Sopwith Camel

Die Sopwith Camel war ein britisches, zweisitziges Jagdglugzeug, welches Anfang 1917 an der Westfront eingeführt wurde und zu dem erfolgreichsten britischen Flugzeug des Krieges wurde.

 

Entwicklung und Konstruktion:

Nachdem Ende September 1916 die Entwicklung des neuen deutschen Jagdflugzeuges Albatros D.III abgeschlossen waren und die Serienproduktion begann, erhielt auch das britische Verteidigungsministerium nach und nach Daten über das neue deutsche Flugzeug.

Es wurde schnell bewusst, dass die derzeit eingesetzte Sopwith Pup zu leistungsschwach sei um noch weiter eingesetzt werden zu können. Somit wurde die Entwicklung eines Nachfolge Modells in Auftrag gegeben, welches die bekannten technischen Daten des deutschen Flugzeuges übertreffen sollte oder zumindest ebenbürtig.

Unter der Leitung des Chefdesigner der Firma Herbert Smith wurde unter der Bezeichnung Sopwith F.1 mit der Entwicklung begonnen. Neben der Bezeichnung F.1 wurde das Flugzeug auch Big Pup genannt, da es die vorhandene Pup ersetzen sollte. Der später verwendete Zusatz Camel kam von der Metallverkleidung über den Kanonenhosen um diese vor dem Einfrieren in großer Höhe zu schützen. Durch diesen Buckel erhielt das Flugzeug recht früh den Namen Camel.

Der Rumpf wurde überwiegend aus dem Sopwith Pup übernommen und behielt das konventionelle Design, welches aus einer kastenartigen Rumpfstruktur aus Holz, einer Motorhaube aus Aluminium, Sperrholzplatten im Cockpit und einem mit Stoff bedeckten Rumpf, Flügel und Heck bestand. Insgesamt waren die Ausmaße jedoch deutlich größer als bei dem Vorgängermodell.

Als Bewaffnung wurden erstmals zwei gekoppelte und synchronisierte Vickers Maschinengewehre für den Piloten eingebaut. Die deutschen Jagdflugzeuge verwendeten bereits zwei Maschinengewehre und hatten somit die doppelte Feuerkraft gegenüber den alliierten Flugzeugen. Einige wenige Sopwith Camel Flugzeuge hatten noch auf der oberen Tragfläche zwei Lewis Maschinengewehre angebracht und mussten manuell abgefeuert werden. Zusätzlich konnten bis zu 4 x 11,3 Kilogramm Bomben mitgeführt werden.

Da die Flugzeuge für die Kriegsführung von entscheidender Bedeutung waren wurde vom britischen Kriegsministerium angewiesen, die Flugzeuge mit verschiedenen Motoren auszustatten. Dies Vorsichtsmaßnahme sollte verhindern, dass es zu Produktionsrückständen wegen Mangel an Motoren kommen könnte und damit die Luftüberlegenheit an der Westfront gefährdet werden würde. Überwiegend wurden zwar Clerget 9B oder Bentley BR1 Motoren genutzt, zur Sicherheit standen jedoch auch andere Motoren bereit oder wurden verbaut.

Im Dezember 1916 konnten die ersten Flüge der Prototypen durchgeführt werden. Durch den Umstand, dass sich mit dem Motor, dem Piloten, den Maschinengewehren und den Tanks rund 90 % des Gewichtes im vorderen Bereich des Flugzeuges befanden, wurde es sehr schwer dieses auch zu Fliegen. Für unerfahrene Piloten sollte sich diese Konstruktion als sehr gefährlich herausstellen und bis zum Kriegsende starben mehr Piloten während der Ausbildung bei Abstürzen als während der Gefechte mit den deutschen Fliegern. In den Händen erfahrener Piloten hingegen, stellte das Flugzeug eine ernste Gefahr für die deutschen Albatros Flugzeuge da. Durch die Ebenbürtigkeit konnte sich die Sopwith Camel bis zum Kriegsende einen entsprechenden Ruf als bestes britisches Jagdflugzeug aufbauen.

Insgesamt wurden rund 5.490 Flugzeuge gebaut.

 

Sopwith Camel

 

Sopwith Camel

 

Eine abgestürzte Sopwith Camel

 

 

 

Einsatz im ersten Weltkrieg:

Im Juni 1917 wurde das 4. Geschwader des Royal Naval Air Service als erstes mit den neuen Flugzeugen in der Nähe von Dünkirchen ausgerüstet. Am 4. Juli 1917 erfolgte der erste Einsatz. Bis Ende Juli waren zudem das 3. und 9. Geschwader des Royal Naval Air Service und das 70. Geschwader des Royal Flying Corps mit den Sopwith Camel ausgerüstet. Bis zum Kriegsende wurden es insgesamt 13 Geschwader vollständig mit dem Flugzeug ausgerüstet. Weitere waren zumindest mit anderen Typen gemischt.

Durch die bessere Manövrierfähigkeit gegenüber den deutschen Albatros D.III und D.V Flugzeugen sowie der besseren Bewaffnung und Leistung gegenüber dem Vorgänger Modell gelang es den Alliierten mit den S.E.5a und SPAD S.XIII Flugzeugen bis zum Kriegsende die Luftüberlegenheit der Deutschen zu brechen.

Neben dem Einsatz an der Westfront wurden auch viele der Sopwith Camel Flugzeuge in Großbritannien für die Heimatverteidigung eingesetzt. Durch die öffentlichen Proteste bei der Regierung aufgrund der Bombardierungen britischer Städte durch deutsche Bomber und das Versagen des Royal Flying Corps bei der Verteidigung, wurde ab Juli 1917 damit begonnen, mehrere Geschwader der Heimatverteidigung mit den neuen Flugzeugen auszurüsten. Bis zum März 1918 waren nach und nach fast alle Geschwader in Großbritannien mit diesem Typ ausgestattet. Als die deutschen Bomber begannen, ihre Flüge Nachts durchzuführen, wurden die britischen Flugzeuge mit Navigationslichtern ausgerüstet um als Nachtjäger fliegen zu können. Bis zum letzten Angriff bei Nacht vom 20. auf den 21. Mai 1918 wurden diese eingesetzt.

 

Ein amerikanisches Sopwith Camel Geschwader im August 1918

 

Sopwith Camel bei der Vorbereitung für Aufklärungsflüge an der italienischen Front

 

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Sopwith Camel
Land: Großbritannien
Typ: Jagdflugzeug
Länge: 5,72 Meter
Spannweite: 8,53 Meter
Höhe: 2,59 Meter
Gewicht: 421 kg leer
Besatzung: Max. 1
Motor: Ein Umlaufmotor Clerget 9 B mit 130 PS (95,6 kW) (in den meisten Flugzeugen)
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Reichweite: Max. 230 Kilometer
Bewaffnung: 2 x 7,7 mm Vickers Maschinengewehr

4 x 11,3 Kilogramm Bomben

 

 

 

 

 

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