Großlinienschiff SMS König

Das Großlinienschiff SMS König gehörte zu der gleichnamigen Schiffs-Klasse, die zu den modernsten Schiffen der kaiserlichen Marine gehörten und erst kurz vor dem ersten Weltkrieg in Dienst gestellt wurden. Wie jedoch auch die meisten anderen modernen Schiffe, teilte auch die König das Schicksal der Selbstversenkung in Scapa Flow.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Schiffe der Königs-Klasse gingen aus den Erfahrungen der Kaiser-Klasse hervor. Die größte Änderung gab es in der Anordnung der schweren Geschütze, die erstmal in der Schiffsmittellinie aufgestellt wurden. Bereits im April 1910 wurde vom Allgemeinen Marine-Departement ein derartiges Konzept vorgelegt um die Bauweise der üblichen Flügeltürme abzulegen. Zwar lehnte der Staatssekretär im Reichsmarineamt Admiral Tirpitz diesen Entwurf zunächst ab, genehmigte ihn später trotzdem. Ein Wechsel auf ein größeres Kaliber der schweren Geschütze von 30,5-cm auf 38-cm unterblieb jedoch, da dies zu deutlich höheren Kosten geführt hätte.

Durch die Umverteilung der schweren Geschütze konnte weiter die Fläche reduziert werden die gepanzert werden musste. Diese Einsparung des Gewichtes nutzen die Entwickler um die Dicke der Panzerung zu erhöhen.

Der Stapellauf der SMS König erfolgte am 1. März 1913, die Indienststellung am 9. August 1914.

 

SMS König während der Bauphase

 

SMS König kurz vor dem Stapellauf

 

SMS König

 

Seitenriß und Ansicht von Oben der König-Klasse

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Als das Schiff in Dienst gestellt wurde, befand sich Europa bereits im Kriegszustand. Auf die sonst üblichen Erprobungsfahrten wurde bei der König verzichtet sondern das Schiff bereits am 12. August dem III. Geschwader zugeteilt.

Bis zum Jahresbeginn 1916 erfolgten mehrere Vorstöße in der Nordsee, die jedoch ohne Feindkontakt abliefen. Erst während der Skagerrakschlacht vom 31. Mai 1916 bis zum 1. Juni 1916, als die SMS König als Flaggschiff unter Konteradmiral Paul Behncke diente, kam es zu den ersten Feuergefechten mit britischen Schiffen. Während des Gefechtes musste die König rund 16 Treffer von schwerer und mittlerer Artillerie einstecken, die 45 Besatzungsmitglieder tötete. Durch die hervorragende Konstruktion des Schiffes hatten die Treffer keine Auswirkungen auf die Stabilität oder Feuerkraft. So konnte die SMS König nach dem Gefecht aus eigener Kraft zurück nach Kiel fahren, wo in der Kaiserlichen Werft unverzüglich mit den Reparaturen begonnen wurde. Diese waren am 26. Juli 1916 abgeschlossen und das Schiff war wieder einsatzfähig.

Bis zum Oktober 1917 war die König noch an einigen Vorstößen an die britische Küste beteiligt, die jedoch ohne Feindberührung abliefen. Ab dem 11. Oktober wurde in der Ostsee die Operation Albion durchgeführt, die die Eroberung der baltischen Inseln als Ziel hatte. Die König beteiligte sich an diesem Unternehmen durch den Beschuss Landbatterie von Kap Kinast auf Ösel.

Am 17. Oktober 1917 traf das Schiff auf das russische Linienschiff Slawa, welches durch Beschuss so stark beschädigt wurde, dass es nicht mehr beim Moon-Sund durch das seichte Wasser fahren konnte und durch die eigene Besatzung gesprengt werden musste. Auf dem Rückweg hatte die König am 26. Oktober selbst Grundberührung und musste bis zum 17. November erneut in Kiel repariert werden.

Als im Oktober 1918 ein Ende des Krieges abzusehen war, erfolgte vom Marineamt mit dem Flottenbefehl vom 24. Oktober der Befehl an die Hochseeflotte zu einer Entscheidungsschlacht gegen die britischen Schiffe auszulaufen. Als Flaggschiff des III. Geschwaders war auch die König für diese Schlacht eingeplant. Als der Befehl unter der Besatzung bekannt wurde, machte sich auch auf der König Unruhe unter der Mannschaft bemerkbar. Mit dem Abbruch des Befehls wurde das III. Geschwader zurück nach Kiel beordert.

Mit dem Aufstand der Matrosen am 4. November in Kiel, wurden die Schiffe des Geschwaders in die Lübecker Bucht verlegt. Die König jedoch verblieb auf der Werft in Kiel, wo Matrosen am 5. November auf das Schiff stürmten um die Reichskriegsflagge herunter zu reißen. Kapitän zur See Carl Wilhelm Weniger wurde bei der Verteidigung der Flagge 3 mal verletzt, der Erste Offizier Korvettenkapitän Bruno Heinemann und der Adjutant Leutnant zur See Wolfgang Zenker kamen hingegen ums Leben.

 

SMS König

 

SMS König

 

SMS König

 

Schäden nach der Skagerrakschlacht

 

 

 

Verbleib:

Mit den Bedingungen des Waffenstillstandes gehörte die SMS König zu den Schiffen, die an die Siegermächte ausgeliefert und in Scapa Flow Interniert werden sollten. Da zu dem Zeitpunkt der Auslieferung die König noch nicht fahrbereit war, trat sie zusammen mit dem kleinen Kreuzer Dresden die Überfahrt erst später an und erreichte Scapa Flow am 6. Dezember 1918.

Als zum Ende der Verhandlungen von Versailles abzusehen war, dass die Schiffe nicht mehr an Deutschland zurück gegeben werden, erteilte Konteradmiral Ludwig von Reuter an die noch auf den Schiffen verbliebende Besatzungsmitglieder am 21. Juni 1919 den Befehl zur Selbstversenkung.

Das Wrack der SMS König wurde erst 1962 an eine schottische Bergungsfirma verkauft, die anschließend mit der Bergung begann. Es gelang der Firma jedoch nur Teile des Hecks abzusprengen und zu heben, der Rest des Schiffes liegt heute noch in Rund 39 Metern Tiefe und ist unter Sporttauchern ein beliebtes Ziel.

 

Mittelschiff der SMS König

 

Mittelschiff der SMS König

 

Vordere Geschütze der SMS König

 

 

 

Kommandanten:

9. August 1914 bis 13. Juli 1916 Kapitän zur See Franz Brüninghaus
14. Juli 1916 bis 23. Mai 1917 Kapitän zur See Hugo Meurer
24. Mai 1917 bis 5. November 1918 Kapitän zur See Carl Wilhelm Weniger
6. November 1918 bis 4. Dezember 1918 Kapitän zur See Otto Breuer
5. Dezember 1918 bis 21. Juni 1919 Korvettenkapitän Ernst Junckermann

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

SMS König

Land:  

Deutsches Reich

Schiffstyp:  

Großlinienschiff

Klasse:  

König-Klasse

Bauwerft:  

Kaiserliche Werft, Wilhelmshaven

Baukosten:  

45.000.000 Mark

Stapellauf:  

1. März 1913

Indienststellung:  

9. August 1914

 

Verbleib:

 

Am 21. Juni 1919 in Scapa Flow selbstversenkt, 1962 teilweise verschrottet

Länge:  

175,4 Meter

Breite:  

29,5 Meter

Tiefgang:  

Max. 9,19 Meter

Verdrängung:  

Max. 28.600 Tonnen

Besatzung:  

1.136 Mann

 

Antrieb:

 

15 Marinekessel
3 Satz Parsons-Turbinen

Leistung:  

43.300 PS (31.847 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

21,0 kn (39 km/h)

Bewaffnung:  

10 × 30,5 cm Schnellfeuergeschütz L/50

14 × 15 cm Schnellfeuergeschütz L/45

6 × 8,8 cm Schnellfeuergeschütz L/45

4 × 8,8 cm L/45 Flugabwehr Kanonen

5 × Torpedorohr ø 50 cm

 

 

Panzerung:

 

Gürtel: 120–350 mm
Zitadelle: 120–180 mm
Panzerdeck: 60–100 mm
Oberdeck: 30 mm
Panzerquerschotten: 170–200 mm
Torpedoschotten: 40 mm
Barbetten: 300 mm
Turm: 110–300 mm
Kasematten: 170 mm
vorderer Kommandoturm: 150–300
mm
achterer Kommandoturm: 200 mm

 

 

 

 

 

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