Panzerkreuzer HMS Minotaur

Der Panzerkreuzer HMS Minotaur gehörte der gleichnamigen Schiffs-Klasse an, die aus insgesamt drei Schiffen bestand und zu die letzten gebauten Panzerkreuzer Großbritanniens waren.

 

Stapellauf und Bauform:

Die Schiffe der Minotaur-Klasse gingen aus der Warrior-Klasse hervor. Dabei wurden jedoch nur noch vier anstatt der sechs 234-mm Geschütze verbaut, durch eine bessere Aufstellung in zwei Doppeltürmen konnten die geringere Anzahl jedoch kompensiert werden, da die Geschütze sowohl nach Backbord als auch nach Steuerbord feuern konnten.

Weiter wurde die Bewaffnung mit 12 76-mm Schnellfeuergeschützen und 10 191-mm besonders gegen Zerstörer und Torpedoboote verstärkt.

Im Gegenzug waren die Schiffe weniger Gepanzert als die Vorgänger. Das Panzerdeck wurde mit einer schwächeren Panzerung versehen und auf den oberen Panzergürtel wurde wegen der fehlenden Kasematten vollständig verzichtet.

Bei den drei Schiffen der Minotaur-Klasse handelte es sich um die letzten für die Royal Navy gebauten Panzerkreuzer, da diese Schiffsklasse durch die neuen Schlachtkreuzer der Invincible-Klasse abgelöst wurde.

Der Stapellauf der HMS Minotaur erfolgte am 6. Juni 1906, die Indienststellung am 1. April 1908.

 

 

HMS Minotaur

 

HMS Minotaur

 

HMS Minotaur

 

HMS Minotaur

 

 

 

Werdegang der HMS Minotaur:

Nach der Indienststellung und den Erprobungsfahrten wurde das Schiff zusammen mit dem Schwesterschiff HMS Shannon, die HMS Defence folgte etwas später als drittes und letztes Schiff der Klasse, dem 5. Kreuzergeschwader zugeteilt.

Im April 1909 erfolgte der Wechsel in das 1. Kreuzergeschwader bevor das Schiff 1910 der China Station zugeteilt wurde.

Als im Herbst 1911 die Chinesische Revolution wurde die HMS Minotaur mit anderen britischen Schiffen eingesetzt, um Übergriffe auf Europäer zu verhindern und eventuell Verletzte und Flüchtlinge aufzunehmen.

Am 26. Juli 1914 traf die HMS Minotaur nach einer letzte Rundreise in dem Gebiet in Weihawei ein, wohin auch die HMS Hampshire, HMS Yarmouth und fünf Zerstörer einfuhren.

 

 

 

Einsatz im Krieg:

Als der erste Weltkrieg ausbrach wurden die britischen Schiffe angewiesen, Hongkong anzulaufen um dort ihre Vorräte aufzufüllen. Bereits im Vorfeld haben die HMS Triumph, HMS Newcastle, der französische Kreuzer Dupleix und weitere Schiffe Hongkong verlassen um sich auf die Suche nach deutschen Kriegsschiffen zu machen.

Zusammen mit der HMS Triumph und der HMS Newcastle sollte die HMS Minotaur den deutschen kleinen Kreuzer SMS Emden suchen und versenken. Dabei wurde auf der Insel Yap eine deutsche Funkstation zerstört, da der Kommandant dort einen Sammelpunkt der deutschen Schiffe vermutete. Nachdem diese jedoch nicht gefunden werden konnten, lief die Minotaur am 17. August wieder in Hongkong ein.

In den nächsten Wochen kontrollierten die britischen Schiffe die Küsten um China, Javas, Sumatras und Indonesiens nach deutschen Schiffen.

Mit dem Beginn der Transporte australischer und neuseeländischer Soldaten nach Ägypten, wurde die HMS Minotaur als Führungsschiff des Konvois eingeteilt. Während des Begleitens erhielt der Verband die Mitteilung, dass die SMS Emden Kokosinseln gesichtet wurde. Die HMAS Sydney verließ daraufhin den Verband, überraschte das deutsche Schiff und konnte es im anschließenden Gefecht versenken. Nach der Versenkung übernahm die Sydney die Führung und die Minotaur wurde nach Simonstown in Südafrika verlegt um die Suche nach dem deutschen Ostasiengeschwaders zu unterstützen.

Am 7. Dezember 1914 sollte mit dem in Südafrika liegenden Geschwader zunächst ein Truppentransport nach Deutsch-Südwestafrika gesichert werden. Am 8. Dezember erreichte das Geschwader die Mitteilung, das nach dem Gefecht bei den Falklandinseln das deutsche Geschwader vernichtet wurde und keine Unterstützung mehr nötig sei. Am 10. Dezember wurde die HMS Minotaur wieder nach Großbritannien zurück beordert.

In Großbritannien wurde das Schiff als Flaggschiff des 2. Kreuzergeschwaders in der Grand Fleet. Mit diesem Geschwader nahm das Schiff auch vom 31. Mai auf den 1. Juni 1916 an der Skagerrakschlacht teil, erzielte oder erhielt jedoch keinen Treffer.

Bis zum Kriegsende erfolgten keine weiteren Einsätze bei dem es zu einem Feindkontakt kam.

 

 

 

Verbleib:

Nach dem Krieg wurde die HMS Minotaur außer Dienst gestellt, am 12. Mai 1920 an die Firma Ward verkauft und in Milford Haven verschrottet.

 

 

 

Schiffsdaten:

Name:  

HMS Minotaur

Land:  

Großbritannien

Schiffstyp:  

Panzerkreuzer

Klasse:  

Minotaur-Klasse

Bauwerft:  

Marinewerft Devonport, Plymouth

Baukosten:  

unbekannt

Stapellauf:  

6. Juni 1906

Indienststellung:  

1. April 1908

Verbleib:  

Am 12. Mai 1920 verkauft und in Milford Haven verschrottet

Länge:  

158,3 Meter

Breite:  

22,7 Meter

Tiefgang:  

7,9 Meter

Verdrängung:  

Max. 14.600 Tonnen

Besatzung:  

802 Mann

Antrieb:  

24 Yarrow-Wasserrohrkessel

2 Marine-Dreifachexpansions-Dampfmaschinen

Leistung:  

27.000 ihp (PSi)

Höchstgeschwindigkeit:  

23 kn

 

Bewaffnung:

 

4 x 234 mm Mk.XI Geschütze in Doppeltürmen

10 x 191 mm Mk.V Geschütze

16 x 76 mm Geschütze

5 x 457 cm Torpedorohre unter Wasser

Panzerung:  

Gürtelpanzer 76-152 mm

Deck 38-52 mm

Panzerschotts 51-151 mm

Türme 110-203 mm

Kommandoturm 254 mm

 

 

 

 

 

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