dort gebauten Flugzeuge einen stärkeren Rumpf erhalten sollten. Um dieses Vorhaben umzusetzen mussten einige Anpassungen durchgeführt werden, sodass die Gotha G.IV in drei verschiedenen Varianten gebaut und eingesetzt wurden.

 

 

Gotha G.IV

 

Gotha G.IV

 

Gotha G.IV

 

Gotha G.IV Cockpit

 

 

 

 

Einsatz im ersten Weltkrieg:

Ab März 1917 wurden die ersten Gotha G.IV an das Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung 1 im belgischen Gent geliefert. Von dort aus wurden ab Mai 1917 die Luftangriffe auf London geflogen. Zunächst überwiegend tagsüber, als die britische Luftabwehr immer stärker wurde, wurden die Angriffe ab September 1917 nur noch Nachts geflogen. Im August 1918 wurden die letzten Gotha G.IV gegen die Gotha G.V ausgetauscht.

Rund 40 Gotha G.IV Flugzeuge wurden zudem an Österreich-Ungarn ausgeliefert, die diese Flugzeuge an der Front zu Italien bis zum Kriegsende einsetzten.

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Gotha G.IV
Land: Deutsches Reich
Typ: Bomber
Länge: 12,4 Meter
Spannweite: 23,7 Meter
Höhe: 3,85 Meter
Gewicht: 2400 kg leer
Besatzung: 3 bis 4
Motor: zwei wassergekühlte Sechszylinder-Reihenmotoren Mercedes D IVa mit je 260 PS
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Reichweite: 490 Kilometer
Bewaffnung: drei bis vier 7,92-mm Parabellum LMG 08/15 Maschinengewehre und bis zu 500 kg Bomben

 

 

 

 

 

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