Airco DH.2

Die Airco DH.2 war das zweite Flugzeug, welches von Geoffrey de Havilland für die Firma Aircraft Manufacturing Company konstruiert wurde und galt als erstes richtiges Jagdflugzeug der Royal Flying Corps.

 

Entwicklung und Konstruktion:

Die Airco DH.2 wurde, wie das Vorgängermodell von Geoffrey de Havilland entworfen. Es handelte sich dabei um eine kleiner Version der DH.1 und war als bewaffneter, einsitziger Aufklärer gedacht, entwickelte sich jedoch zu dem ersten Jagdflugzeug.

Als zweistieliger Doppeldecker verfügte es über stoffbespannte Holztragflächen die mit Querrudern ausgestattet waren. Der Rumpf bestand erneut aus Holz und der Bereich zwischen dem Motor und dem Seitenruder war ebenfalls nicht umspannt.

Durch die geringere Größe war das Flugzeug im Gegensatz zu der DH.1 etwas strömungsgünstiger. Zudem verfügte das Flugzeug mit dem 100 PS starken 9-Zylinder Umlaufmotor Gnôme Monosoupape über einen stärkeren Antrieb der erneut als Druckmotor arbeitete.

Etwas links versetzt in Flugrichtung zeigend wurde das Lewis Maschinengewehr montiert. In dem Cockpit waren zudem Halterungen für vier Ersatzmagazine eingebaut.

Am 1. Juni 1915 erfolgte der erste Flug des Prototypen. Diese Vorstellung konnte das britische Verteidigungsministerium dazu bewegen, rund 401 Flugzeuge dieses Typs zu bestellen.

 

 

Airco DH.2

 

Airco DH.2 der 24. Staffel

 

Zeichnung einer Airco DH.2

 

 

 

 

 

Einsatz im ersten Weltkrieg:

Das erste Flugzeug wurde am 26. Juli 1915 der 5. Staffel des Royal Flying Corps in Frankreich übergeben. Am 9. August kam dieses jedoch von einem Aufklärungsflug nicht mehr zurück, stattdessen warf ein deutsches Flugzeug einige Tage später eine Mitteilung ab, dass der Pilot Captain R. Maxwell-Pike abstürzte, verletzt gefangen genommen wurde und seinen Verletzungen erlag.

Im Anschluss erging an die Hersteller Firma die Order einige Veränderungen vorzunehmen und die Serienproduktion zu beginnen. Ab dem 10. Januar 1916 wurde die 24. Staffel mit diesen Flugzeugen ausgestattet, die zuvor über einen gemischten Bestand verfügten.

Bedingt durch den ungünstigen Schwerpunkt und den Drall des Rotationsmotors bei Steuerungsfehlern war das Flugzeug nicht einfach zu fliegen, die Piloten mussten vor dem Einsatz zunächst Flüge zur Eingewöhnung absolvieren. Auch das Schießen mit dem Maschinengewehr bereitete Probleme, da der Pilot gleichzeitig das Flugzeug fliegen und schießen musste. Daher wurden die Maschinengewehre nicht selten von den Piloten zentral montiert damit diese mit dem ganzen Flugzeug zielen konnten.

Allerdings verfügte das Flugzeug auch über eine hervorragende Sicht des Piloten, eine gute Stabilität, Wendigkeit und Steigfähigkeit, sodass die Kämpfe gegen die sonst überlegenden Fokker-E.III-Eindecker der Deutschen ausgeglichen werden konnten.

Am 2. April 1916 konnte mit einer Airco DH.2 der erste Abschuss eines deutschen Flugzeuges erzielt werden. Im Laufe der nächsten Monate wurden auch die 5., 11., 18., 29. und 32. Staffel mit diesen Flugzeugen ausgerüstet. Zu Beginn der Somme-Schlacht am 1. Juli 1916 konnte somit die Luftüberlegenheit der Deutschen gebrochen werden.

Mit dem im Herbst auf deutscher Seite eingesetzten Albatros D.I, D.II und Halberstadt-Jagdflugzeugen durch die neugegründeten Jagdstaffeln, verlagerte sich wieder die Luftherrschaft zu Gunsten der Deutschen. Die auf britischer Seite eingesetzten Airco DH.2 waren für die neuen deutschen Jagdflieger zu langsam und zu schlecht bewaffnet.

Auch der Einbau eines stärkeren Motors konnte nicht verhindern, dass die DH.2 ab dem März 1917 durch die neuen Nieuport 17 Flugzeuge abgelöst wurden. Lediglich in Palästina und Mazedonien waren diese noch einige Monate länger im Einsatz.

 

 

 

 

Technische Daten:

Bezeichnung: Airco D.H.2
Land: Großbritannien
Typ: Bewaffnetes Aufklärungsflugzeug, Jagdflugzeug
Länge: 7,68 Meter
Spannweite: 8,61 Meter
Höhe: 2,91 Meter
Gewicht: 428 kg leer
Besatzung: Max. 1
Motor: ein Umlaufmotor Gnôme Monosoupape mit 100 PS
Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
Reichweite: Max. 2 Stunden und 45 Minuten
Bewaffnung: ein Lewis-Maschinengewehr 7,7 mm

 

 

 

 

 

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