Royal Aircraft Factory F.E.2

Die Royal Aircraft Factory F.E.2 war ein britisches Jagdflugzeug und Bomber, die als eines der letzten Druckpropeller Flugzeuge 1915 gegen die deutschen Fokker Eindecker an der Westfront eingesetzt wurde.

 

Entwicklung und Konstruktion:

1911 begann bei der Firma Royal Aircraft Factory  die Entwicklung der ersten Royal Aircraft Factory F.E.2 unter der Leitung des Chefkonstrukteurs Geoffrey de Havilland. Dabei handelte es sich in der Grundform um eine F.E.1, wobei das Cockpit vergrößert wurde um zwei Besatzungsmitglieder aufnehmen zu können. Dieses war aus Holz und wurde mit einem Segeltuch ummantelt. Als erster Motor wurde zunächst der 50 PS starke Gnome Rotationsmotor verwendet und als Druckmotor eingebaut. Der erste Flug des Prototypen erfolgte am 18. August 1911 durch Geoffrey de Havilland selbst.

Im April 1912 wurden an den Prototyp Schwimmer angebracht, um das Flugzeug auch für den Royal Naval Air Service nutzbar zu machen. Bei dem ersten Testflug am 12. April 1912 stellte sich jedoch heraus, dass der Motor zu wenig Leistung erbrachte, er wurde nach dem Flug gegen einen 70 PS starken Motor ausgetauscht.

Im Laufe des restlichen Jahres wurde das Fahrgestell neu angepasst und ein Maxim Maschinengewehr für den Beobachter angebracht.

1913 begannen die Arbeiten an einer neueren Version der F.E.2, wobei der neue Prototyp größer und schwerer wurde als das Vorgängermodell. Die Form der oberen Tragfläche wurde von dem Flugzeug B.E.2a übernommen und anstatt Querruder für die seitliche Steuerung verwendete man nun Flügelverzerrungen. Auch die Aerodynamik der Gondel wurde angepasst, was dazu führte, dass sowohl der Beobachter als auch der Pilot ein besseres Sichtfeld erhielten. Für den Antrieb wurde ein 70 PS starker Renault Motor genutzt, der dem 70 PS Gnome Motor in der Leistung etwas überlegen war. Nach einigen Flügen mit dem Prototyp kam es jedoch am 23. Februar 1914 zu einem Unfall, als das Flugzeug abstürzte. Der Pilot R. Kemp überlebte, sein Beobachter hingegen starb bei dem Absturz.

Mitte 1914 begann die Entwicklung einer weiteren Version die als F.E.2a Version klassifiziert wurde.  Dieses Modell sollte in Konkurrenz zu der Vickers FB.5 als bewaffneter Aufklärer und Jagdflugzeug dienen. Hierfür wurden die Tragflächen der B.E.2c genutzt. Auch das Cockpit wurde nochmals überarbeitet, sodass der Beobachter etwas nach unten versetzt wurde. Als Bewaffnung wurde nun ein Lewis Maschinengewehr montiert welches durch den Beobachter benutzt wurde. für die Flugzeuge war zunächst ein Green E.6 Motor vorgesehen. Nach dem ersten Testflug am 26. Januar 1915 zeigte sich jedoch, dass dieser Motor nicht ausreichend sei. Bei der Serienproduktion wurde daher der flüssigkeitsgekühlte Beardmore Motor mit 120 PS genutzt. Die Bestellung von 12 Flugzeugen für das Royal Flying Corps wurde bereits kurz nach dem Beginn des Krieges ausgegeben und somit vor der eigentlichen Fertigstellung des Prototyps.

Bereits kurz nach der Einführung der F.E.2a wurde mit der Weiterentwicklung begonnen. Die als F.E.2b klassifizierte Version hatte zunächst den gleichen Motor wie die F.E.2a, dieser wurde jedoch kurz nach Beginn der Produktion gegen den leistungsstärkeren Beardmore Motor mit 160 PS ausgetauscht. Um die Produktion zu beschleunigen und zu vereinfachen wurde bei der b Version die Druckluftbremse nicht wie bei der a Version übernommen, zumal diese die Landung nur bedingt verkürzte. Neben der Vorrichtung zum Mitführen von Bomben wurde auch im späteren Verlauf der Produktion ein zweites Maschinengewehr montiert. Dieses lag auf einer Teleskopstange und sollte eigentlich vom Piloten bedient werden können. Es zeigte sich jedoch in den Kämpfen, dass das Maschinengewehr überwiegend vom Beobachter genutzt wurde. Er stellte sich hierfür auf und konnte somit das Maschinengewehr bedienen und über den Kopf des Piloten rückwärtig schießen. Insgesamt wurden von der Royal Aircraft Factory F.E.2b 1.939 Flugzeuge gebaut.

Von der Royal Aircraft Factory F.E.2c Version, der als Nachtbomber gedacht war, wurden insgesamt zwei Stück gebaut. Der größte Unterschied bestand lediglich darin, dass die Plätze vom Piloten und dem Beobachter getauscht wurden, damit der Pilot eine bessere Sicht hatte.

Die letzte in Serie gebaute Version war die F.E.2d von der insgesamt noch 386 Stück gebaut wurden. Diese wurden mit einem 250 PS starken Rolls-Royce Eagle Motor angetrieben, was besonders in großer Höher zu einer schnelleren Steig und Höchstgeschwindigkeit führte. Wegen der zusätzlichen Leistung konnten die Flugzeuge teilweise bis zu drei oder vier Maschinengewehre mit sich führen.

 

 

Royal Aircraft Factory F.E.2

 

Royal Aircraft Factory F.E.2b

 

Royal Aircraft Factory F.E.2d

 

 

 

 

 

Einsatz im ersten Weltkrieg:

Im Mai 1915 erhielt das 6. Squadron die ersten Royal Aircraft Factory F.E.2a Flugzeuge, die zusammen mit den B.E.2s und Bristol Scout Flugzeugen eingesetzt wurden. Das 20. Squadron wurde etwas später, am 23. Januar 1916, vollständig mit den Flugzeugen ausgestattet.

Bis in den Herbst 1916 wurden die Royal Aircraft Factory F.E.2 Flugzeuge sowohl als Jagdflieger als auch als Nachtbomber eingesetzt. Den größten Erfolg erzielte dabei ein Pilot des 25. Squadron am 18. Juni 1916, als dieser das deutsche Flieger-Ass Max Immelmann abschießen konnte. Erst mit dem Auftauschen der modernen deutschen Jagdflieger vom Typ Albatros D.I und Halberstadt D.II, zeigte sich, dass die F.E.2 Flugzeuge nicht mehr ausreichten und mussten nach und nach von der Front abgezogen werden.

Nach dem Abzug als Jagdflieger wurden die F.E.2 Flugzeuge immer öfter als Nachtbomber eingesetzt. Ab dem Februar 1917 wurden spezielle Nachtbombergeschwader gibildet die nur aus diesen Flugzeugen bestanden. Bis zum Kriegsende wurde die Anzahl auf acht Geschwader erhöht.

Nach dem Krieg wurden 35 Flugzeuge der verschiedenen F.E.2 Versionen nach China verkauft und dienten dort der Ausbildung von Piloten.

 

 

Eine Royal Aircraft Factory F.E.2b beim Überfliegen der Westfront

 

Ein Geschwader von Royal Aircraft Factory F.E.2d Flugzeugen

 

 

 

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Royal Aircraft Factory F.E.2b
Land: Großbritannien
Typ: Bomber, Jagdflieger
Länge: 9,83 Meter
Spannweite: 14,55 Meter
Höhe: 3,85 Meter
Gewicht: 935 kg leer
Besatzung: Max. 2
Motor: Ein wassergekühlter Reihenmotor Beardmore mit 160 PS
Höchstgeschwindigkeit: 147 km/h
Reichweite: Max. 3 Stunden
Bewaffnung: Zwei bis vier 7,7-mm-Lewis Maschinengewehre
Bis zu 235 kg Bomben

 

 

 

 

 

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