Panzerkreuzer Edgar Quinet

Der Panzerkreuzer Edgar Quinet gehörte zu der gleichnamigen Schiffsklasse, die aus 2 Schiffen bestand und zu den letzten in Frankreich gebauten Panzerkreuzer zählte.

 

Stapellauf und Bauform:

Bereits mit dem Bau des Panzerkreuzers Ernest Renan wurde eine deutliche Steigerung der Feuerkraft im Bereich der Panzerkreuzer angestrebt. Die beiden Schiffe der Edgar Quinet Klasse sollten diesen jedoch noch mal übertreffen.

So wurde besonderer Wert auf eine einheitliche Hauptbewaffnung mit insgesamt 14 x 194 mm Geschützen gesetzt, wobei im Grunde genommen lediglich die 164 mm Geschütze des Vorgängermodells durch die Waffen mit einem größeren Kaliber ersetzt wurden. Auch entfielen die 47 mm Geschütze, die mit einer höheren Anzahl von 20 x 65 mm Geschützen ausgeglichen wurden. Die Schiffe der Edgar Quinet Klasse stellten somit die kampfstärksten Panzerkreuzer der französischen Marine da.

Als Antrieb dienten den Schiffen drei 4-Zylinder Dreifachexpansionsmotoren die von 40 Belleville Kohlekesseln in der Edgar Quinet und von 42 Niclausse-Kesseln in der Waldeck-Rousseau angetrieben wurden. Die erbrachte Leistung belief sich dabei auf 36.000 PS womit eine Höchstgeschwindigkeit von 23 Knoten erreicht werden konnte. Um die Antriebsanlage besser gegen Beschädigungen schützen zu können, wurden die Dreifachexpansionsmotoren in jeweils einem eigenen abgesicherten Bereich untergebracht, die Kessel wurden paarweise in wasserdichte Abteile eingebaut.

Die Panzerung am Gürtel des Schiffes betrug 150 mm, wobei dieser sich im vorderen Bereich auf 70 mm und im hinteren Bereich auf 40 mm reduzierte. Die Schiffe verfügten über 2 gepanzerte Decks, wobei das untere 65 mm stark gepanzert war, das obere 30 mm. Die Panzerung der beiden Zwillingsgeschütztürme verblieb bei 200 mm, die Kasematten nur geringfügig weniger bei 194 mm.

Benannt wurde das Typenschiff nach dem französischem Historiker und Intellektuellen Edgar Quinet (1803 - 1875).

Der Stapellauf der Edgar Quinet erfolgte dann am 21. September 1907, die Indienststellung im Januar 1911.

 

 

Edgar Quinet, Namensgeber des Schiffes

 

Stapellauf des Panzerkreuzer Edgar Quinet

 

Panzerkreuzer Edgar Quinet

 

 

 

Werdegang der Edgar Quinet:

Nach den Erprobungsfahrten und der Indienststellung war die Edgar Quinet der kampfstärkste Panzerkreuzer den Frankreich bis dahin gebaut hatte. Jedoch wurde bereits 2 Jahre vorher in Großbritannien der Schlachtkreuzer HMS Invincible in Dienst gestellt und machte somit die Schiffsklasse der Panzerkreuzer überflüssig.

Im April 1912 wurde die Edgar Quinet zusammen mit dem Schwesterschiff Waldeck-Rousseau und dem Panzerkreuzer Ernest Renan in dem 1. Leichten Geschwader zusammengefasst. Mit diesem wurden im Anschluss mehrere Manöver und Übungen im Mittelmeer durchgeführt.

Im Jahr 1913 beteiligte sich die Edgar Quinet an dem internationalem Geschwader im Mittelmeer, bestehend aus Schiffen aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich. Dieses sollte eine Demonstration militärischer Macht während der Balkankriege zeigen und Druck auf die beteiligten Länder ausüben. So wurde unter anderem die montenegrinische Küste blockiert, damit serbische Truppen keinen weiteren Nachschub erhielten.

 

 

Zeichnung des Panzerkreuzer Edgar Quinet

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden die Panzerkreuzer der 1. Leichten Division eingesetzt um die deutschen Schiffe Goeben und Breslau im Mittelmeer zu finden und zu versenken. Mit weiteren 12 Zerstörern sollte hierfür der Hafen in Philippeville dienen, dieser wurde jedoch einen Tag vor dem Eintreffen der Schiffe von den deutschen Schiffen beschossen und teilweise zerstört.

Da ein Ausbrechen der deutschen Schiffe in den Atlantik befürchtet wurde, wurden die französischen Schiffe anschließend in das westliche Mittelmeer verlegt um den Weg zu versperren. Als sich dann jedoch abzeichnete, dass die deutschen Schiffe nicht in den Atlantik fahren würden, sondern in das osmanische Konstantinopel, wurden die Schiffe an die Küste Österreich-Ungarns verlegt.

Während der Blockade der Häfen konnte lediglich das österreichische Schiff Zenta versenkt werden, die restliche Flotte verblieb in den Häfen. Als zum Jahresende 1914 die Bedrohung durch U-Boote immer weiter anstieg, wurden die Schiffe in das südliche Mittelmeer zurück gezogen.

Am 8. Januar 1916 beteiligte sich die Edgar Quinet zusammen mit den Schiffen Ernest Renan, Waldeck-Rousseau und Jules Ferry an der Besetzung der griechischen Insel Korfu. Hierfür wurden in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar französische Gebirgstruppen an Land gebracht. Zwar protestierten die griechischen Beamten gegen die Besetzung, leisteten jedoch keinen Widerstand.

Bis zum Kriegsende versah die Edgar Quinet schließlich nur noch Sicherungsaufgaben.

 

 

 

Einsatz nach dem Krieg:

Nach Kriegsende verblieb die Edgar Quinet im östlichen Mittelmeer um den Zusammenbruch des osmanischen Reiches und den anschließenden griechisch-türkischen Krieg zu beobachten. Dabei wurde das Schiff auch eingesetzt um Überlebende des großen Feuers von Smyrna im Jahr 1922 aufzunehmen und in Sicherheit zu bringen.

Von 1925 bis 1927 wurde das Schiff umfangreich umgebaut um es anschließend als Ausbildungsschiff nutzen zu können. Eine anschließende Reise führte es unter anderem auch in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo es 1928 San Diego in California besuchte.

1929 wurde ein weiterer Umbau vorgenommen, sodass nun Vorrichtungen installiert wurden die es ermöglichten, Wasserflugzeuge transportieren und aufnehmen zu können. Nach dem Umbau diente es für Kadetten der École Navale.

 

 

Der Panzerkreuzer Edgar Quinet 1928 in San Diego, California

 

 

 

Verbleib:

Während einer Ausbildungsfahrt im Mittelmeer lief die Edgar Quinet am 4. Januar 1930 vor der Küste Algeriens westlich von Oran auf Grund und blieb stecken. Da das Schiff nicht mehr vom Grund frei gezogen werden konnte und die Beschädigungen zu groß waren, wurde es aufgegeben und die Mannschaft evakuiert. Am 9. Januar versank es schließlich.

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

Edgar Quinet

Land:  

Frankreich

Schiffstyp:  

Panzerkreuzer

Klasse:  

Edgar Quinet-Klasse

Bauwerft:  

Arsenal de Lorient

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

21. September 1907

Indienststellung:  

Januar 1911

Verbleib:  

Am 4. Januar 1930 auf Grund gelaufen, am 9. Januar gesunken

Länge:  

158,9 Meter

Breite:  

21,51 Meter

Tiefgang:  

Max. 8,41 Meter

Verdrängung:  

Max. 13.847 Tonnen

Besatzung:  

859 - 892 Mann

 

Antrieb:

 

drei 4-Zylinder Dreifachexpansionsmotoren

40 Belleville Kohlekesseln

Leistung:  

36.000 PS (27.000 kW)

Höchstgeschwindigkeit:  

23 Knoten (43 km/h)

 

Bewaffnung:

 

14 × 194 mm Geschütze

20 × 65 mm Geschütze

2 × 450 mm Torpedorohre

Panzerung:  

Gürtel: 150 mm
Geschütztürme: 200 mm
Kasematten: 194 mm
Kommandoturm: 203 mm
Deck: 30 - 65 mm

 

 

 

 

 

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